Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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22.07.2018
Im Jahr 1994 wurde der Sozialdemokrat Martti Oiva Ahtisaari zum Präsidenten Finnlands gewählt. Dieses Amt hatte Herr Ahtisaari, bis ins Jahr 2000 inne. Gegenwärtig bekleidet Ahtisaari, den Posten des UN-Chefunterhändlers, anläßlich der „Kosovo Statusverhandlungen“. Ständig spricht der finnländische Politiker von einem „ Kompromiß“ für die Region“. Selbstverständlich schließt der „ Kompromiß“ die Unabhängigkeit Kosovas aus.

Die imperialen Mächte machen dem serbischen Chauvinismus ein Zugeständnis nach dem anderen, Kosova soll unter der Kampfparole „ Dezentralisierung“ ethnisch geteilt werden und ein neues koloniales Dach unter dem Kommando der EU erhalten. Der Finne Ahtisaari wirkt als Vollzugsbeamter, dessen Aufgabe es ist, dass nationale Selbstbestimmungsrecht Kosovas zu unterdrücken. Das finnische Volk hingegen konnte im Januar 1918 sein Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen. Vorher lebte das finnische Volk unter dem Stiefel des großrussischen Zarismus. Unmittelbar nach der Oktoberrevolution in Russland wurde den Völkern das nationale Selbstbestimmungsrecht gewährt. Der Russe Lenin sprach mit der finnischen Delegation genau fünf Minuten, unmittelbar danach wurde der Wunsch Finnlands nach nationaler Souveränität vollständig akzeptiert. Herr Ahtisaari ignoriert die Geschichte des finnischen Unabhängigkeitskampfes komplett. Im Gegensatz zu Finnland im Jahr 1918 wird Kosova nur die leere Formel der „ beschränkten“ oder bedingten Unabhängigkeit“ präsentiert. Anbei eine Dokumentation zum Unabhängigkeitskampf des finnischen Volkes, dessen Lehren Martti Oiva Ahtisaari für Kosova vollständig ignoriert.

Dokumentation

Russisches Großfürstentum (1809–1917)

Bereits von 1788 bis 1790 hatte es zwischen Schweden und Russland einen Krieg gegeben. Im Frieden Frieden von Werelä wurden jedoch die alten Grenzen festgeschrieben, sodass sich am Status quo nichts änderte. In diesem Krieg bildete sich der Anjalabund, eine Vereinigung von Offizieren, die mit dem schwedischen König Gustav III.Russisch-Schwedische Krieg 1808–1809 führte schließlich dazu, dass Schweden im Vertrag von Fredrikshamn am 17. September 1809 Finnland an Russland abtreten musste. Am 29. März 1809 bestätigte Zar Alexander I. als Großfürst von Finnland in Borgå die Verfassung des Landes. Von den Ständen wurde daraufhin der Huldigungseid abgelegt. Auf Betreiben seines in Finnland geborenen Beraters Gustaf Mauritz Armfelt wiedervereinigte Alexander I. 1812 Altfinnland mit dem Großfürstentum. Finnland war bis 1917 autonomes Großfürstentum im Russischen Reich mit dem russischen Zaren als Großfürst. unzufrieden waren. Der Bund wurde jedoch unterdrückt. Der

Finnische Truppen kämpften auch bei der Völkerschlacht von Leipzig gegen Napoleon.

Der Reichstag wurde in den 1860er Jahren reaktiviert, als Russland eine autonome Gesetzgebung in innenpolitischen Dingen erlaubte. Im 19. Jahrhundert begann auch eine langsame Industrialisierung, zunächst in der Forstwirtschaft und im Maschinenbau, die den Grundstein für Finnlands heutigen wirtschaftlichen Erfolg legte. Trotzdem blieb allerdings ein großer Teil der Bevölkerung bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Landwirtschaft beschäftigt.

