Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
07:47
28.06.2017
Am 28. Dezember 03 fanden in Serbien Parlamentswahlen statt. Der große Sieger dieser Wahl war die "Serbische Radikale Partei" mit fast 28% der abgegebenen Stimmen. Der Vorsitzende der SRS, Vojislaw Seselj, ist in Den Haag wegen schwerer Kriegsverbrechen angeklagt. Er sitzt dort in der Nähe seines ehemaligen Regierungschefs Slobodan Milosevic ein. Die Partei von Milosevic, die serbischen "Sozialisten", erreichten bei den Wahlen 7,7% der Stimmen.

Vojislav Kostunica ist der designierte Ministerpräsident Serbiens. Am 2. März 04 stellte er sein Regierungsprogramm vor. Hauptsächlich beschäftigt sich die Erklärung mit dem „Kosovo-Problem“. Wenn ein normaler serbischer Arbeiter, Arbeitsloser oder Bauer Antworten auf seine realen Probleme von Kostunica erwartete hätte, so wurde er gründlich enttäuscht. Die Arbeitslosenquote liegt in Serbien bei 29,6%. Das Leistungsbilanzdefizit liegt in der Höhe von 1,3 Milliarden Dollar. Serbien sitzt in der internationalen Schuldenfalle mit Auslandschulden von fast 12 Milliarden Dollar.

Enver Robelli schrieb am 7.4.05 einen Artikel in der kosovarischen Tageszeitung Koha Ditore unter der Überschrift: „Die serbischen Nationalisten führen einen neuen Krieg, diesmal gegen die Juden“. Der Artikel von Robelli beschreibt tatsächliche antisemitische Vorkommnisse in Serbien. Vor allem in der letzten Woche erreichten die Aktionen serbischer Nationalisten einen gewissen Höhepunkt.

Dieses, schon vor Jahren bekannt gewordene Dokument, zeigt die Pläne zur systematischen Vertreibung der Albaner aus dem heutigen Gebiet von Kosova auf. Akribisch genau wird die Vorgehensweise erläutert. Es ist nur ein Dokument von vielen, das die Idee eines "Albaner-freien Jugoslawien" belegt.

Der Begriff Balkankonflikt bezeichnet das großenteils gewaltsame Zerbrechen des Staates Jugoslawien in den 1990er Jahren. Verursacht wurde er unter anderem durch die schweren ökonomischen Probleme, denen sich das Land in den 1980er Jahren ausgesetzt sah, verbunden mit einer nationalistischen Politik und Propaganda, die vor allem von der damaligen serbischen Macht-Elite, aber auch von Politikern anderer Teilrepubliken ausging. Eine wesentliche Ursache des Streits zwischen den Republiken lag in der Verteilung der finanziellen Mittel zwischen den Teilrepubliken (ähnlich dem deutschen Länderfinanzausgleich).

Dobrica Ćosić (in kyrillischer Schrift Добрица Ћосић; * 29. Dezember 1921 in Velika Drenova) ist ein serbischer Schriftsteller der zwischen 1992 und 1993 Präsident Restjugoslawiens war. 1968, unter der Regierung Titos, vertrat Ćosić erstmals öffentlich die Meinung, dass die vor allem im Kosovo und Metochien lebenden Serben durch andere Völker des damaligen "Vielvölkerstaates" Jugoslawiens, namentlich die Albaner, unterdrückt würden und eine wichtigere Rolle spielen sollten. Diese Haltung wurden von der kommunistischen Partei Jugoslawiens nicht geduldet; Ćosić verlor alle Parteiämter und wurde wegen Chauvinismus aus der Partei ausgestoßen.

Zwischen 1982 and 1986 arbeiteten Mitglieder der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (serbisch: Srpska akademija nauka i umetnosti; Sanu) an einem Memorandum zur Lage der serbischen Nation in Jugoslawien, dem so genannten Sanu-Memorandum. Redigiert wurde der Text vom Präsidenten der Akademie und späteren Präsidenten Restjugoslawiens Dobrica Ćosić. Das Memorandum war von der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste nicht als die ideologische Basis für serbischen Nationalisten gedacht, wurde aber später von diesen dazu missbraucht.