Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
23:34
19.09.2019

Am 10. Januar publizierte die serbische Verhandlungsdelegation zu den „Statusverhandlungen“ ihre wesentlichen Positionen. Nach wie vor will Belgrad den Menschen in Kosova das Selbstbestimmungsrecht verweigern. Unter der Formel, „mehr als Autonomie weniger als Unabhängigkeit“, will die Belgrader politische Kaste Kosova behalten. Zudem wurde ein Katalog präsentiert, der das nationalistische Ziel hat, Kosova entlang „völkischer Linien“ zu teilen. Es soll autonome serbische Gebiete mit eigener Rechtssprechung, Polizei und eigenen Sonderbeziehungen zum serbischen Staat geben. Die Delegation nannte auch die Gebiete, in denen es „serbische Zonen“ geben soll. Beginnend mit dem Norden Kosovas ( ab der Stadt Mitrovica), soll das Land mit „ethnisch reinen serbischen Zonen“ durchzogen werden.

Der serbischen orthodoxen Kirche soll ein spezieller Schutz und die Rückgabe von Gebieten, die unter kommunistischer Herrschaft verstaatlicht wurden gewährt werden. Die Forderung bezüglich der nationalisierten Kirchengüter ist besonders paradox, denn in Serbien selbst steht das nicht zur Debatte. Offensichtlich geht es darum, möglichst viel Boden in Kosova unter die direkte Kontrolle Belgrads zu stellen. Das kommende kosovarische Parlament soll nichts entscheiden dürfen, wenn nicht die Mehrheit der serbischen Vertreter dies unterstützt. Zudem will Belgrad wieder Millitär und Polizeieinheiten auch außerhalb der „Sonderzonen“ stationieren.

Der Belgrader Plan ist ein finsteres chauvinistisches Projekt, das den Albanern in Kosova zumutet wieder unter direkter Kontrolle Serbiens zu leben. Die serbischen Menschen werden durch Belgrad neuerlich mißbraucht, sie sollen in starken „Siedlerenklaven“ ihr Dasein verbringen. Dieser Plan bietet keiner Nationalität in Kosova Perspektiven, im Gegenteil, die Menschen werden unter dem Schlagwort „multiethnisch“ einander entfremdet und rassistisch geteilt. Dabei ist die UNMIK mit im Boot des Bösen, seit langem fördert und unterstützt dieses moderne Kolonialregime den Belgrader Appetit.

Das Stichwort „Dezentralisierung“ dient dazu in Kosova hier und heute die serbische „Parallele- Staatlichkeit“ zu unterstützen. In dem Papier des UN-Sondergesanten Kai Eide, wurde jene „Rechts und Polizeihoheit für die serbischen Gemeinden“ gefordert. Sollte das serbische Regime mit Unterstützung imperialer Mächte bei den Verhandlungen weitere Erfolge verbuchen, dann ist der Frieden in der Region enorm gefährdet. Frieden und die Chance auf Prosperität, bietet nur ein souveränes Kosova indem alle die gleichen demokratischen Rechte haben, unabhängig von ihrer Nationalität. Dem entgegen steht der serbische Staat und die imperialen Mächte, die sich hinter dem Mantel UNMIK verbergen.