Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
15:36
25.09.2017

Auf welchem Weg befinden sich die albanischen Politiker Kosovas? In Kosova existiert ein modifiziertes- scheinbar neues Kolonialregime- mit dem Namen UNMIK. Jede Art von Selbstbestimmung des Volkes in politischer und sozialer Hinsicht wird brutal unterdrückt. Dennoch finden sogenannte „Statusverhandlungen“ in Wien statt, bei denen der Eindruck erweckt werden soll, als ginge es um die Bewohner Kosovas. In Wahrheit jedoch rangeln imperiale Kräfte um ihre Macht und Einflußzonen auf dem Balkan.

Der russische Staat unterstützt offen den serbischen Anspruch auf Kosova, Frankreich und Deutschland hingegen favorisieren die Ablösung des UNMIK Protektorats durch ein EU Protektorat. Auch diese Variante hat nichts mit Freiheit und Unabhängigkeit gemein. Zudem soll der direkte Einfluß des serbischen Staates in Kosova unter dem Schlagwort „Dezentralisierung“ ( sprich ethnische Teilung Kosovas) sichtbar und direkt wachsen. Neuer Chef in Kosova soll vorläufig unter der Firmierung UNMIK, der deutsche Diplomat Joachim Rücker werden. Rücker ist bis dato Leiter des „vierten Büros der UNMIK“ ( Verantwortlich für die Privatisierung) und Chef der „ Kosova Treuhand Agentur“. Rücker wird zurecht von vielen Menschen in Kosova für die soziale Not,verursacht durch seine neoliberale Wirtschaftspolitik verantwortlich gemacht. Für die albanische politische Führung stellt sich die Frage,ob sie weiter fast bedingungslos den imperialen Herren dienen möchte ? Letzteres ist verbunden mit der Aufgabe der politischen Unabhängigkeit und dem Verzicht auf soziale Gerechtigkeit. Als historische Analogie kann die Frage so gestellt werden: Wird eine reaktionäre Politik im Sinne Ahmet Zogus betrieben, der half Albanien zu teilen und sozial rückständig zu halten. Oder werden zumindest die bürgerlich- demokratisch patriotischen Positionen von Hasan Prishtina bezogen ?

 

 


Dokumentation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia

Hasan Bej Prishtina

Hasan Bej Prishtina (ursprünglich: Hasan Berisha; * 1873 in Vushtrri, Kosovo; † 13. August 1933 in Thessaloniki) war ein albanischer Politiker. Vor dem Ersten Weltkrieg unterstützte er die albanische Unabhängigkeitsbewegung. 1921 war er für kurze Zeit albanischer Ministerpräsident.


Leben

Der aus einer albanischen Familie mit großem Grundbesitz stammende Hasan Berisha studierte in Istanbul Jura. Nach der jungtürkischen Revolution wurde er 1908 in das erste Parlament des Osmanischen Reiches gewählt. Zu dieser Zeit änderte er seinen Nachnamen in Prishtina und führte den Titel Bej. Der neue Name drückte die Verbundenheit mit der Stadt aus, in der er die meisten politischen Anhänger und Freunde hatte.

Als sich während des ersten Balkankrieges abzeichnete, dass das Osmanische Reich seine letzten europäischen Provinzen verlieren würde, beteiligte sich Hasan Prishtina am albanischen Aufstand, dessen Ziel die Gründung eines eigenen Staates war. So sollte die Aufteilung des albanischen Siedlungsgebietes unter den Siegern des Krieges, Serbien, Griechenland und Montenegro verhindert werden. Hasan Prishtina organisierte im Mai 1912 die albanischen Kämpfer im Kosovo, die nun anstatt der türkischen Armee gegen die serbischen und montenegrinischen Truppen kämpften.

Als in Vlora am 28. November 1912 die albanische Unabhängigkeit ausgerufen wurde unterstellte sich Hasan Prishtina mit seiner Gefolgschaft formal der ersten albanischen Regierung von Ismail Qemali, deren tatsächlich Macht allerdings nicht einmal bis 1Elbasan, geschweige denn bis ins Kosovo reichte. 1913 erhielt Hasan Prishtina ein Ministeramt, dass er aber nicht tatsächlich ausüben konnte. Im Laufe dieses Jahres setzten sich die serbischen Truppen endgültig im Kosovo durch und die Provinz wurde durch die Grenzziehung der Großmächte auf der Londoner Botschafterkonferenz an Serbien gegeben.

Hasan Prishtina ging nun nach Albanien und wurde am 17. März 1914 vom Fürsten Wilhelm von Wied als Postminister in die Regierung berufen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschwand der albanische Staat aber sch on wenige Monate später wieder von der Landkarte. Die Zeit des Krieges verbrachte Hasan Bej zum großen Teil in Italien.

