Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
08:32
19.09.2020
Der deutsche Diplomat Joachim Rücker wird der kommende Protektoratsleiter in Kosova sein. Nach dem Rückzug des dänischen Politikers Jessen-Petersen, vom Posten des Leiters der UNMIK-Mission deutet alles auf den ehemaligen Bürgermeister von Sindelfingen, Joachim Rücker als Nachfolger hin. Joachim Rücker arbeitete im Dienst des „Auswärtigen Amtes“ in Deutschland bevor er nach Kosova delegiert wurde.

Die Berliner Konferenz 1878 verweigerte den Albanern unter der Regie des „eisernen Kanzlers“ Bismarck, erstmals auf der diplomatischen Bühne das Selbstbestimmungsrecht. Fürst Bismarck erklärte zu den Anliegen der albanischen „Liga von Prizren“: „ Ich kenne keine Albaner“. Das offizielle Europa ignorierte im gesamten letzten Jahrhundert das Selbstbestimmungsrecht Kosovas. Ausnahmen bildeten in jener Zeit nur humanistisch oder marxistisch orientierte Kräfte. Stellvertretend für andere seien hier der österreichische Jude und Sozialist Leo Freundlich, der serbische Sozialistenführer Tucovic, sowie der russische Revolutionär Leo Trotzki genannt.

Streitgespräch in der „Jungen Welt „über Kosova, die LPV ,die WASG Berlin und die Politik der SAV.

Am 18. Mai dieses Jahres publizierte der Redakteur der „Jungen Welt“ Jürgen Elsässer einen diffamierenden Artikel gegen Kosova-Aktuell . Besonders griff Herr Elsässer den Herausgeber von Kosova-Aktuell Max Brym an. Anlaß war ein Artikel auf Kosova-Aktuell indem zur Wahl der Berliner WASG im September 2006 aufgerufen wurde. In der Begründung wurde aufgeführt, dass nur die Berliner WASG konsequent gegen rassistische Politik und Abschiebungen im Bundesland Berlin steht. Herr Elsässer ein bekennender -Milosevic Anhänger- mit starken Sympathien für die rechtsextreme „Serbische Radikale Partei“, nahm dies als Anlaß um in einem Amalgam Max Brym, Kosova Aktuell und die SAV wüst zu attackieren.

Die sogenannten Verhandlungen in Wien -zu Kosova- werden von der internationalen Presse als Kompromissplan bewertet. Es gibt kaum Stimmen, die das bedingungslose Recht Kosovas auf Unabhängigkeit einklagen. Sinn und Zweck der Veranstaltung in Wien ist tatsächlich, die Negierung des Selbstbestimmungsrechtes der Menschen in Kosova.

Kommentar und Dokumentation

Ich stimme dem Kommentar von Dr. Agim Popa zu, dass alle Demokraten das Recht Kosovas auf offizielle Trennung von Serbien und Unabhängigkeit zu respektieren haben und dass das Recht auf die Unabhängigkeit ebenso wenig verhandelbar ist wie das Recht auf Scheidung. Hinzufügen möchte ich, genau wie das Recht auf Trennung von einem Täter oder einer Täterin, egal, in welcher Beziehung die (der) Betroffene zu ihm oder ihr stand.

Die internationale Presse berichtet viel über die sogenannten „Statusverhandlungen“ zu Kosova in Wien. In der Berichterstattung wird meist unterschlagen, dass es sich beim Recht auf nationale Selbstbestimmung, um ein Recht handelt. Kein zivilisierter Mensch käme auf die Idee ein Recht als Verhandlungsgegenstand zu betrachten. Wenn es in einer Ehe nicht mehr funktioniert besteht das Recht auf Scheidung. Nur rückständige barbarische Regime verweigern den Menschen von dem Recht auf Ehescheidung Gebrauch zu machen.

Am Dienstag den 8. August hielt die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ ( LPV) im Handelszentrum von Drenas eine öffentliche Veranstaltung ab. In der gut besuchten Versammlung sprach zunächst der populäre Leiter der LPV Albin Kurti. Scharf wandte sich Kurti, gegen den großserbischen Plan unter dem Schlagwort „ Dezentralisierung“ Kosova ethnisch zu teilen. Kurti unterstellte der serbischen Politik in „ Kosova eigene Zonen zu schaffen“, dabei verwies er besonders auf die Ansprüche der serbischen orthodoxen Kirche.