Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
04:18
23.09.2020
Bestimmte deutsche Medien unterstellen der LPV Nationalismus. Bekanntlich ist die LPV ( Bewegung für Selbstbestimmung), gegen neue Verhandlungen mit dem serbischen Staat. Auf letzterem liegt der Fokus. Die Gegnerschaft gegen den serbischen Staat, hat nicht das geringste mit „ Serbenfeindlichkeit gemein. Das Gegenteil ist richtig, sowohl der serbische Staat als auch die EULEX sind reaktionäre Institutionen. Der Widerstand gegen den

gegebenen serbischen Staat gerechtfertigt. Anbei publizieren wir den neuesten Newsletter der LPV in deutscher Sprache.

Dokumentation


Keine Verhandlungen mit Serbien

Am Sonntag hielt die Bewegung VETËVEN-DOSJE! eine Pressekonferenz, wo Glauk Konjufca und Albin Kurti unseren Widerstand bezüglich der neuen Verhandlungen zwischen Kosova und Serbien erklärten. Glauk Konjufca sagte, dass „Kosova die letzten Verhandlungen mit dem Ziel der Unabhängigkeit Kosovas betrat und mit dem Ahtisaa-ri-Plan beendete. In den kommenden Verhandlungen wird Kosova mit dem Ahtisaari-Plan eintreten und mit den ‚sechs-Punkteplan‘ austreten.“

Albin Kurti fügte hinzu: „Eine Zeit lang wurde Kosova von der UN-Mission UNMIK regiert und die UN vermittelte bei Gesprächen zwischen Kosova und Serbien. Nun wird Kosova von der EU-Mission EULEX regiert und diesmal vermittelt die EU bei den Gesprächen zwischen Kosova und Serbien. Genau wie die UN Kosova nicht als unabhängig anerkannte, so tut es auch nicht die EU und deswegen akzeptiert Serbien diese Institutionen als Mediatoren. Das, was UN, EU und Serbien verbindet, ist der Sechs-Punkte-Plan von Ban Ki-Moon. Es war

schließlich kurz nach dieser Sechs-Punkte-Vereinbarung zwischen der UN und Serbien und auf Basis dieses Plans, dass die EULEX in Kosova eingesetzt wurde. Internationale Vertreter sagen uns, dass es keinen Druck und keine Forderung gegenüber Serbien geben werde, Kosova als unabhängigen Staat anzuerkennen. Stattdessen bedeuten neue Verhandlungen, dass Kosova, Serbien anerkennt. Serbien wird Kosova formell nicht anerkennen, wobei

Kosova

Serbien im Wesentlichen anerkennt, da es (obwohl Kosova unabhängig ist) Serbien ist, das als Faktor Kosovas anerkannt wird.

Premierminister Thaçi und Präsident Sejdiu haben diese neuen Verhandlungen mit Serbien gewissermaßen akzeptiert. Trotz-dem haben sie noch nicht einmal daran gedacht, Serbien Bedingungen zu stellen, sich für die Verbrechen gegen Albaner in den letzten Jahrzehnten zu entschuldigen, Reparationszahlungen für die unzähligen Opfer, die von serbischen Truppen begangen wur-den, zu leisten, die Auslieferung von Kriegs-verbrechern sicherzustellen, die Findung von 1837 immer noch vermissten Menschen des Krieges voranzutreiben, die Unabhängigkeit Kosovas anzuerkennen, die serbische Verfas-sung zu ändern, wonach Kosova immer noch serbisches Gebiet ist, die Unterdrückung der Albaner, die diskriminiert und landesweit untervertreten sind, und die Finanzierung der serbischen Parallelstrukturen in Kosova usw., zu stoppen.

Der letzte Artikel der Resolution der UN-Generalversammlung beschrieb das Ziel: Kosovas institutionelle Führer sollten noch-mals Verhandlungen führen. Die Erfahrung zeigt, dass, wenn einmal in Verhandlungen, diese leicht manipuliert werden. Kosovas Institutionen sind politisch und rechtlich unterworfen, wobei ihre Politiker finanziell abhängig sind. Ein Eintritt in neue Verhandlungen mit Serbien wird von dieser Position aus zu neuen Zugeständnissen und Kom-promissen führen. Weiterhin wächst jedes Mal, wenn Verhandlungen stattfinden, der Druck auf Kosovas Serben, sich auf die Seite Serbiens zu stellen. Das heißt, dass allein der Beginn dieser Verhandlungen eine ethnische Spaltung weiterhin vorantreiben wird. Es ist nicht möglich, darüber zu sprechen, kosovarische Serben zu integrieren, während man mit Serbien über Kosova verhandelt. Serbien wollte und

verlangte diese Gespräche und sie werden gehalten. Premierminister Minister Thaçi und Präsident Sejdiu akzeptierten diese Verhandlungen entweder, weil sie für Serbien sind oder weil sie korrupt sind und bestochen werden. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.“

Warum keine neuen Verhandlungen?


 Weil Kosova und Serbien keine gleichberechtigten Teilnehmer sind, da Serbien sich weigert, Kosovas Unabhängigkeit anzuerkennen und zu respektieren.

 Weil Serbien seine Parallelstrukturen innerhalb von Kosova nicht aufgelöst hat.

 Weil Kosovas Institutionen unter internationaler Führung stehen und daher nicht den Willen ihrer Bürger repräsen-tieren können.

 Weil Kosova in den Verhandlungen von korrupten und erpressten Politikern repräsentiert wird.

 Weil Serbiens Absicht nicht darin liegt, sich aus Kosova zu entziehen, sondern darin, seine Präsenz und Kontrolle innerhalb unseres Landes zu institutionalisie-ren, indem das Land auf ethnischer Basis geteilt wird.

 Weil es bei den Verhandlungen nur um Kosova und nicht um Serbien geht.

 Weil die Verhandlungen auf Basis des Beschlusses 1244 abgehalten und von der EU vermittelt werden, die Kosovas Unabhängigkeit nicht anerkennt.

 Weil die Verhandlungen keinen Kompromiss von Serbien verlangen, zum Bei-spiel indem es sich für die begangenen Verbrechen in Kosova entschuldigt und Entschädigungen anbietet oder Kosovas Unabhängigkeit akzeptiert. Stattdessen wird Serbien mit einem schnelleren Zugang in die EU belohnt, während Kosova schädliche Zugeständnisse bewilligen muss – ohne Aussicht auf einen EU-Beitritt.

 Weil die Verhandlungen die Chancen der in Kosova lebenden Serben zur Integration in Kosova verringern, indem sie ihre Beziehung zu Serbien dauerhaft verlän-gern.

 Weil nur durch den Einschnitt in die Beziehung zwischen Serbien und Albanien die Bürger beider Länder zu

Frieden und Wohlstand finden werden.

Stoppt die Privatisierung Kosovas

Am Mittwoch, den 15. September plakatierten die Bewegung VETËVENDOSJE! und Mitglieder der unabhängigen PTK-Union Poster in ganz Prishtina, die der Privatisierung der PTK (Kosovas Post – und Telekommunikationsgesellschaft) widersprechen.

17. September