Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
19:09
22.05.2019

Als erster kosovarischer Politiker nahm Albin Kurti ( Bewegung für Selbstbestimmung) VV an der Gedenkveranstaltung zum 21 Jahrestag des Massakers in Srebrenica teil. Kurti legte einen Kranz nieder und wurde herzlich am 11 Juli begrüßt. Dem serbischen Ministerpräsidenten Vucic, wurde die Teilnahme hingegen verweigert. Vucic wurde im letzten Jahr in Srebrenica von wütenden Bürgern und Bürgerinnen angegriffen. Kein Wunder, in Belgrad sitzen Leute an den Schalthebeln der Mach welche in

die Verbrechen des Milosevic Regimes verwickelt waren und die das Massaker in Srebrenica bis heute relativieren. Gleichzeitig ist Belgrad ganz wesentlich in die ethnische Teilung Bosniens mittels der Republik „ SERBSKA“ involviert. Die Belgrader Führung erkennt nach wie vor das Selbstbestimmungsrecht Kosovas nicht an. Es ist gut und nicht schlecht wenn der Chauvinist Vucic in Srebrenica kein Mitleid heucheln durfte. Im Anhang publizieren wir einen Artikel von Ricky Burzlaff aus Leipzig vom vergangenen Jahr. In dem Artikel wird betont welch gespaltenes Verhältnis Teile der deutschen Linken bis heute zu Srebrenica haben.

Dokumentation Srebrenica nicht vergessen Von Ricky Burzlaff

  1. Vor 20 Jahren wurden von der Armee der Republik Srpska (unter Führung von Ratko Mladic) und serbischen Paramilitärs in und um Srebrenica tausende Menschen mit direkter Hilfe der niederländischen UN-Blauhelmsoldaten ermordet. Die systematische Planung und schnelle Durchführung der Massaker innerhalb von nur drei Tagen zeigt, dass es sich - wie bereits vom UN-Kriegsverbrechertribunal und Internationalem Gerichtshof bestätigt - eindeutig um einen Völkermord handelt. Im Juli 1995 marschierten Mladic und seine Armee in eine 1993 errichteten UN-Schutzzone ein und versuchten die Stadt Srebrenica einzunehmen, wobei die UN-Blauhelmsoldaten aus den Niederlanden zunächst untätig zuschauten. Nach Gesprächen zwischen dem Blauhelmkommadanten Thomas Karremans und Ratko Mladic lieferte Karremans aus Angst u.a. um sein eigenes Leben unzählige Menschen aus der Schutzzone den serbischen Massenmördern aus. Trotz des mehrfachen Hilferufes nach Verstärkung aus UNO-Mitgliedsstaaten hatte das Ausland die Lage in Srebrenica völlig ignoriert. Folglich kooperierten die Blauhelmsoldaten mit den serbischen Verbrechern. Unvergessen sind die Bilder, auf denen Kriegsverbrecher Mladic und Karremans sich nach dem Genozid gegenseitig für die "Kooperation" bedankten und zum Abschied Geschenke überreichten. Ein Jahr nach Ruanda ein erneut schwerwiegendes Versagen der internationalen Kräfte. Selektion, Deportation und die anschließende Vernichtung sind immer wieder die gleichen Stufen eines Völkermordes, so auch in Srebrenica.
    Am 11. Juli wurden zur 20-Jahre-Gedenkveranstaltung wieder 136 neu identifizierte Leichen auf der Gedenkstätte in Potocari nahe Srebrenica beigesetzt. Bewegende Reden und Gespräche mit Angehörigen der Opfer sowie FriedensaktivistInnen aus ganz Europa prägten unsere Besuche in diesem wie auch in den letzten Jahren in Bosnien und Herzegowina. Doch was lehrt uns Srebrenica? Der Völkermord 1995 steht genauso wie der Genozid an den Kosovo-Albanern in den 90er Jahren für die fatalen Folgen serbisch-faschistischer Politik seit den 80er Jahren. Sie setzte dabei auf Großmachtfantasien und ethnisch begründeten Terror. Es ist noch heute von Serbien und anderen imperialistischen Kräften unverantwortlich, zur Machtsicherung auf Misstrauen und Hass zwischen den Volksgruppen auf dem Westbalkan zu setzten. Fest steht für uns alle: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus und vereint gegen jeglichen Hass. Die aktuellen Verharmlosungsversuche Russlands und Serbiens tragen nicht zu einer zwingend notwendigen Versöhnung bei. Heute stellen in Europa wieder nationalistische und imperialistische Kräfte Staatsgrenzen in Frage und gefährden damit den Frieden. Gegen jeden Nationalismus und Imperialismus gilt es sich folglich zu wehren. Umso mehr bedauern wir, dass bei der sog. Leipziger “Friedensbewegung” um das Friedenszentrum und bei Teilen der LINKEN Leipzig das äußerst wichtige Thema “20 Jahre Völkermord in Srebrenica” keine Beachtung fand.



Quelle Video Aus Srebrenica lernen

https://www.facebook.com/max.brym1

Bosnia marks 21st anniversary of Srebrenica genocide