Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
15:35
21.03.2019
Die Nominierung von Joachim Rücker zum Boss der UNMIK kommentierte eine albanische Tageszeitung im August mit folgenden Worten: „ Der Herr der Finsternis wird UNMIK Leiter“. Herr Rücker war vor seiner Bestellung zum UNMIK Protektoratsleiter, verantwortlich für das „vierte Büro der UNMIK“, zuständig für die Privatisierung und Wirtschaft, sowie maßgeblicher Leiter der KTA ( Kosova-Treuhandagentur). Zu der Bezeichnung „ Herr der Finsternis“ kam Rücker wegen der Arbeit des Stromgiganten KEK, deren Management von der UNMIK gestellt wird.

In Kosova ist die Stromerzeugung absolut katastrophal, die Bürger verfügen nur Stundenweise über Strom, dennoch erhalten sie Stromrechnungen welche mit den Strompreisen in Deutschland absolut vergleichbar sind. Auf den Seiten des deutschen Außenministeriums wird jedoch die Arbeit von „Jogi“ Rücker in Kosova als vorbildlich dargestellt. Der weilen rebellieren die Arbeiter der KEK gegen das internationale Management und werfen ihm Versagen und Korruption vor.


Wieviel verdienen die Manager der KEK ?


Die Gewerkschaft der Energiearbeiter SPE, legte vergangene Woche eine Untersuchung des Einkommens der Manager der KEK vor. Nach Angaben der Gewerkschaft streichen die 70 KEK Manager pro Monat 1,8 Millionen Euro ein. Namentlich genannt wurde John Ashley, mit einem Monatssalär von 40.000 Euro und sein enger Mitarbeiter Mc. Goldrick, mit 35.000 Euro pro Monat. Die Gewerkschaft fordert die komplette Entlassung des Spitzenmanagements und eine Untersuchung über Missmanagement und Korruption. In der Tat, vor einigen Jahren landeten zwei deutsche KEK Manager vor Gericht in Bochum, weil sie Strom an bestimmte Länder des Balkans verscheuerten und 2. Millionen Dollar auf Konten -von ihnen- in Malta auftauchten. Die Stromversorgung in Kosova wird nicht besser sondern schlechter und die Preise steigen weiter. Die „Kosova Treuhandagentur“ gibt der KEK keine wirtschaftliche Perspektive. Gegenwärtig wird ein Investor gesucht, dem Kapital wird der Bau eines neuen Energiewerkes empfohlen, mit billigen Arbeitskräften und enormer Kohlebasis. In der Zwischenzeit plündern von der UNMIK eingesetzte Manager die KEK aus und lassen die Produktion verkommen. Bezahlt werden diese Herrschaften im übrigen auf Befehl der UNMIK aus dem „Haushalt Kosovas“. Der zuständige Minister Ceku, weiß nach eigenen Angaben allerdings nicht, „wieviel aus den Abgaben an die UNMIK für die Manager der KEK“ verbraten wird.


Die UNMIK will keine Zahlen nennen


Nach den Arbeiterprotesten erklärte die Sprecherin der KEK, Donika Kada, am 22. September: „ Wir sind bereit die Gehälter der Arbeiter und Angestellten der KEK zu publizieren, aber nicht die Gehälter des Managements.“ Die Büroleiterin des vierten Büros der UNMIK, die Deutsche Mechthild Henneke unterstützte diese Position. Angeblich gibt es keine gesetzliche Grundlage für die Publikation des Einkommens der Manger. Dies kann und sollte die Wut der Arbeiter der KEK und der Bevölkerung nur steigern. Während die Arbeiter im Schnitt zwischen 135 und 200 Euro pro Monat verdienen, kassiert das Management ab und läßt die Bevölkerung ohne Strom.


Konsequenzen


Praktisch fordern die Beschäftigten die Arbeiterkontrolle der Produktion. Diese ist auch nötig, denn das Management muß wie die katastrophale Energielage im Land zeigt, von den Beschäftigten kontrolliert werden. Die Manger müssen von den Arbeitern gewählt und abgewählt werden können. Nur durch die Arbeiterdemokratie ist es möglich, wirtschaftliches Banditentum auf der Basis der privaten Bereicherung zu unterbinden. Die Entwicklung der Stromproduktion in Kosova hat hinlänglich bewiesen, dass es die Arbeiter und Arbeiterinnen es auf jeden Fall besser können, als eine von OBEN eingesetzte prokapitalistische UNMIK Bürokratie, die den Stromerzeuger KEK nur noch abwickeln will. Vorher füllen sich diese Herrschaften allerdings noch die eigene Tasche. Es ist an der Zeit, dass ihnen die Arbeiter und die Bevölkerung kräftig auf die Finger klopfen, letztendlich sollte diese Bande davongejagt werden.