Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Sonderzonen-Teilung-Verarmung-Kolonialismus
Gegenwärtig führt die LPV „ Bewegung für Selbstbestimmung“ vielfältige Straßenaktionen gegen den Ahtisaari-Plan in Kosova durch. Die phantasievollen Aktionen auf öffentlichen Plätzen enthalten theatralische und witzige Elemente. In Lebensgröße ist eine Puppe mit dem Kopf des Finnen Ahtisaari zu sehen dahinter in Anzügen die sogenannte albanische Verhandlungsgruppe in gebeugter Haltung, die dem UN- Sondervermittler in den Allerwertesten kriechen.

Auf einem großen Schild wird auf den Charakter der „ Elefantengruppe Kosovas ( Eigenbezeichnung)“ hingewiesen. Hinter dem Gruppenbild der selbsternannten „ politischen Elite“ wird auf großen Tafeln der Ahtisaari Plan im Wortlaut den Bürgern zum lesen angeboten. Viele Bürger und Bürgerinnen bleiben interessiert und amüsiert stehen. Die LPV legt darauf Wert, dass sich die Menschen selbst über den Ahtisaari-Plan informieren und sich dazu ihre Meinung bilden. In der Realität Kosovas ist vielen das Paket nur in Auszügen bekannt, bekannt sind allerdings die Phrasen der „ Politiker“, die den Plan auf das wärmste empfehlen. Der Ahtisaari Plan ist auch in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Aus diesem Grund publizieren wir in Auszügen einige Argumente der LPV gegen den Plan. In den nächsten Tagen werden wir das Ahtisaari Papier komplett in deutscher Sprache unseren Lesern anbieten, um sich völlig selbständig eine Meinung bilden zu können.


Argumente der LPV gegen den Ahtisaari Plan



In der Ausgabe der Zeitung „ Selbstbestimmung“ vom 19. März wird in 4 Punkten gegen den Ahtisaari Plan argumentiert. Unter der Überschrift „


„Das Ahtisaari Paket teilt Kosova“

wird festgestellt: „ Die sogenannte Autonomie für die serbischen Gemeinden teilt in Wirklichkeit Kosova. In diesen Gemeinden wird der Schulunterricht nach dem Lehrplan aus Belgrad gestaltet. Diese Gemeinden betreiben ihr eigenes Gesundheitssystem und unterhalten ihre eigene Polizei. Sie verfügen autonom über die Produktionsanlagen und somit über die Ökonomie. Den Kommunen sind horizontale Spezialverbindungen untereinander gestattet und sie haben Sonderbeziehungen zum serbischen Staat.“ Damit wird nach der Argumentationslinie der LPV die serbische Staatlichkeit in Kosova durch den Ahtisaari- Plan garantiert. Davon sind viele Albaner direkt betroffen, denn nach dem Aneks 12.4 wird es diese serbische Staatlichkeit auf knapp 30% des Territoriums von Kosova geben. Sogenannte serbische Kommunen mit diesen Kompetenzen sind möglich ab 5000 Einwohnern, in denen die serbische Bevölkerung 75% der Einwohner stellt.“ ( Anmerkung der Redaktion: Das sind allerdings nur makabere Zahlenspielereien in vielen „ serbischen Gemeinden“ ist der serbische Bevölkerungsanteil wesentlich geringer)


Der Ahtisaari Plan serbifiziert Kosova


unter dieser Überschrift schreibt die LPV: „ Alle historischen, kulturellen und religiösen Monumente Kosovas definiert der Ahtisaari Plan als serbisch. Er erklärt sie zum Eigentum der serbisch orthodoxen Kirche. Damit akzeptiert der Ahtisaari Plan, die serbische Geschichtsschreibung. Alle anderen wissenschaftlichen Arbeiten zur Geschichte der Monumente werden ignoriert. Um die Kirchen und Klöster herum werden sogenannte Sonderzonen geschaffen, die offiziell als „Exterritorial gelten. In der Realität entstehen Sonderzonen unter der direkten Herrschaft der „serbisch orthodoxen Kirche“ Diese Sonderzonen umfassen nach Recherchen der Redaktion von Kosova-Aktuell 9% des Territoriums von Kosova. Damit wird die Kirche wieder zum Großgrundbesitzer. Die Stadt Prizeren wird damit z.b. in zwei oder drei Teile aufgeteilt. Die Haltung der LPV ist nicht gegen irgendeine Religion gerichtet. Sie geht nur davon aus, dass die historischen Bauwerke allen Bürgern Kosovas gehören. Sie wendet sich gegen den nationalistischen Versuch Bauwerke, Kunst und Religion, zur exklusiv serbischen Dingen zu verklären. Stets weißt die LPV darauf hin, dass auch das albanische Volk zum Teil eine orthodoxe Geschichte hat und die Bauwerke nicht nationalistisch vereinnahmt werden dürfen. An dem Plan Ahtisaari kritisiert die LPV seine grundsätzlich nationalistische Diktion. Die LPV schreibt: „ Der Name Albaner kommt in dem Paket nicht ein einziges mal vor, die albanische Sprache wird ein einziges mal erwähnt. Der Name Serbe hingegen 37 mal. Wenn man den Plan ließt gewinnt man den Eindruck, als handle es sich bei Kosova um ein serbisches Land mit einigen wenigen anderen Gruppen.


„Der Plan Ahtisaaris verarmt Kosova“


Die LPV schreibt: „ Durch den Ahtisaari Plan wird Kosova gezwungen für die Außenhandelsschulden Serbiens mit aufzukommen. Der Plan ignoriert, dass diese Schulden der serbische Staat und nicht das Volk in Kosova gemacht hat. Im Paket Ahtisaaris gibt es wichtige Bestimmungen zur Ökonomie und zu den Betrieben im gesellschaftlichen Eigentum. Dieses Eigentum wird nicht als Eigentum Kosovas anerkannt. Kosova hat nicht das Recht über sein Eigentum zu verfügen. In dem Paket befindet sich kein Wort über den Schaden den Serbien durch den Krieg in Kosova anrichtete. Mit keinem Wort werden die Gelder der Pensionisten aus Kosova erwähnt, die sie in den Pensionsfond einzahlten. Diese Gelder der Pensionisten befinden sich auf Belgrader Banken. Das Eigentum Kosovas, die gesellschaftlichen Betriebe befinden sich nach dem Paket Ahtisaaris weiter in der Hand der AKM ( Kosova Treuhandagentur) unter internationaler Leitung.“


Der Ahtisaari Plan versklavt Kosova


Die LPV schreibt: „In Kosova wird eine neue internationale Mission und eine neue internationale Militärmission errichtet. Das sind die wirklich entscheidenden Institutionen Kosovas. Der hohe internationale Beauftragte hat in allen ökonomisch, politisch und militärischen Fragen das letzte Wort. Es wird keinerlei Volkssouveränität geben. Das Volk kommt bei Ahtisaari nicht vor. Die militärische Macht wird so aussehen wie heute . Kosova wird über keinerlei Kompetenzen verfügen. Nur 2.500 Personen aus den Reihen der TMK werden leichtbewaffnet der internationalen Militärtruppe unterstellt.“