Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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24.10.2020
Der russische Ölgigant Gazprom ist neuer Mehrheitsbesitzer des serbischen Ölmonopolisten Nis. Gazprom hat 400 Millionen Euro für den Kauf von 51 Prozent der Aktien des einstigen Staatsbetriebs gezahlt, sagte der serbische Energieminister Petar Skundric in Belgrad. Gazprom wird im Verwaltungsrat sechs und Serbien fünf Vertreter haben. Als künftiger Nis-Chef wird der Russe Dmitri Malisev gehandelt. Der Nis-Verkauf an die Russen war in Serbien heftiger Kritik ausgesetzt Sogar innerhalb

der Regierungskoalition gab es Krach. Der Preis sei nur die Hälfte des tatsächlichen Wertes des Staatsunternehmens, das neben Raffinerien und Fabriken auch zahlreiche Tankstellen, Hotels und das Importmonopol auf Treibstoff besitzt, sagte Mladjan Dinkic, serbischer Energieminister. In Serbien werden rapide Sozialleistungen und Rentenansprüche gekürzt, gleichzeitig wird der Reichtum des Landes billig verscheuert. Für den Billigpreis hat Russland im Gegenzug versprochen, die geplante «South-Stream»-Gas-Pipeline vom Schwarzen Meer nach Mitteleuropa über Serbien laufen zu lassen und weiter die nationalistische Kosova- Politik Belgrads zu unterstützen.

In den vergangenen Wochen hatte der Streit des russischen Unternehmens mit der Ukraine und damit verbundene Engpässe in der Gasversorgung für Aufruhr gesorgt. Mit Firmen wie Gazprom versucht Russland seine Rolle als Supermacht neu zu unterlegen.