Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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19.03.2019
Die "Gewerkschaft der Lehrer und Schulbediensteten" in Kosova kündigte am gestrigen Samstag einen harten Streik im Schulbereich an. Gegenüber dem Sender RTK wurde zudem ein Aufruf zum Boykott der Parlamentswahlen am 17. November in Aussicht gestellt. Gekündigt wurde der abgeschlossene Kollektivvertrag mit der Regierung. Ursache für die Konfrontation ist, dass sich die Regierung weigert die die Zusagen aus dem Kollektivvertrag einzuhalten.
Was war vereinbart ?

Ursprünglich sollten die Löhne und Gehälter für alle Bediensteten im Schulbereich ab Herbst 2007 um 12% steigen. Jetzt will die Regierung aber nur die Einkünfte des Lehrkörpers erhöhen. Damit ist die Gewerkschaft nicht einverstanden. Nach ihrer Meinung müssen – wie zugesagt- die Einkommen sämtlicher im Schulbereich tätigen Personen steigen. Mit dieser Haltung ist die Gewerkschaft geradezu vorbildlich, sie läßt eine Spaltung der Beschäftigten nicht zu und sie verbindet tarifvertragliche Forderungen mit politischen Forderungen. Das Durchschnittseinkommen eines Lehrers in der Grundschule und Mittelschulbereich liegt zwischen 140 und 160 Euro pro Monat. Die Einkünfte des übrigen Personals liegen zum Teil noch darunter. Die Lebenshaltungskosten in Kosova lassen sich fast mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland vergleichen.

 

Wahlboykott

Der angedrohte Wahlboykott der Parlamentswahlen läßt bei den sogenannten politischen Elefanten Kosovas, sämtliche Alarmglocken klingeln. Gerade die Bediensteten im Schulbereich waren fleißige Wähler. Hauptsächlich favorisierten sie die beiden Großparteien LDK und PDK. Gegenwärtig wird auch von den Pensionistenvereinigungen Kosovas ein Wahlboykott diskutiert. In vielen Protestaktionen wird eine Besserstellung der Rentner verlangt. Gegenwärtig bekommt ein Rentner eine Einheitsrente von 40 Euro im Monat. Damit ist jeder Pensionist, falls er nicht aus dem Fonds einer kriminellen Vereinigung mit unterhalten wird, extremer Armut sowie dem frühzeitigen Tod unterworfen. Die Wahlen welche auf Wunsch des deutschen Protektoratsleiters Rücker abgehalten werden, laufen Gefahr zum Rohrkrepierer zu werden. Das Wahlmanöver kann weder den zunehmenden sozialen Widerstand in Kosova behindern noch die Forderung nach Selbstbestimmung unterdrücken. Analytiker halten eine Wahlbeteiligung von 30% für realistisch. Bei der letzten Wahl gingen knapp 50% der Bevölkerung wählen. Der Ansehensverlust der politischen Elite des Landes ist dramatisch. Zu beobachten ist eine Reaktivierung der Arbeiterbewegung, in enger Verbindung mit dem Jugendprotest gegen die UNMIK in Kosova.