Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:39
22.05.2019
In Belgrad haben Ärzte Patienten bewußt sterben lassen, um von ihrem Tod zu profitieren. Seit April hätten zwei Mediziner 49 Patienten ohne Wiederbelebungsversuche sterben lassen, sagte Borko Josifovski, Direktor der Belgrader Erste-Hilfe-Ambulanz, laut Zeitungsberichten. Sie hätten dann privaten Beerdigungsinstituten schnell den Tod gemeldet und dafür bis zu 200 Euro pro Patient erhalten.

Diese Meldungen belegen, dass der barbarische Kapitalismus Serbien voll im Griff hat

Zu diesen Zuständen ist auf Spiegel Online zu lesen:“Der Ambulanz-Direktor ist inzwischen vom Gesundheitsministerium entlassen worden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. "Ärzte im Dienst der Bestatter" und "Der Tod ist das beste Geschäft" titelt die Zeitung "Kurir". Die Zeitung "Blic" berichtet sogar, 16 Mediziner hätten mit den Bestattern eine Abmachung getroffen.

Zahlreiche Zeitungsleser haben die Josifovskis Darstellung in Briefen bestätigt. Sie berichteten von Fällen in ihren Familie, in denen die Ambulanz-Ärzte keinerlei Hilfen oder Medikamente gewährt und stattdessen die Visitenkarte des Bestatters zurückgelassen hätten. "Letztes Jahr ist mein Vater gestorben", heißt es da zum Beispiel. Auf die Notärzte habe man lange warten müssen, aber der Bestatter sei "drei Minuten nach Feststellung des Todes" erschienen.

In der 1,5 Millionen-Metropole Belgrad gibt es über hundert Bestattungsfirmen, die um Aufträge konkurrieren. Nach Informationen aus der Branche sind die Unternehmen, die Ärzten Provisionen für gemeldete Todesfälle zahlen, um ein Vielfaches teurer als der Durchschnitt. Doch die durch den Todesfall erschütterten Verwandten nähmen diese teuren Dienste ohne Preisvergleich in Anspruch.

Ein Grund für den Skandal dürfte auch in den niedrigen Bezügen der Ärzte liegen. Die staatlich beschäftigten Mediziner kommen oft nicht einmal auf 500 Euro. Da sie davon nicht ihr Leben bestreiten können, sind sie auf Nebeneinkünfte angewiesen.“


Serbischer Chauvinismus und Kapitalismus



Der erschreckende Fall in Belgrad belegt inwieweit die einfachen Menschen in Serbien unter dem Mafiakapitalismus und der vollständigen Einbindung Serbiens in den kapitalistischen Weltmarkt zu leiden haben. Die „Weltbank“ ist hingegen mit der wirtschaftlichen Entwicklung Serbiens zufrieden. Stärkster ausländischer Investor in Serbien ist nach Angaben des „Auswärtigen Amtes“ das deutsche Kapital. Die EU benennt in ihrem Verfassungsentwurf keinerlei soziale Kriterien für die Mitgliedschaft in ihren Reihen. Es gibt nur Festlegungen bezüglich des freien Kapital und Warenverkehrs. Ergo in allen Staaten welchen die EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt wird, hat jeglicher „Sozialklimbim“ zu verschwinden. Alle Regionen Ost und Südosteuropas werden der freien Konkurrenz ausgesetzt. Die schwächeren Ökonomien werden durch den freien Wettbewerb vollständig ruiniert. Die dunkle Perspektive für diese Länder ist ein kostengünstiges Rohstoffanhängsel, mit billigen Arbeitskräften bezogen auf die einfache Produktion, für das starke Kapital in den Metropolen abzugeben. Die Folgen der EU-Annäherung oder Mitgliedschaft sind gegenwärtig in Polen und in Ungarn ausgezeichnet zu beobachten. Die Arbeitslosigkeit steigt, soziale Grundsicherungselemente werden elemeniert, die Länder bis auf profitable Kerne deindustrialisiert. Die serbische Filzokratie will in diesem Spiel mitverdienen. Da aber die Masse der Bevölkerung dabei nur verlieren kann, ist die Notwendigkeit des Chauvinismus, als ablenkendes Gift für die einfachen Menschen in Serbien, eine absolute Notwendigkeit. Die serbische Bourgeoisie hält an ihrem Nationalismus bezüglich Kosovas fest, sie pflegt den aberwitzigen Amselfeldmythos. Die internationale Staatengemeinschaft und speziell ihr europäischer Kern, will die gesamte Region als Ausbeutungsmaterial benutzen. Deshalb wird an eine demokratische Lösung des Kosovaproblems nicht gedacht. Statt dem Recht auf nationale Unabhängigkeit für Kosova, soll das Land ein EU-Protektorat werden. Den Albanern wird etwas von „bedingter Unabhängigkeit erzählt“, der serbische Anspruch auf Kosova wird nur bedingt zurückgewiesen. Damit will die EU-Bürokratie erreichen, den nationalen Konflikt auf einer bestimmten Kochtemperatur zu halten. Denn die Unabhängigkeit Kosovas könnte die Gefahr beinhalten, dass die Menschen in Kosova und Serbien besser als bis dato erkennen gegen wen sie ihre sozialen Rechte erkämpfen müssen.