Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:56
27.06.2019
Die internationale Presse berichtet viel über die sogenannten „Statusverhandlungen“ zu Kosova in Wien. In der Berichterstattung wird meist unterschlagen, dass es sich beim Recht auf nationale Selbstbestimmung, um ein Recht handelt. Kein zivilisierter Mensch käme auf die Idee ein Recht als Verhandlungsgegenstand zu betrachten. Wenn es in einer Ehe nicht mehr funktioniert besteht das Recht auf Scheidung. Nur rückständige barbarische Regime verweigern den Menschen von dem Recht auf Ehescheidung Gebrauch zu machen.

Das Recht auf nationale Selbstbestimmung ist ein elementares demokratisches Recht, genauso wie das zivile Scheidungsrecht. Nur Chauvinisten oder grausame Patriarchen argumentieren gegen die beiden Rechte. Der Sachverhalt wird auch dadurch nicht besser, wenn jemand versucht Rechte zu verhandeln. Rechte sind nicht verhandelbar. Es bleibt jedem unbenommen, die Inanspruchnahme des nationalen Selbstbestimmungsrechtes durch eine Nation zu kritisieren, aber als Demokrat hat er es zu akzeptieren. Jede andere Haltung ist chauvinistisch. Es darf auch jede Ehescheidung von Dritten für nicht gut befunden werden. Niemand darf hingegen das Scheidungsrecht als solches in Frage stellen. Die Statusverhandlungen in Wien stellen allein schon dadurch, dass sie stattfinden, das Recht auf nationale Selbstbestimmung in Frage. Große imperiale Staaten und der serbische Staat erklären im Eigeninteresse das Recht auf Selbstbestimmung zum Verhandlungsgegenstand. Der serbische Staat macht jedoch bei den „Verhandlungen“ hinlänglich klar, dass er seine nationalistischen Ansprüche gegenüber Kosova aufrecht erhält. Ebenso wird das Selbstbestimmungsrecht der Menschen in Kosova von großen imperialen Staaten ignoriert. Dieses Anliegen wird hinter der Maskerade „ Verhandlungen“ und „Kompromiß“ verborgen. Die Balkankontaktgruppe und die UN beugen in Wahrheit internationales Recht,indem sie den Menschen in Kosova höchstens „ beschränkte Souveränität“ nach Abschluß der „Verhandlungen“ zugestehen möchten. Es stellt sich die dringliche Frage wer gibt eigentlich irgendwelchen Staaten das Recht,tatsächliche Rechte zu verhandeln? Nochmals, entweder es gibt Rechte oder es gibt sie nicht. Das Recht auf nationale Selbstbestimmung existiert, genauso wie das Scheidungsrecht. Beide Rechte sind nicht verhandelbar.