Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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19.11.2017

Vollbild anzeigenIn Albanien fanden vergangenen Sonntag nationale Parlamentswahlen statt. Klar und deutlich liegt das Wahlbündnis „ Für die europäische Integration“ mit dem Sozialisten Edi Rama, vor dem Bündnis der Rechtskonservativen unter Sali Berisha, in Front. Sie können mit 84 der 140 Abgeordnetenmandate rechnen, wie die letzten Hochrechnungen besagen. Der Spitzenkandidat der Sozialisten, Edi Rama, forderte Berischa auf, seine Niederlage einzugestehen.

Foto Edi Rama

Letzteres hat die „ Demokratische Partei“ von Sali Berisha bis dato abgelehnt. Sali Berisha steht für Korruption und organisierte Kriminalität. Dafür steht signifikant der sagenhafte Reichtum der beiden Söhne von Sali Berisha. Die Arbeiterklasse in Albanien ist einer enormen Ausbeutung unterworfen. Rund ein Drittel der albanischen Jugend hat keinen Job. Viele italienische Textilkapitalisten haben ihren Standort nach Albanien verlegt. Dort genießen die Investoren den Status der „ diplomatischen Immunität“. Es wird kein Mindestlohn bezahlt, es existiert keinerlei Kündigungsschutz. Die Arbeiterinnen arbeiten im Schnitt nur 2 Jahre in den Ausbeutungshöhlen. Anschließend sind ihre Hände durch chemische Substanzen kaputt. Albanien verfügt über sehr viel Chrom. In die Bergwerken haben hauptsächlich deutsche und österreichische Kapitalisten investiert. Immer wieder streiken Bergarbeiter gegen die lebensgefährliche Arbeit in den maroden Minen. Vor zwei Jahren wurden streikende Bergarbeiter polizeilich angegriffen und Streikführer verhaftet. Die Wut gegen solche Zustände ist groß. Leider verleihen auch die Sozialisten dieser Wut keinen entsprechenden politischen Ausdruck. Auch in ihren Reihen dominieren keine Arbeiterführer, sondern Geschäftsleute. Im Bündnis mit Rama befindet sich auch die LSI von Ilir Meta. Ilir Meta musste vor einigen Jahren als Minister aus dem Kabinett Berisha zurücktreten. Ein Fernsehteam hatte mit versteckter Kamera Ilir Meta gefilmt als im Schwarzgeld anlässlich einer Privatisierung übergeben wurde. Dennoch ist das Wahlergebnis wenn es nicht noch im letzten Moment gefälscht werden sollte ein politischer Fortschritt. Die Menschen in Albanien ließen sich nicht vor den Wahllokalen von Berisha Banden einschüchtern. Der großangelegte Stimmenkauf durch die PD brachte nicht das gewünschte Resultat. Der Druck auf Staatsbedienstete durch die PD ,“doch ihre Familien komplett an die Wahlurnen zu bringen“, verpuffte. Die einfachen Menschen in Albanien wollen das fast autokratische Berisha System nicht mehr. Es könnte noch zu größeren Verwerfungen in Albanien kommen, wenn die von Berisha Anhängern dominierte Wahlkommission KOZ, das Wahlergebnis im letzten Moment nochmals fälscht. In diesem Fall stünde das Land vor einem Bürgerkrieg.