Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:37
24.05.2019
Die albanische Tageszeitung Koha Ditore gab ihrem Leitartikel vom 9. September die Zwischenüberschrift: „ Die Verhandlungen in Wien brachten keine Resultate“. Damit wurde der Nagel nur bedingt auf den Kopf getroffen. Die serbische Delegation trat hart und aggressiv auf . Der Wiener Standard bemerkte dazu: „In der zentralen Frage des künftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo beharrt Pristina auf der Unabhängigkeit; Belgrad lehnt dies ab und will eine weit reichende Autonomie innerhalb Serbiens gewähren.

Aleksandar Simic, Berater des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica, erklärte, dass die Gespräche über Minderheitenrechte beinahe abgesagt worden wären, weil die kosovo-albanische Delegation ein Dokument mit dem Titel -Gesamtvision der Rechte der Gemeinschaften im unabhängigen Staat Kosovo- präsentiert habe. Nach dieser "Provokation" habe die Belgrader Delegation den Vertretern Pristinas die Verfassung in einem symbolischen Akt der Republik Serbien überreicht. Die Provinz ist und bleibt Teil Serbiens, betonte Simic und fügte hinzu, dass das serbische Volk im Kosovo ein -konstitutives Volk- sei. Über eine andere Stellung des serbischen Volkes im Kosovo wolle man keine Gespräche führen.“


"Leider hat es sehr wenige Fortschritte gegeben",

erklärte Veton Surroi, Mitglied der kosova-albanischen Delegation und Vorsitzender der oppositionellen Partei Ora. Einzig beim Thema des Schutzes „religiöser und kultureller (serbisch-orthodoxer) Stätten im Kosovo habe es Annäherungen gegeben“, sagte Surroi. Das Mitglied der albanischen Delegation Yiber Hysa, erkannte nur minimale „Fortschritte“ bei den Gesprächen. In der Tat, geht es momentan um die Implementierung der sogenannten Dezentralisierung. Dem „Dezentralisierungsplan“ hat die albanische Delegation bereits in der Vergangenheit faktisch zugestimmt. Auf dem Territorium Kosovas soll nach dem Willen bestimmter imperialer Mächte, eine serbische parallele Staatlichkeit entstehen, die 25% des Landes beansprucht. Dieses Vorhaben hat die albanische Delegation de facto abgenickt, auch das kommendem EU-Protektorat in Kosova wurde durch gewunken. Bestritten wird nur der offene Machtanspruch Serbiens über Kosova und es wird noch um die Gesamtzahl der völkisch zementierten serbischen Gemeinden in Kosova gefeilscht. Zu letzterem erklärte der österreichische UN- Verhandlungsführer Albert Rohan am Freitag in Wien: "Wir haben keinen großen Schritt vorwärts gemacht." Die Gespräche auf dem Rücken Kosovas sollen am 15. September fortgesetzt werden.

 

Quellen: Standard 9.9.06 Koha Ditore 9.9.06