In Åbo wurde nun unter Mitwirkung der Stände ein Regierungsrat aufgestellt, der ab 1816 „Kaiserlicher Senat für Finnland“ genannt wurde. Die höchste administrative Gewalt lag beim Generalgouverneur, der für die Einhaltung der Gesetze zu sorgen hatte. 1819 wurde dann Helsingfors (finnisch Helsinki) Hauptstadt. Nachdem 1827 ein verheerender Brand die Stadt Åbo weitgehend zerstört hatte, zog auch die Universität nach Helsingfors, das nun der geistige Mittelpunkt des Landes wurde.

Unter der Regierung des Zaren Nikolaus (18251855) wurden die Stände, deren Einberufung nach der alten Konstitution von 1789 vom Willen des Herrschers abhing, nicht zum Landtag berufen. 1850 wurde auch ein Verbot erlassen, in finnischer Sprache andere als religiöse und wirtschaftliche Bücher zu drucken. Dieses Verbot war jedoch nicht durchzusetzen.

Der Grad der Autonomie änderte sich über die Jahre. Es gab Zeiten der Zensur und politischen Verfolgung, aber die finnische Bevölkerung blieb, anders als in vielen anderen russischen Besitztümern, frei von Leibeigenschaft. Schwedische Gesetze, auch die Verfassung aus dem Jahre 1772 und – mit leichten Veränderungen – die Verwaltungsgliederung von 1634 blieben in Kraft.

Während des Krimkrieges wurden auch die finnischen Küsten von den Engländern angegriffen und verwüstet, unter anderem zerstörte man die Schiffswerften am Bottnischen Meerbusen, die Festung Bomarsund und eroberte die Åland-Inseln.

Nationalismus

Seitdem Finnland im 12. Jahrhundert schwedisch wurde, war Schwedisch auch die in Verwaltung und Erziehung dominierende Sprache, obwohl Finnisch seit einem Wiederaufflammen des finnischen Nationalismus im 19. Jahrhundert wieder die von der Mehrheit des Volkes gesprochene Sprache war.

Die Veröffentlichung des finnischen National-Epos Kalevala (1835), einer Sammlung tradierter Mythen und Legenden, und die Folklore der karelischen Bevölkerung schürten als erste den Nationalismus, der später zur Unabhängigkeit von Russland führte. Das nationale Erwachen der Finnen Mitte des 19. Jahrhunderts war das Ergebnis von Bemühungen der schwedischsprechenden Oberklasse in Finnland, die sich dafür entschieden hatten, finnische Kultur und Sprache zum Zwecke einer Art von Nation Building zu fördern, d. h. es ging darum, ein Gefühl der Einheit zwischen der finnischen Bevölkerung, inklusive der regierenden Elite und dem regierten Volk, zu schaffen.

1892Amtssprache18921892189218921892 wurde Finnisch neben Schwedisch zur 1892189218921892

Russifizierung

Mit Amtsantritt des Kaisers Alexanders III. 1891 begann (nicht nur in Finnland) eine Ära energischer Russifizierung, die zunächst auf eine Entmachtung der staatlichen Institutionen des Großfürstentums abzielte und auf hartnäckigen Widerstand von Finnen und Finnländern stieß. Die Aufrichtung des (nie gestürzten) Denkmals Alexanders II. in Helsinki war damals als Ehrung desjenigen Zaren, der die finnische Verfassung nicht angetastet hatte, ein Zeichen nationalen Protestes.

Im Jahre 1906, als es darum ging, die russisch-finnischen Beziehungen zu verbessern, wurde der alte Vierkammer-Reichstag durch ein Einkammerparlament ersetzt, das durch die gesamte Bevölkerung gewählt wurde, wobei die finnischen Frauen die ersten in Europa waren, die das Stimmrecht erhielten.

