Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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24.10.2020
Newsletter der LPV NR. 52 DIESE WOCHE: - Klischees dekonstruieren - Weitere Verhandlungen: 120 Tage, 180... - Biografie von Arben Xheladini. Klischees dekonstruieren: Wir verdienen keine Unabhängigkeit. Wir haben gezeigt, dass wir uns selbst nicht regieren können. Wir sind nicht bereit dafür. Die Albaner in Kosova haben sich niemals selbst regiert. Demnach hatten wir auch nicht die Möglichkeit zu beweisen ob wir es können oder nicht. Bis 1912, wurde Kosova vom Osmanischen Reich regiert. Von da an bis 1999 war die Regierung in den Händen Serbiens und Jugoslawiens. Seit 1999 war die Regierung die UNMIK.

Während dieser Knechtschaftsperioden hatten wir sogenannte lokale Institutionen und Führer. Doch alle waren sie rechenschaftspflichtig gegenüber Istanbul, Belgrad und jetzt der UNMIK, Zu keiner Zeit war das Volk Kosovas souverän in ihrem eigenen Land. Folglich, zu sagen wir könnten uns selbst nicht regieren und wären nicht bereit zu einer solchen Sache, ist nicht nur ein Fehler sondern auch feindselig. Es ist feindselig, da diese Meinung die Kulmination des kolonialen Zynismus gegen das Volk darstellt. Es ist schrecklich, die koloniale Ablehnung gegen dein eigenes Volk, gegen dich selbst, zu verinnerlichen. Serbien erklärte, dass wir wild und unmöglich zu regieren seien. Zu sagen, wir könnten uns nicht regieren, bedeutet man stimmt Serbien zu. Es ist falsch, dem Feind zuzustimmen wenn man sicher ist, dass dieser Tag und Nacht daran arbeitet dich zu versklaven und dein Leben zu zerstören. Der Feind beabsichtigt dies ewig. Beide, der Versklaver und der dem zustimmt, sind die Verantwortlichen. Es ist ein Fehler zu denken, wir könnten uns nicht regieren, ohne es versucht zu haben. Kosova ist in dieser aktuellen Situation gerade weil es sich nicht selbst regiert, sondern von anderen regiert wurde und wird. Die Fehlschläge in Kosova sind ihre, nicht unsere. Also, sind es sie, die nicht regieren können, nicht wir. Sie haben sich als nicht bereit bewiesen, nicht wir. Aber, auch wenn wir uns als nicht bereit bewiesen hätten, so sollten wir trotzdem frei sein, da Freiheit in der modernen Welt nicht leistungsorientiert ist. Es ist ein Recht, dass jeder Person, allein auf Grund seiner Existenz, zusteht. Ein Mensch kann nicht ohne seine Freiheit existieren, es ist die Freiheit, die dem Menschen Raum zur Existenz garantiert. Das selbe gilt für Völker. Während Freiheit, die Möglichkeit zur Existenz ist, ist die dafür mobilisierende Kraft der Wille. Diese zwei Konzepte sind unteilbar, sie arbeiten zusammen und sind voneinander abhängig, da sie sich gegenseitig ausschließen. Das eine abgrenzen bedeutet automatisch auch das andere abgrenzen. Freiheit kann nicht Freiheit sein, wenn der Wille abgegrenzt ist. So wird der Wille, wenn die Freiheit begrenzt ist, zu einem Traum oder einem Wunsch transformiert. Das Volk Kosovas ist nicht frei, da sein politischer Wille nicht anerkannt wird. Sein Wille kann nicht frei fließen, da er begrenzt ist. Die Einschränkung kommt aktuell von der UNMIK, so wie sie früher von Serbien oder Jugoslawien kam. Sie sind es, die es uns nicht ermöglichten, uns selbst so zu entfalten wie wir wollten. Es ist kein Zufall, dass gerade diese Regimes von uns verlangten, und immer noch verlangen, uns zu beweisen. Sie wissen genau, dass wir uns unter den Umständen, die sie selbst kreierten, nicht beweisen können. Warum sollten wir uns denen gegenüber beweisen, die die Freiheit die wir erstreben, als Geisel halten? Wer gibt ihnen das Recht uns zu versklaven? Wer gibt der zukünftigen Internationalen Mission das Recht, uns zu unterdrücken? Es ist unser Land und demnach sollte es von uns regiert werden. Es ist die einzige Regierungsform, die wir noch nicht versucht haben. Wenn wir sie versuchen, können wir uns beweisen. Erst dann können wir uns, und den kommenden Generationen gegenüber beweisen.


Weitere Verhandlungen; 120 Tage, 180 Tage ...

Diese Woche wurde bekanntgegeben, dass die Diskussionen über den Status Kosovas durch weitere Verhandlungen und ohne Frist fortgesetzt werden. Erinnert euch daran wie sie sagten, die Unabhängigkeit würde im Frühling 2006 kommen, dann im Sommer, dann im Herbst, dann zu Silvester, bis 2007 kam sie fast jeden Monat. Nun wird Kosova in neue Verhandlungen treten, was weitere Kompromisse bedeutet. Der Startpunkt dieser Verhandlungen ist nicht die Unabhängigkeit. Es ist der Ahtisaari Plan. Bis dato ging es im gesamten Verwandlungsprozess darum, wie weit sich Serbiens Präsenz in Kosova ausdehnt und institutionalisiert. Serbien hat eine Autonomie für die Serben Kosovas, wirksam durch den Ahtisaari Plan gewonnen. Nun geht es auf dem Tisch nicht mehr um Autonomie der Serben in Kosova, sondern um Autonomie der Albaner in Serbien.


