Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:34
24.03.2019
Die „ Verhandlungen“ in Wien zu den -technischen Fragen- der „Dezentralisierung Kosovas“ endeten am 7. September ergebnislos. Der serbischen Delegation gingen die Vorschläge des österreichischen Adeligen Albert Rohan, nicht weit genug. Belgrad wünscht eine direkte UNTERSTELLUNG der ethnisch rein serbischen Gemeinden in Kosova unter die serbische Staatlichkeit.

Die kosmetische Taktik der UN-Verhandlungsführer, deren praktische Umsetzung die faktische Teilung Kosovas impliziert geht der serbischen Staatsmacht nicht weit genug. Der bisherige Stand der „Verhandlungen beinhaltet, den serbischen Gemeinden volle Souveränität über die Polizei Justiz und die Bildung, zu gewähren. Außerdem sollen den „völkisch“ gesäuberten serbischen Gemeinden direkte Beziehungen zum serbischen Staat ermöglicht werden. Der „Dezentralisierungsplan der UN-Mission“ stillt allerdings noch nicht den großserbischen Appetit. Nach dem Plan der UNMIK, sollen rund 25% des Territoriums von Kosova den serbischen Parallelstrukturen unterstellt werden. Zurecht besagt eine Parole der LPV ( Bewegung für Selbstbestimmung)- „ Dezentralisierung ist Teilung- Teilung ist Krieg“.


Machtkampf innerhalb der LDK eskaliert


Nachdem die Mehrheit des Präsidiums der LDK „ Präsident“ Fatmir Sejdiu, zum Kandidaten für das Amt des Parteivorsitzenden nominierte eskaliert der Fraktionskampf innerhalb der LDK. Der ehemalige Parlamentspräsident Nexhat Daci, meldete offen seine Gegenkandidatur an. Am 7. September in Kline sagte Nexhat Daci auf einer Veranstaltung der LDK: „ Ich starte keine nutzlose Kampagne, ich werde mit Sicherheit gewinnen.“ Begleitet wurde Daci in Kline von dem immer noch mächtigen ehemaligen stellvertretendem Ministerpräsidenten Adem Salihaj, sowie weiteren Führungspersonen der LDK. Nexhat Daci hat sein eigenes Netzwerk innerhalb der LDK und verfügt besonders im Jugendverband der LDK über beträchtlichen Einfluss. Daci gilt als „Machtpolitiker“ mit der Neigung zum persönlichen Luxus aber auch als Egozentriker welcher für Überraschungen gut ist. Zudem verfügt Daci durch die Partnerschaft mit Adem Salihaj, wahrscheinlich über geheime „ Militärstrukturen“. Salihaj gilt als Chef der bewaffneten Geheimorganisation „ Sicherheit des Vaterlandes“ ( SIA). Inhaltliche politische Differenzen können innerhalb der LDK nicht diagnostiziert werden. Es handelt sich um die Auseinandersetzung von unterschiedlichen Clans, dabei geht es um ihre Eigeninteressen. Die Kolonialmacht UNMIK scheint in dem Konflikt eher auf der Seite von Fatmir Sejdiu zu stehen. Sejdiu wird mehr „Solidität“ zugestanden als dem unberechenbaren Daci. Es ist durchaus möglich, dass Daci im Lauf der Auseinandersetzung, um den Parteivorsitz der LDK den berechtigten Unmut vieler LDK Mitglieder über die miese soziale und politische Situation Kosovas demagogisch ansprechen wird. Auf alle Fälle scheint die Zeit vorbei zu sein in der die LDK unter der bonapartistischen Regie von Ibrahim Rugova, das Bild einer geschlossenen Partei abgeben konnte.