Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
11:33
19.11.2017

  Eine der letzten politischen Aktionen des abgewählten ehemaligen albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha, war die Errichtung einer Figur in Tirana. Die Figur sollte den selbsternannten ehemaligen König Zogu darstellen. In der Nacht zum Donnerstag versuchten Jugendliche das Denkmal mit Seilen zu stürzen. Das Monument wurde mit antizogistischen

Parolen verschönert. Die Polizei verhinderte allerdings den Fall des Denkmals. Dennoch werteten die progresiven Jugendlichen ihre Aktion als Erfolg. -------- Foto „ König Zogu „

 

 

Wer war Ahmed Zogu

 

Das Internetportal Wikipedia schreibt:

Ein vereinter Aufstand der Opposition im Frühjahr 1924 war erfolgreich: Zogu flüchtete aus dem Land ins benachbarte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und Fan Noli wurde neuer Ministerpräsident. Im Dezember 1924 war Zogu aber bereits wieder zurück in Tirana. Mit jugoslawischer Unterstützung hatte er eine große Armee zusammengestellt. Dafür versprach er ihnen ein kleines Stück albanisches Land, das Kloster Sveti Naum (alb. Shën Naum) am Ohridsee. Die meisten Oppositionellen verließen das Land.

Präsident

Präsident Ahmet Zogu auf einer zeitgenössischen albanischen 100-Goldfranken-Banknote von 1926

Am 21. Januar 1925 ließ Zogu Albanien vom Parlament zur Republik nach amerikanischem Vorbild erklären. Am 31. Januar 1925 wurde er zum Präsidenten gewählt.[1] Eine parlamentarische Opposition ließ Zogu nicht zu. Die Willfährigkeit der gesetzgebenden Versammlung stellte er durch seine weitreichenden Klientelbeziehungen sowie die Androhung und Ausübung von Gewalt sicher. Gegner Zogus versuchten jedoch mehrfach, ihn durch Mordanschläge zu beseitigen, außerdem hatten ihm hunderte AlbanerBlutfehde geschworen, deren Familienmitglieder vermeintlich oder tatsächlich durch Zogu und seine Gefolgschaft ermordet worden waren.

Die Macht, die die neue Verfassung Zogu einräumte, war sehr weitläufig. Trotz allem war es ihm nicht einfach, die großen Probleme des sehr rückständigen Landes zu lösen. Vor allem fehlten dem Staat die notwendigen Finanzen, um notwendige Reformen durchzuführen und Staatsapparat und Militär aufrechtzuerhalten. Zogu musste sich immer wieder die Loyalität von regionalen Stammesführern und Beys erkaufen. Seine Herrschaft stützte er vor allem auf Bündnisse mit lokalen Feudalherren. Deshalb scheute er davor zurück, ein Steuersystem einzuführen, das den großen Grundbesitz angemessen an der Finanzierung des Staates beteiligt hätte. Weil aber Grundsteuern die einzige Möglichkeit für den Staat gewesen wären, nennenswerte Einnahmen zu erzielen, hatte die albanische Regierung unter Zogu fast keine eigenen Einkünfte und der Finanzbedarf musste über Kredite im Ausland gedeckt werden, was zu politischer Abhängigkeit führte. Es gelang Zogu zumindest, langsam das „Gefühl einer albanischen Nation“ in den Albanern zu wecken, für die zuvor meist nur der eigene Clan von Bedeutung gewesen war.

Um nicht in die Abhängigkeit eines einzigen, nicht immer freundlich gesinnten Staates zu gelangen, wandte sich Zogu von Jugoslawien ab und suchte im von Viktor Emanuel III. geführten Königreich Italien Unterstützung. In den Jahren 1926 und 1927 erkauften sich die Italiener im Ersten und Zweiten Tiranapakt großen Einfluss auf der anderen Seite der Adria.

König der Albaner

Ahmet Zogu mit Frau Geraldine und Familie, Jahr unbekannt

Am 1. September 1928 krönte sich Zogu zum König der Albaner und erklärte das Land zu einer konstitutionellen Monarchie. Um seinen Machtanspruch begründen zu können, erklärte er sich zum Nachkommen des Nationalhelden Skanderbeg.

Zogus Regime brachte Albanien eine gewisse Stabilität und einen mit italienischem Geld erkauften kleinen Aufschwung. Mit italienischer Unterstützung wurden die Armee und der Behördenapparat aufgebaut, Straßen und Brücken errichtet und erste Sümpfe trockengelegt. Das kleine Albanien gelangte aber so immer mehr in die finanzielle Abhängigkeit und unter die Kontrolle Italiens. Dessen Diktator Benito Mussolini zielte darauf ab, seinen Einfluss auf dem Balkan auszuweiten. Zogus Versuche, sich allmählich wieder von Italien zu lösen und sich andere Partner zu suchen, stießen in Westeuropa auf wenig Unterstützung.

Innenpolitisch setzte Zogu seit dem Beginn seiner Herrschaft auf Repression. Eine freie Presse existierte nicht. Während seiner Regentschaft als König füllten sich die neu eingerichteten Gefängnisse mit politischen Gegnern. Der auf der Burg in Gjirokastravon den italienischen Faschisten, deutschen Besatzern und albanischen Kommunisten weiter betriebene Kerker des Zogu-Regimes ist heute als Museum eingerichtet. Dort wird auch an die Opfer der ersten albanischen Diktatur erinnert.

Am 20. Februar 1931 verübten zwei im Exil lebende Albaner auf der Rampe vor der Wiener Staatsoper ein Revolverattentat auf Zogu; dieser blieb unverletzt, sein Adjutantaber erlag einem Kopfschuss.[2]

Am 27. April 1938 heiratete Zogu die verarmte ungarisch-amerikanische Gräfin Geraldine Apponyi. Zuvor hatte er jahrelang mit Franziska Janko, der Tochter eines Wiener Gärtners, der späteren Baronin Franziska Buttlar, zusammengelebt, die ihre letzten Lebensjahre in einer Wiener Nervenheilanstalt verbrachte.[3]

Am 5. April 1939 gebar Königin Geraldine einen Sohn, Leka I. Nur zwei Tage später, am 7. April, fielen italienische Truppen in Albanien ein, nachdem Zogu zuvor italienische Forderungen, die für einen unabhängigen Staat unzumutbar waren, abgelehnt hatte. Albanien wurde zum italienischen Protektorat und in Personalunion von König Viktor Emanuel III. regiert. Zogu und seine Familie mussten nach Griechenland fliehen.“



Der Verräter und Reaktionär Zogu starb 1961 im Exil.  Das albanische Volk sprach sich in einem Referendum 1997 gegen die Wiedereinführung der Monarchie unter Zogus Sohn Leka aus.