Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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23.09.2020
Wenn in der deutschen Presse über Kosova berichtet wird dann meist unter dem Titel „ Kampf gegen die Korruption“. In der Tat, die Korruption ist ein elementares Problem in Kosova, aber nicht nur in Kosova. Die Korruption als Massenphänomen kann auf dem gesamten Balkan beobachtet werden. Selbstverständlich auch in Serbien. Die „ Korruption“ ist aber kein

spezielles Balkanphänomen welches sich vielleicht aus der speziellen Mentalität der dortigen Völker ableitet. Nein ,die Korruption gehört zum Prozess der Privatisierung der Ökonomie wie die Butter auf das Brot. Es ist deshalb heuchlerisch und verlogen wenn westliche Stimmungsmacher immer wieder ,die Korruption am Balkan und speziell in Kosova geißeln. Der allseits „freie Mark“ welcher vom IWF und den EU Staaten eingefordert wird, bietet die Möglichkeit sich frei zu bedienen und zu bereichern. Nach dieser Einleitung wollen wir uns kurz mit den neuesten Korruptionsaffären in Serbien befassen. Die dortigen Erscheinungen ähneln den Korruptionsaffären in Kosova sehr. Völlig richtig betonte Albin Kurti in einem Interview für haGalil.com vor einiger Zeit: „ Hashim Thaci hat mehr mit Oliver Ivanovic zu tun als mit mir“ und „ ich habe mehr mit den einfachen serbischen Menschen gemein als mit Hashim Thaci.“

Serbische Super- Reiche unter Verdacht

Erstmals ist in Serbien Presseberichten zufolge Strafanzeige gegen einen Reichen gestellt worden, dieser ist während der Kriegswirren mit zwielichtigen Methoden zu traumhaftem Vermögen gekommen. Das staatliche Amt für Korruptionsbekämpfung stellte Anzeige gegen Milan Beko, weil er beim Kauf des Belgrader Hafens im Jahr 2005 den Staat und Kleinaktionäre um Dutzende Millionen Euro betrogen haben soll, berichteten die Medien am Wochenende übereinstimmend in Belgrad. Die Staatsanwaltschaft habe Vorermittlungen in Auftrag gegeben, meldete die Zeitung "Blic" am Sonntag.

Die Zeitung „ Finanz Nachrichten“ schreibt;"Wir haben direkte Beweise für die Verbindung des Großkapitals, der Organisierten Kriminalität und der Politik in Serbien geliefert", sagte die Präsidentin der Antikorruptionsbehörde, Verica Barac. "Wenn eine Firma ohne Geld, ohne Kapital, ohne Vermögensnachweis und ohne irgendeine Geschäftstätigkeit Aktien im Wert von 45 Millionen Euro kauft, dann ist das ein ernster Hinweis, dass es sich dabei vielleicht um Geldwäsche handelt", sagte Baric weiter. Beko soll über eine Luxemburger Scheinfirma den Hafen mit Hilfe der Behörden zu einem Spottpreis gekauft haben und damit an Bauland gekommen sein, das nach früheren Angaben 2,5 Milliarden Euro wert ist.“

Insgesamt sind von der Strafanzeige der Antikorruptionsbehörde 17 Personen betroffen, hieß es in Zeitungsberichten vom Sonntag. Neben Beko, der als früherer Minister unter Slobodan Milosevic zum heute zweit-reichsten Mann Serbiens aufgestiegen war, wird darin auch der frühere Wirtschaftsminister Predrag Bubalo beschuldigt. Außerdem ist die staatliche Aktienbehörde , Rechtsprofessoren und die frühere Spitze der Hafenverwaltung in den Fall verwickelt . Die Untersuchung wird vermutlich im Sande verlaufen. Staatspräsident Boris Tadic warnte bereits davor eine „Jagdatmosphäre zu schaffen". Letzteres ist klar, denn auch in Serbien entwickelt sich die Gesellschaft immer dramatischer auseinander. Arm und REICH stehen sich sozial gegenüber. Der Unmut über das soziale Verarmungsprogramm in Serbien verschafft sich bereits in vielen Streiks Luft. An einer wirklichen Aufklärung der Fälle kann Tadic nicht interessiert sein, denn alle - Neu und Altreichen- in Serbien sind korrupt. Eine wirkliche Aufarbeitung der Korruption würde das gesamte Privatisierungsprogramm in Frage stellen.Außerdem werden in Serbien alle politischen Parteien verdeckt von steinreichen Unternehmern finanziert. Auf diesen Fakt wiesen verschiedene Nichtregierungsorganisationen (NGO) immer wieder hin. Die Zeitung „ Finanz Nachrichten“ kommentierte :“Seit Jahren hätten daher die Parteien, das Parlament und die Regierung die Arbeit aller Antikorruptionsbehörden nach Kräften behindert.“