Bei Kriegsende, 1918, formierte sich um Hasan Prishtina und Bajram Curri eine Widerstandsbewegung der albanischen Kosvaren, die gegen die wieder ins Kosvo einrückenden Serben kämpften und einen Anschluss der Provinz an Albanien erreichen wollten. Dabei war es an der Jahreswende 1918/19 noch nicht einmal sicher, ob der albanische Staat überhaupt wiedererrichtet werden würde. Auch die Aufteilung auf die mit der Entente verbündeten Nachbarländer Jugoslawien, Italien und Griechenland stand auf der Pariser Friedenskonferenz zur Debatte. Im Oktober 1919 ging Hasan Prishtina mit einer kosovarischen Delegation nach Paris, um bei der Friedenskonferenz für den Anschluss des Kosovo an Albanien zu sprechen. Die kosovarische Delegation durfte aber an keiner offiziellen Sitzung teilnehmen und ihr Anliegen wurde nicht debattiert.

1920 war Hasan Bej Prishtina an der Organisation des Kongresses von Lushnjë beteiligt. Diese Versammlung einflussreicher Albaner einigte sich auf die Wiederherstellung der staatlichen Autorität und die Bildung der ersten im gesamten Land anerkannten Nachkriegsregierung. Die politische Lage in Albanien blieb trotzdem sehr instabil. Es gab keine Parteien, sondern verschiedene Interessengruppen, Clans und Stammesverbände, die um die Macht strittten. Eine dieser Gruppen waren die Kosovaren im Exil, zu diesen gehörte Hasan Prishtina. Im April 1921 wurde er für die Region Dibra (in dieser Grenzregion lebten nun viele Kosovo-Albaner) ins albanische Parlament gewählt. Er befürwortete die Unterstützung der albanischen Aufständischen im Kosovo und war Gegner Ahmet Zogus, der mit Hilfe der jugoslawischen Regierung an die Macht strebte und dafür auf das Kosovo verzichten wollte.

Am 7. Dezember 1921 wurde Hasan Prishtina zum Ministerpräsidenten gewählt. Schon drei Tage später nötigte Zogu ihn zur Aufgabe des Amtes, indem er mit der Auslösung eines neuerlichen Bürgerkrieges drohte. Hasan Bej gab nach, um weiteres Blutvergießen in Albanien zu vermeiden. Um seinen jugoslawischen Verbündeten zu Willen zu sein, entfernte Ahmet Zogu die kosvarischen Parlamentsmitglieder - unter ihnen Hasan Prishtina - 1922 aus dem Parlament in Tirana. Diese Maßnahme war nötig, um den Konflikt mit Jugoslawien einzudämmen. Zogu hatte richtig erkannt, dass die Unterstützung der albanischen Aufständischen im Kosovo nur eine Gegenreaktion Jugoslawien provozieren würde, der Albanien nichts entgegenzusetzen hatte. Ihm war klar, dass der Aufstand gegen die jugoslawischen Truppen ohnehin keine Chance hatte. Im Februar 1923 wurden Hasan Prishtina und seine kosvarischen Anhänger schließlich genötigt, Albanien zu verlassen

Als im Sommer 1924 Fan Noli Ministerpräsident Albaniens geworden war, änderte er die Kosovo-Politik seines Landes erneut. Er unterstützte die Entsendung einer kosovarischen Delegation zum Völkerbund nach Genf, die dort wegen der schweren Menschenrechtsverletzungen der jugoslawischen Armee und Polizei im Kosovo Klage führen sollte. Chef dieser Delegation war Hasan Bej Prishtina. Die Kosovaren konnten jedoch nichts erreichen.

Nachdem Zogu mit Hilfe jugoslawischer Söldner die Macht in Albanien wieder an sich gerissen hatte (im Dezember 1924), musste Hasan Bej Albanien für immer verlassen und natürlich konnte er auch nicht ins Kosovo zurückkehren. Als vermögender Mann erwarb er ein großes Haus in Thessaloniki, wo er fortan im Exil lebte. Am 13. August 1933 wurde er dort von dem Albaner Ibrahim Çelo ermordet. Ungeklärt ist, ob es sich um einen Fall von Blutrache oder um einen politischen Mord im Auftrag Ahmet Zogus handelte. Hasan Bej wurde bei Kukës nahe der Grenze zum Kosovo begraben.


Würdigung

Während Hasan Bej Prishtina den Kosovo-Albanern als bedeutender Nationalheld und Freiheitskämpfer gilt und dieses Bild durch zahlreiche Beiträge in verschiedenen Medien durchaus präsent ist, spielt der Politiker aus dem Kosvo in der historischen Erinnerung Albaniens kaum eine Rolle.