Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
22:40
24.10.2020
Die internationale Wirtschaftspresse vermutet, dass zwischen Kosova, Serbien und Bosnien-Herzegowina ein "Handelskrieg" auszubrechen könnte. Die kosovarische Wirtschaftskammer appellierte an heimische Firmen, sich auf ein Verbot von Warenimporten aus Serbien und Bosnien vorzubereiten. Es würde sich um eine Reaktion auf die Entscheidungen

der bosnischen und serbischen Behörden vom 3. Dezember handeln, mit denen die Warenimporte ausKosova, aber auch der Transport kosovarischer Waren über ihre Gebiete untersagt worden waren, erläuterte die Wirtschaftskammer am vergangenen Dienstag. Die Wirtschaftskammer Kosovas fordert alle kosovarischen Geschäftsleute - die Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina einführen - auf, den Ersatz für diese Waren in Erwägung zu ziehen, um keinen Schaden durch die Maßnahmen hinnehmen zu müssen, die Kosova treffen müssen wird, um eine Reziprozität in den Beziehungen mit Serbien und Bosnien-Herzegowina herzustellen", wurde die Aussendung von der Wirtschaftskammer von Belgrader Medien zitiert.

 

Die kosovarischen Behörden haben sich unterdessen auch an das Sekretariat des im Dezember 2006 unterzeichneten Freihandelsabkommens CEFTA (Central European Free Trade Agreement) gewandt, um das entstandene Problem zu lösen. Die Wirtschaftskammer informierte dasselbe CEFTA-Sekretariat nun auch über das geplante Warenverbot.

Kosova hatte im Februar seine formale Unabhängigkeit ausgerufen. Von Belgrad und Sarajevo wurde sie allerdings nicht anerkannt. Kurz vor der Unabhängigkeitsausrufung war in Kosova über eine mögliche Handels- und Verkehrsblockade seitens Serbiens spekuliert worden, zu der es jedoch nicht kam.Leider gilt Serbien in Kosova nach wie vor als ein wichtiger Nahrungsmittellieferant. Serbiens Exporte nach Kosova hatten sich in den letzten Jahren auf 200 bis 400 Mio. Euro belaufen. Der Verlust des Marktes in Kosova wäre für serbische Firmen somit keineswegs unbedeutend.Es ist allerdings zu befürchten, dass kosovarische Kammern und Parteien nur verbal drohen. Entschieden wird diese Frage von der UNMIK, diese hat kein Interesse daran die serbischen Ambitionen zu stoppen. Speziell den kosovarischen Bauern würde durch einen Boykott der serbischen Exporte nach Kosova sehr geholfen. Serbien subventioniert beispielsweise die Deltá Gruppe bezüglich ihrer Nahrungsmittelexporte nach Kosova. Diese Exporte drücken den albanischen Bauern an die Wand. Aber auch die einfache serbische Bevölkerung in Serbien, hat nichts von den politischen Exportpreisen. In Serbien galoppiert die Inflation für Grundnahrungsmittel.