Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:30
19.07.2019

APA

Ein Mädchen wird zunehmend zur Symbolfigur für den Kampf um das Bleiberecht in Österreich – die 15-jährige Arigona Zogaj ist seit Ende vergangener Woche untergetaucht, um der Abschiebung zu entgehen. Sie werde sich nicht lebendig der Polizei stellen, droht Arigona Zogaj in einem Brief, über den alle österreichischen Medien berichteten. Die 15-Jährige aus der oberösterreichischen Gemeinde Frankenberg ist untergetaucht kurz bevor ihr Vater und ihre vier Brüder letzte Woche nach Kosova abgeschoben wurden. Ihre Mutter liegt mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus. Die deutsche Taz schreibt über den Vorgang:

„Von Nachbarn über den Bürgermeister bis zum Landeshauptmann Josef Pühringer, ÖVP, setzten sich alle für das Bleiberecht der Schülerin und ihrer Familie ein. Schließlich suspendierte auch Innenminister Günther Platter, ÖVP, den Abschiebungsbescheid gegen Mutter und Tochter -bis auf weiteres-.“ Der staatliche östereichische Rassismus ist voll auf der Schengener EU- Linie, jetzt scheint der Widerstand gegen die geschlossenen Grenzen und die brutalen Abschiebungen zu wachsen. Das albanische Mädchen Arigona erschüttert die österreichische Innenpolitik. Dies ist auch nötig wie ein Bericht aus der „Wiener Zeitung über die faktische Abschaffung des Asylrechtes in Österreich zeigt.



Dokumentation
Kosovaren fast ohne Chance auf Asyl-Asylsituation in Österreich

Nur neun Prozent der Anträge wurden positiv erledigt, 68 Prozent hingegen abgelehn. Flüchtlinge aus der Republik Serbien, also auch Menschen aus der serbischen Provinz Kosovo, haben kaum eine Chance auf einen positiven Asylbescheid in Österreich. Gerade einmal in neun Prozent der Fälle wurde Menschen mit serbischer Staatsbürgerschaft Asyl gewährt, 68 Prozent wurden abgelehnt. Insgesamt haben heuer 1.239 Flüchtlinge aus Serbien Asylantrag in Österreich gestellt, mehr Anträge wurden nur noch von Flüchtlingen aus der Russischen Föderation gestellt, laut "Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) "zumeist Tschetschenen". Diese erhalten zu 69 Prozent Asyl.

Hälfte der Iraker wird abgelehnt

Die aufsehenerregenden Fälle der letzten Zeit über abgeschobene kosovarische Asylwerber werden auch durch die Statistik untermauert. Weniger Chance auf Asyl in Österreich haben lediglich Personen etwa aus der Republik Moldawien mit zwei Prozent. Flüchtlinge aus der Russischen Föderation, also vorwiegend Tschetschenen, hingegen haben mit 69 Prozent die höchste Anerkennungsquote. Auch Afghanen und Flüchtlinge aus dem afrikanischen Staat Somalia haben mit 64 bzw. 66 Prozent noch relativ intakte Chancen auf ein Asyl in Österreich. Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Irak werden zu 45 Prozent anerkannt und zu 25 Prozent abgelehnt.

Zahl der Asylanträge sinkt

Zahlreiche Asylantrage (457) kamen heuer trotz geringer Aussicht auf Asyl von Menschen aus dem Staat Moldawien, aber auch 440 Türken haben hierzulande einen Antrag gestellt. Auch deren Aussichten auf Anerkennung sind mit 17 Prozent nicht sehr hoch. Teilweise relativ hoch ist in der Statistik der Rest auf 100. Diese Position wird auf diverse Gründe zurückgeführt, entweder dass Antragsteller zurück in die Heimat gegangen, verstorben oder untergetaucht sind.

Insgesamt sinkt die Zahl der Asylanträge, die in Österreich gestellt werden, seit Jahren kontinuierlich. Wurden 2002 noch 39.354 Anträge gestellt, sank dieser Wert im Vorjahr auf 13.349, und auch heuer lagen Ende August die Zahlen laut Asylstatistik um zehn Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Bis Ende August stellten 2007 7.649 Menschen in Österreich aus 91 Ländern einen Asylantrag. Insgesamt weist das Innenministerium mit Ende August 34.995 offene Asylverfahren aus.