Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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23.09.2020
Rund 20.000 Menschen haben am Samstag in der serbischen Hauptstadt Belgrad, gegen Homosexuelle demonstriert. Der Wiener „Standard“ schrieb dazu:“Die Menge zog durch die Innenstadt, um in letzter Minute ein Verbot der für Sonntag geplanten ersten Parade von Schwulen und Lesben durchzusetzen. Die Demonstranten, vor allem junge Männer, schwenkten serbische Fahnen und trugen Ikonen sowie Heiligen-Bilder.“ Zur Love Parade werden

heute werden etwa 500 Teilnehmer erwartet. Innenminister Ivica Dacic stellte offiziell klar, dass der Schutz auch der homosexuellen Minderheit von den Gesetzen und der Verfassung des Landes vorgeschrieben werde.

Regierungsmitglied "Homosexualität ist eine Art Krankheit"

Homosexualität "ist eine Art Krankheit", verdammte Dragan Markovic, Chef der kleinen, mitregierenden Partei Vereintes Serbien (JS) am Samstag die "Parade des Stolzes", die er eine "Schande" für das Land bezeichnete. Die orthodoxe Kirche sprach von "kranken Hirnen", die ein "Sodom und Gomorrha" anrichteten.

Laut Umfragen betrachten mehr als zwei Drittel der Bevölkerung Serbiens Homosexualität immer noch als Krankheit, berichtete die Zeitung "Blic" am Samstag in Belgrad. Die Ablehnung von Schwulen und Lesben sei "ein Charakterzug der serbischen Gesellschaft", schrieb die Zeitung "Danas". Laut dem „Standard“ wollen am Sonntag „rund 500 Homosexuelle am Rande der Innenstadt einen nur wenige hundert Meter kurzen Umzug veranstalten. Etwa 5.000 Polizisten sind zu ihrem Schutz aufgeboten, nachdem rechtsextreme Vereine Gewalt gegen die Teilnehmer angedroht haben.“

Bereits vor neun Jahren hatten Schläger unter Führung eines Geistlichen schon zu Beginn einen ähnlichen Umzug aufgelöst und 40 Menschen verletzt. Im vorigen Jahr war die Parade nach einem öffentlichen Aufstand verschoben worden. Der neue Anlauf gilt nun auch als Test, ob in Serbien die Menschenrechte gewahrt werden.



Fazit

In Serbien tobt der Rechtsextremismus sich wieder offen aus. Wer wie die serbisch orthodoxe Kirche Homosexuelle Menschen als Menschen mit "kranken Hirnen" definiert darf sich über den schlechten Ruf dieser Kirchenführer nicht wundern. Es ist kein Zufall, dass diese Kirchenführung Kosovo für sich beansprucht. Auch die Situation der Roma in Serbien ist angesichts der Stärke rechtsextremer Umtriebe und der staatlichen Romafeindlichkeit mehr als kompliziert.Die Roma leben in einem Slum außerhalb von Belgrad und müssen sich diverser Angriffe erwehren. Aus diesem Grund sollte man nicht nur für den sofortigen Abschiebestopp der Roma nach Kosova einfordern, sondern auch den sofortigen Abschiebestopp nach Serbien.

  • Dokumentation Bild 1 Auch eine Form des Kindesmissbrauchs.

  • Dokumentation Bild 2 "Stoppt die Schwulen", steht hier gesprüht.

  • Artikelbild: Auch eine Form des Kindesmissbrauchs. - Foto: APA/EPA/Suki

  • Artikelbild: "Stoppt die Schwulen", steht hier gesprüht.  - Foto: Marko Drobnjakovic/AP/dapd