Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
22:13
24.10.2020
Nach dem Abriss einer illegalen Roma-Siedlung in Beograd sind serbische Behörden vergeblich um neue Unterkünfte bemüht. Neuerlich zeigt der serbische Rassismus gegen Roma seine widerliche Fratze . Der Versuch der Belgrader Behörden, am Samstagabend eine Container-Siedlung für rund 50 Roma-Familien in einem Belgrader Vorort aufzustellen, ist am heftigen Widerstand lokaler nationalistischer Banden gescheitert. Es habe sich um einen regelrecht rassistischen

Protest gehandelt, sagte Marko Karadzic, Staatssekretär im serbischen Menschenrechtsministerium, am Sonntag gegenüber der Presseagentur Beta.

Abriss wegen Straßenbau

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Über die Situation der Roma schreibt die österreichische Zeitung „ Presse“:“Niemand will sie in ihrer Nähe haben:
eine Romni in einem Vorort der
serbischen Hauptstadt. Bild: AP

Die Einwohner von Boljevci, einem etwa 30 Kilometer vom Belgrader Stadtzentrum entfernten Vorort, hatten Medienberichten zufolge gedroht, die Container samt Einwohnern in Brand zu setzen. In der Siedlung sollen Roma-Familien­ untergebracht werden, die seit Freitag unter freiem Himmel leben, nachdem ihre illegale Siedlung in Neu-Belgrad abgerissen worden war. Der Abriss erfolgte wegen eines Straßenbauprojekts. Die neue Straße soll eine Wohnsiedlung, in der Anfang Juli rund 13.000 Teilnehmer der Universiade untergebracht werden, mit einem nahe liegenden Hotel verbinden.

Die Siedlung, die abgerissen wurde, ist in den vergangenen Jahren entstanden und nur eine von rund 60 solchen Ansiedlungen in Belgrad. Landesweit­ beläuft sich die Zahl der illegalen Roma-Siedlungen auf etwa 600. In Serbien leben gemäß offizieller Statistik nur 108.000 Roma.­ Inoffiziell wird ihre Zahl achtmal so hoch geschätzt.“

Viele Roma-Familien, die 1999 aus Kosova geflüchtet sind, besitzen gar keine Personaldokumente und können häufig auch ihr Recht auf Gesundheitsversicherung oder Einschulung der Kinder nicht geltend machen.

Wie weiter

Der Staat werde wesentlich entschlossener gegen die rassistischen­ Proteste reagieren müssen, stellte Karadzic am Sonntag fest. Dies ist aber nur Rhetorik . Die Regierung in Belgrad ist selbst extrem nationalistisch, in der Kosova Frage. Von dieser Regierung ist kein ernsthafter Kampf gegen den Rassismus in Serbien zu erwarten.