Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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19.03.2019

Emin Gjinovci aus Mitrovica sieht aus wie Adolf Hitler. Er hat mittlerweile den Bekanntheitsgrad eines Filmstars erreicht. Herr Gjinovci genießt es „Hitleri“ genannt zu werden. Dabei schert es ihn offenbar einen Dreck, in der Maskerade des größten Verbrechers der Geschichte herumzustolzieren. Im Gegenteil, Emin Gjinovci hat aus seiner physischen Ähnlichkeit mit Hitler eine erträgliche Einkommensquelle für sich erschlossen. Er läßt sich zusammen mit anderen Personen für mindestens 40 Euro fotografieren.

 

Am Montag den 24. Juli 2006 soll in Wien ein Spitzentreffen zwischen serbischen und albanischen Politikern unter dem Dach der UN stattfinden. Dagegen mobilisiert die LPV, die LPK, die LKCK, Verbände von Invaliden des Krieges, Studenten, einzelne Parlamentsabgeordnete, Veteranen der UCK und die Organisation „Stimme der Mütter“. Die Demonstration beginnt am Montag den 24.07.06 um 12 Uhr gegenüber des Sitzes der „Regierung“ in Prishtina. In dem Aufruf zur Demonstration ist zu lesen: „ Es gibt keinen Grund mit Serbien irgendetwas zu verhandeln“ und weiter, „unser Volk braucht Unabhängigkeit, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, eine Existenz in Würde“.

Eine unübersehbare Menschenmenge versammelte sich am Montag den 24. Juli ab 12 Uhr Mittags vor dem Sitz der „Regierung Kosovas“ in Prishtina, um gegen die Verhandlungen in Wien zu protestieren. Grundtenor war: Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sind kein Verhandlungsgegenstand. Auf einer Kundgebung sprachen die Vertreter verschiedener Organisationen. Im Anhang dokumentieren wir eine Rede von Emrusch Xhemajli Vorsitzender der LPK. Die sogenannten Verhandlungen in Wien fanden in der deutschsprachigen Presse viel Aufmerksamkeit. Neben der Presseschau erreichte uns noch ein kurzer Gaskommentar von Cornelia Maier zu dem „Verwandlungsprozess.“

Am 28. Juni weilte der serbische Ministerpräsident in Kosova. Die UNMIK hatte diese zielgerichtete Provokation des serbischen Chauvinismus ermöglicht. Kostunica erklärte während seines Besuches „Kosova zum unveräu0erlichen Bestandteil Serbiens“. Vertreter der „Serbisch-Orthodoxen Kirche“ artikulierten ähnliches. Kostunica hat das Datum 28. Juni bewußt gewählt. An diesem Tag wird der Schlacht auf dem „Amselfeld“ 1389 in Serbien gedacht. Im Jahr 1989 hielt Milosevic seine berüchtigte Rede in Kosova, in der er „neue Kriege“ ankündigte. Der provokatorische Besuch von Kostunica wurde nicht nur von der UNMIK ermöglicht, sondern die Kolonialpolizei prügelte am Grenzübergang den Weg für die serbische Delegation frei.

Mit einigen Tagen Verspätung berichtete die deutschsprachige Presse über die Provokation des serbischen Ministerpräsidenten in Kosova. Kostunica wird mit den Worten zitiert: „Kosova bleibt ein Bestandteil Serbiens“. Berichtet wird über den Versuch sogenannte Schutzzonen für Einrichtungen der „Serbisch-Orthodoxen Kirche“ in Kosova zu schaffen. Verschwiegen wird, dass die „Serbisch-Orthodoxe Kirche“ versucht zum Großgrundbesitzer in Kosova zu werden.

Sehr geehrte Damen und Herren, mit Interesse verfolge ich die Arbeit von Kosova-Aktuell. Meine Sympatie gehört Ihnen, besonders in der Auseinandersetzung mit der serbischen Chauvinistin Miroslava Beham. Auf ihren Seiten berichten Sie häufig über die sogenannten Verhandlungen in Wien. Tatsache ist, dass das Schicksal von Kosova immer noch in der Hand fremder Kolonialmächte ist. Die LKCK der ich angehöre warnte stets vor dem Bündnis mit Mächten, die selbst imperiale Interessen verfolgen.

Kosova wird im Gegensatz zum internationalem Völkerrecht bis dato das Recht auf nationale Selbstbestimmung vorenthalten. Die „Verhandlungen“ in Wien sind mit den demokratischen Prinzipien in der nationalen Frage nicht vereinbar. Fremde imperiale Interessen versuchen den Menschen in Kosova ihr Schicksal vorzugeben. Dagegen wehren sich immer mehr Menschen in der Region. Zum „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ anbei eine aktuelle und historische Dokumentation.