Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
13:15
24.06.2019
Dokumentation 15.03.Bei einer schweren Explosionsserie in einem Waffenlager der albanischen Armee sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen und viele weitere zum Teil schwer verletzt worden. Regierungschef Sali Berisha sprach von einer "beträchtlichen" Zahl an Toten. Zuvor hatte Gesundheitsminister Nard Ndoka erklärt, es seien mindestens 155 Menschen verletzt worden. Über eine Stunde lang wurde das Waffendepot immer wieder von Detonationen erschüttert, die bis ins Nachbarland Mazedonien zu hören waren und am nahen Flughafen von Tirana sämtliche Fensterscheiben bersten

 ließen.

Rauchsäule über Militärlager  Gent Shullaku

Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Zivilisten. Die genaue Unglücksursache war zunächst unklar. Berisha sagte nach einem Besuch im Militärkrankenhaus von Tirana, Spezialeinheiten in gepanzerten Fahrzeugen versuchten, an den Explosionsort zu gelangen. Sie wollten dort weiteren Opfern zu Hilfe kommen. Die Lage sei "sehr ernst und sehr alarmierend". Armeehubschrauber seien im Einsatz, Nachbarortschaften würden evakuiert.

Viele Frauen und Kinder seien blutüberströmt in das Militärkrankenhaus von Tirana eingeliefert worden, berichtete ein AFP-Korrespondent. Viele Menschen in umliegenden Häusern seien verletzt worden, Panik sei ausgebrochen. Krankenwagen brachten im Minutentakt Verletzte in drei Hospitäler, andere wurden in Privatautos gebracht. Ein Arzt sprach von "Opferzahlen wie im Krieg". Laut Augenzeugen ereignete sich die erste Explosion, als Soldaten Munition lagerten, danach folgten immer neue Explosionen.

Das Waffenlager befindet sich in der Nähe des Dorfes Gerdec, etwa zwölf Kilometer nördlich der albanischen Hauptstadt. Der Hauptstadt-Flughafen ist etwa einen Kilometer entfernt. Er wurde sofort bis auf weiteres geschlossen. In Mazedonien alarmierten aufgeschreckte Menschen die Polizei, wie die Behörden mitteilten. Im Westen des Nachbarlandes seien in vielen Häusern die Fenster geborsten, sagte ein Polizeisprecher.

© AFP