Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
16:59
18.07.2019

Fatmir Sejdiu soll nach dem Willen der UNMIK künftiger Präsident von Kosova werden. Das langjährige Leitungsmitglied der LDK, Sejdiu, entspricht offenbar den Bedürfnissen der UNMIK Kolonialverwaltung in Kosova. Dafür spricht, wie der Name Sejdiu ins Spiel gebracht wurde. Lange bevor die LDK sich auf einen Nachfolger für Ibrahim Rugova verständigte gratulierten Herr Solana, Herr Philipp Goldberg (US-Büroleiter in Prishtina) und andere Sejdiu zur Nominierung. Einige LDK Präsidiumsmitglieder beichteten der Zeitung Lajm am 3. Februar, dass UNMIK Protektoratsleiter Petersen auf Sejdiu, als Kandidaten bestand. Der eigentliche Favorit innerhalb der LDK, Parlamentspräsident Nexhat Daci, wurde in der internationalen Presse als „egozentrisch und unberechenbar“ abgewatscht.

Die Nominierung von Sejdiu, zeigt ausgezeichnet wie direkt kolonialistische Fremdherrschaft in Kosova existiert. Der kreuzbraven LDK wird ihr Kandidat von der Kolonialbehörde aufs Auge gedrückt. Dabei scheren sich die Kolonialmächte einen Dreck um die Regeln der formalen bürgerlichen Demokratie. Ich plädiere keinesfalls für den nepotistisch veranlagten Nexhat Daci, aber Herr Daci scheint der Kolonialmacht zu eigenständig zu sein. Sie brauchen in Kosova eine direkte Marionette, diese Marionette hat den Namen Fatmir Sejdiu. Dennoch ist die Frage, wer Präsident in Kosova wird, noch nicht endgültig entschieden. Es werden immer noch Namen wie Veton Surroi oder Hashim Thaci gehandelt. All diese Personen eignen sich nicht für das Amt des Präsidenten.  

Adem Demaci wäre ein sinnvoller Kandidat

Das Volk in Kosova braucht eine Person an der Spitze, die geistig beweglich und unabhängig von der Kolonialbehörde agiert. Der Präsident Kosovas müsste jeder imperialen Macht entgegenstehen, welche die Unabhängigkeit Kosovas zu verhindern gedenkt. Ein wahrer Präsident würde jegliche Verhandlung mit Serbien über die staatliche Zukunft Kosovas ablehnen. Er müßte den Mut haben nur die Interessen der Menschen in Kosova zu vertreten. Gleichzeitig muß dieser Mensch den Ehrgeiz und den Willen haben, den nationalen Hader zu beenden. Er sollte Internationalist und Patriot zugleich sein. Eine solche Person gibt es in Kosova, der Name des Mannes lautet Adem Demaci.

Demaci hat eine ruhmreiche Vergangenheit, er war insgesamt 28 Jahre im alten Jugoslawien inhaftiert. Demaci attackierte einst das alte titoistische Jugoslawien von links her, auf antifaschistischer Grundlage. In den neunziger Jahren war Adem Demaci der politische Hauptrivale von Ibrahim Rugova. Demaci unterstützte als politischer Sprecher die UCK, er lehnte aber die Unterschrift unter den Vertrag vom März 1999 mit den NATO Mächten ab. Er ging davon aus, dass es den imperialen Mächten nicht um die Befreiung Kosovas ginge, sondern nur um eine „ Befriedung des Gebietes“. Demaci trat im März 1999 von seinem Posten als Sprecher der UCK zurück. Früh attackierte Demaci die kolonialistischen Methoden der UNMIK in Kosova.

Der jetzige Präsident des Schriftstellerverbandes, Demaci, trat aber auch gegen engstirnige albanische Nationalisten auf. Er engagierte sich in den letzten Jahren besonders für die Rechte der Minderheiten in Kosova. Legendär sind seine Auftritte auf dem jährlich stattfindenden internationalen Roma-Tag in Kosova. Gleichzeitig tritt er gegen die ethnische Teilung Kosovas, die unter dem Stichwort „Dezentralisierung“ daherkommt auf. Demaci tritt bedingungslos für die Unabhängigkeit Kosovas ein. Es ist kein Zufall wenn NIEMAND aus der imperialen Welt auf den renommierten Namen Demaci kam. Demaci ist ein intellektueller eigenständiger Kopf, mit internationalem Renommee. Dieser Charakter eignet sich nicht für imperiale Manöver, deshalb setzt die UNMIK auf den „braven" Sejdiu. Die Albaner hingegen sollten auf Demaci setzen, dieser Mensch ist nicht korrupt und würde sie nicht verraten.