Biografie von Arben Xheladin


Am 10. August werden es 6 Monate seit dem Arben Xheladini und Mon Balaj von der rumänischen Spezialpolizei in Prishtina getötet wurden. Weder die, die getötet haben, noch die, die den Befehl ausgegeben haben, wurden vor Gericht gebracht. In Erinnerung an diese zwei jungen Männer, die ihr Leben in einer Demonstration für das Recht zur Selbstbestimmung gaben, veröffentlichen wir diese Woche die Biografie von Arben Xheladini und nächste Woche die Biografie von Mon Balaj. "Arben Xheladini wurde am 1. September 1972 in dem Dorf Tërnoc in der Gemeinde Bujanoc, geboren. Er wurde in eine Familie mit patriotischer Tradition geboren. Arbens Eltern waren beide Lehrer. Arbens Vater, Shaban, wurde im patriotischen Sinne erzogen und gebildet. Seit seiner Kindheit wurde er mit Problemen, herbeigeführt durch die Unterdrücker, konfrontiert: sein Vater (Sadri) wurde von den bulgarischen Unterdrückern 1944 eingezogen. Nach dem Krieg hatte Shaban die Möglichkeit der Junge zu sein, der Essen an die Kaçaks auslieferte. Die Kaçaks fanden Zuflucht in Großvaters, Xheladin's, Haus. Als Resultat, wurde die Familie Xheladini aus Tërnoc zur Zielscheibe von UDB (Serbischer Geheimdienst). Shabans Großvater wurde verhaftet und ernsthaft gefoltert. Nach einem Jahr wurde er physisch zerstört und mit allen gebrochenen Zähnen freigelassen. Der Terror setzte sich fort. Das Ziel war es seine Familie in die Türkei zu vertreiben. Shabans Großvater und Onkel wurden vertrieben, da sie keine andere Möglichkeit hatten. Dies machte Shaban zu einem der bedeutendsten Mitkämpfer und Arbeiter gegen Vertreibung und zur Bildung jüngerer Generationen. Er beendete die Schulbildung an der Normalen Schule in Prishtina. Der patriotische Geist der jugendlichen Albaner dort, stärkten ihn für den Weg und die Arbeit, die in seinem Geburtsort auf ihn warteten. Die Vertreibung stoppen und das Licht der Bildung zu verbreiten, dies waren die Verpflichtungen, die Shaban Xheladinis Leben auszeichneten. Und er hielt nicht an. Er hielt auch nach 1960 nicht an, als Feindfaktor der Albanien in dieses Land bringen wollte . Zusammen mit Arbens Mutter, Resmie, Tochter von Muharrem Kadriu (ein Aktivist und Mitglied des antifaschistischen Nationalen Befreiungskrieges) setzten sie fort, neue Generationen zu lehren und im patriotischen Sinne, wie sie es von ihren Vorfahren eingepflanzt bekommen hatten, zu bilden. Und genau am 1. Schultag 1972 wurde diesen zwei Lehrern Arben geboren. Nach fünf Jahren setzten sie die Wellen des Lebens in Prishtina ab, wo sie neue Demonstrationen und Konfrontationen gegen den Unterdrücker sehen sollten. Die Jahre vergingen und Arben wuchs heran. Ebenso sollte sich die Revolte der Menschen gegen den Unterdrücker entwickeln. Der Frühling des Jahres 1981 fand Arben als Schüler, der in die Fußstapfen seines Vaters, der Essen an die Kaçaks auslieferte, treten sollte. Arben, 9 Jahre alt, nahm Essen von Zuhause, Wasser und Steine, und schlich sich zum Studentenzentrum um sie an die Demonstrierenden an den Barrikaden zu bringen. "Die Deutschen sind gekommen und wollen unsere Studenten töten, ich brachte ihnen Brot, Wasser und Steine" erzählte er seiner Mutter. Er beendetet die Grundschule 1987 in Prishtina und die Technische Mittlere Schule 1991. Diese Jahre kochten über von Demonstrationen in Prishtina. Bei jeder Welle war auch Arben anwesend. Diese Demonstrationen machten ihn reifer und stärker. '80, 89, 90, 91, 97, und 98 waren die Jahre, die Arben stärkten, die ihn tapfer und stolz machten. Die Jahre nach dem Krieg brachten Arben neue Verantwortungen: Eltern, Schwestern und später seine Frau Arlinda und sein kleiner Sohn Olti. Mit ihnen sein und ihnen jegliche Anstrengung widmen. Diese Jahre brachten aber auch ein Gefühl von Verantwortung für eine glückliche und sichere Zukunft für seinen Sohn Olti. Am 10. Februar ging er, wie immer, auf die Strasse um zu demonstrieren und NEIN zum Ahtisaari Plan, der die Zukunft der Kinder von Kosova und Olti gefährdet, zu sagen. Um den Willen seines Volkes für Freiheit zu verteidigen. Er starb zusammen mit einem Jungen aus Besiana, Mon Balaj, und ein neues Kapitel wurde im Kampf für Freiheit aufgeschlagen. Der Kampf wird fortgesetzt, dort wo andere, Freunde, Väter, Großväter und Vorfahren ihn stehengelassen haben, bis das Böse endgültig entwurzelt und Albaner in ihrem Land, zusammen mit Olti, die Freiheit genießen können. Ehre den Gefallenen!