Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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23.03.2019

Die arabische Nachrichtenagentur Maha Akeel, Arab News, meldete am 20. August 2006: „Gestern fand in Riad, in Saudi Arabien eine Sitzung statt auf der sich Vertreter der -Handelskammer Kosovas-mit einer Gruppe saudischer Geschäftsleute und Vertretern der -Jeddah-Industrie und Handelskammer- trafen.“ Dabei schwadronierte die kosovarische Delegation über die „positiven Möglichkeiten der Geldanlage in Kosova“. Es wurde erklärt, dass Kosova „jetzt für private Investitionen geöffnet sei“ und „ Investoren aus moslemischen Ländern bevorzuge“.

Der kleine und exklusive Kreis von arabischen Kapitalisten soll den Ausführungen mit Interesse gelauscht haben. Mit besonderem Interesse wurde vernommen, dass in Kosova bis auf die Gleisanlagen, die Postdienstleistungen, sowie das Fernsehen alle „kommerziell verwertbaren Sektoren privatisiert werden“. Der albanische Übersetzer erklärte im Namen von Safet Gerxhaliu vom -Büro für internationale ökonomische Angelegenheiten-: „Die Preise sind sehr attraktiv. Es gibt bereits westliche Investoren, aber wir möchten moslemische Investoren haben.“ Besonders ans Herz gelegt wurde den Vertretern der saudischen Bourgeoisie, die „ Nähe zu Europa, die niedrigen Löhne und die geringe Steuerlast in Kosova“. Bei den Gesprächen war von „Krediten der Weltbank“ und der „Risikoabsicherung durch andere internationale Banken“ die Rede. Zudem sollte den Gesprächspartnern aus Saudi-Arabien vermittelt werden welche Bedeutung für sie der Standort Kosova haben könnte. Der Übersetzer Mustafa Lutolli, sagte: „Sie befinden sich mit ihrer Investition im Euro-Raum und können über Kosova, leichter als von hier aus zb. direkt mit dem deutschen Markt in Kontakt kommen.“ Die Gesprächsteilnehmer gingen davon aus, dass auch weiterhin eine internationale Verwaltung „die Sicherheit von Investitionen in Kosova garantiere“. Die kosovarische Delegation berichtete von einer Handelsmesse in Prishtina, auf der allen potentiellen Investoren breiter Raum zur Selbstdarstellung geboten wurde. Vereinbart wurde, dass es demnächst eine Ausstellung und ein Seminar in Saudi-Arabien zu den Geschäftsmöglichkeiten in Kosova geben wird.

Geschäfte gegen die Interessen Kosovas

Das Treffen der Vertreter von albanischen „Möchtegern-Komperadoren“ mit den feudal-kapitalistischen Scheichs belegt hinlänglich, dass es dabei um alles andere ging als um die sozialen und nationalen Interessen des Volkes in Kosova. Es ging um Profit und die Erschließung von Ausbeutungsmöglichkeiten. Wenn der miese Lohn und die geringe Steuerlast als Lockmittel benützt wird, heißt das übersetzt, dass sich am sozialen Elend in Kosova nichts ändern soll. Verscheuern will man den nationalen Reichtum Kosovas an alle möglichen Kapitalisten. Dem Volk soll nichts mehr in nationaler Hand belassen werden, dadurch kann die Massenarmut in Kosova nicht bekämpft werden. Die Arbeitskraft wird günstigst feilgeboten, um den Heißhunger nach Profit partiell nach Kosova zu locken. Die -Handelskammer Kosovas- hat nichts mit den sozialen und nationalen Interessen der einfachen Menschen in Kosova zu tun. Diese Leute sind Agenten der „UNMIK-Privatisierer“, sie entfalten nur den Ehrgeiz zur „Mafia-Bourgeoisie“ zu mutieren. Dies alles auch auf Kosten der nationalen Unabhängigkeit Kosovas. Denn ein unabhängiges Kosova mit einem starken sozialem Netz und der Möglichkeit über den nationalen Reichtum zu verfügen, steht nicht auf der Agenda des globalisierten Spätkapitalismus.