Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
03:50
20.09.2020
Uranmunition ist bei den Militärs besonders beliebt, denn die extrem harten Projektile durchschlagen Panzer. Im Irak und in Kosova kam die umstrittene Munition zum Einsatz. Dresdener Wissenschaftler haben nun untersucht, wie Uranmunition die Umwelt vergiftet. Zu diesem Thema dokumentieren wir einen Bericht aus-


http://www.stern.de/wissenschaft/natur

 

Dokumentation

 

 


Der Einsatz von Uranmunition hat möglicherweise ernste Folgen für die Umwelt. Forscher aus Dresden haben untersucht, was mit den panzerbrechenden Geschossen passiert, wenn sie lange im Boden lagern und Verwitterungsprozessen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Munition rasch zersetzt und giftige Uranverbindungen in das Grundwasser gelangen, wie das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf mitteilt. Bei Experimenten wiesen die Wissenschaftler Konzentrationen im Sickerwasser nach, wie sie sonst nur in ehemaligen Uranabbaugebieten vorkommen.

Uranmunition verwittert im Boden

Abgereichertes Uran ist ein Abfallprodukt bei der Erzeugung von Kernenergie. Die Waffenindustrie verwendet es wegen seiner hohen Dichte zur Herstellung von panzerbrechenden Projektilen mit hoher Durchschlagskraft. Bei den Konflikten im Irak und Kosovo kam Uranmunition den Angaben nach in großer Zahl zum Einsatz. Die Reste der Munition verwittern mit der Zeit im Boden.

 

Uran-Munition: Der Fluch des Krieges

Um den Verwitterungsprozess zu untersuchen, füllten die Wissenschaftler Versuchsröhren mit verschiedenen Böden und vergruben darin Uranmunition. Zusätzlich behandelten sie die Böden mit Dünger aus der Landwirtschaft und säten Gras ein. Einmal pro Woche wurden die Röhren mit synthetischem Regen bewässert und das Sickerwasser auf Uranverbindungen untersucht.

Giftige Rückstände gerlangen ins Grundwasser

Es zeigte sich, dass bei der Verwitterung der Munition rasch Uranminerale entstehen. An der Oberfläche der Munition fanden die Wissenschaftler Sabugalit, ein schwer wasserlösliches Aluminium-Uranylphosphat. Nach Schätzungen der Forscher könnte sich ein Projektil schon innerhalb von 50 Jahren komplett in Sabugalit umgebildet haben. Das giftige Uran ist in diesem Mineral fest gebunden.

Parallel zu dieser Reaktion findet ein Auswaschungsprozess statt, der sich über einen deutlich längeren Zeitraum hinzieht. Dabei entstehen carbonathaltige Uranverbindungen, die sich sehr gut im Wasser lösen und im Sickerwasser nachgewiesen wurden. Die Wissenschaftler deuten dies als Beweis, dass Uranverbindungen aus Uranmunition in das Grundwasser oder die Pflanzen gelangen können. Dafür spricht auch, dass im Experiment das Wachstum der Pflanzen in der Umgebung des Uranprojektils zurückging.

In weiteren Untersuchungen wollen die Dresdner Forscher nun klären, ob die mit Uranmunition verseuchten Böden noch landwirtschaftlich genutzt werden können.