Unabhängigkeit und Bürgerkrieg

Nach der Februarrevolution in Russland erhielt Finnland einen neuen Senat, ein Koalitions-Kabinett mit der gleichen Machtstruktur wie das Parlament. Seit der Wahl 1916 hatten die Sozialdemokraten eine knappe Mehrheit, daher wurde der Sozialdemokrat Oskari Tokoi Premierminister. Der neue Senat war grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung Russlands (nach der Februarrevolution 1917) bereit, es konnte aber keine Übereinkunft erzielt werden. Die Sicht der Finnen war, vereinfacht gesagt, dass mit der Entthronung des Zaren die Personalunion mit Russland beendet war. Sie erwarteten, dass die Autorität des Zaren nun an Finnlands Parlament überging, was die provisorische Regierung Russlands nicht akzeptieren konnte. Für die finnischen Sozialdemokraten schien es, als sei die russische Bourgeoisie sowohl ein Hindernis auf Finnlands Weg zur Unabhängigkeit als auch auf dem Weg des Proletariats zur Gerechtigkeit. Die Nicht-Sozialisten in Tokois Senat hatten mehr Vertrauen. Sie und die meisten Nicht-Sozialisten im Parlament wiesen den sozialdemokratischen Gesetzesvorschlag über Parlamentarismus (Power Act) als zu weitreichend und provokativ zurück. Das Gesetz beschränkte Russlands Einfluss auf einheimische finnische Angelegenheiten, rührte aber nicht an der Macht der Russen in Sachen Außen- und Verteidigungspolitik. Für die provisorische russische Regierung war dies viel zu radikal. Da das Parlament seine Autorität überschritten hatte, wurde es aufgelöst.

Die Minderheit in Parlament und Senat war zufrieden. Neuwahlen versprachen die Chance, eine Mehrheit zu erlangen, was – wie sie überzeugt waren – die Chancen auf eine Übereinkunft mit Russland erhöhte. Die Nicht-Sozialisten waren auch deshalb an einer Zusammenarbeit mir Russland interessiert, weil sie fürchteten, dass die Sozialisten ihre Macht ausbauen könnten, was möglicherweise zu radikalen Reformen wie z. B. gleichem Wahlrecht in Kommunalwahlen oder einer Landreform geführt hätte. Die Mehrheit hatte natürlich die genau entgegengesetzte Meinung. Sie akzeptierten das Recht der provisorischen Regierung, das Parlament auflösen zu dürfen, nicht.

Die Sozialdemokraten waren weiter von der Richtigkeit des Power Act überzeugt und waren dagegen, das Dekret, das die Auflösung des Parlaments verfügte, zu veröffentlichen, wohingegen die Nicht-Sozialisten dafür stimmten, es zu veröffentlichen. Die Uneinigkeit über den Power Act führte dazu, dass die Sozialdemokraten den Senat verließen. Als das Parlament nach der Sommerpause im August 1917 wieder zusammentrat, waren nur die Gruppen anwesend, die den Power Act unterstützten. Russische Truppen besetzten die Kammer, das Parlament wurde aufgelöst, und Neuwahlen wurden ausgetragen. Das Ergebnis war eine (kleine) bürgerliche Mehrheit und ein rein Nicht-Sozialistischer Senat. Die Abschaffung des Power Act und die Kooperation der Finnischen Bürgerlichen mit dem unterdrückerischen Russland führte zu großer Bitterkeit unter den Sozialisten und dutzenden von politisch motivierten Terror- und Mordanschlägen.

Erfolgreiche Unabhängigkeit

Die russische Oktoberrevolution im November 1917 stellte die finnische Politik auf den Kopf. Die Nicht-Sozialistische Mehrheit im Parlament fühlte einen großen Drang nach vollständiger Unabhängigkeit, und die Sozialisten sahen Russland mehr und mehr als Vorbild.

Am 6. Dezember 1917, also kurz nach der kommunistischen Revolution in Russland, erklärte Finnland seine Unabhängigkeit. Die Unabhängigkeit wurde von Russlands kommunistischer Regierung am 4. Januar 1918 

anerkannt.