Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:33
20.05.2019

Schuld ohne Schuld- Ein Leben in Kosova- Teil 1

 

Vollbild anzeigenMax Brym hat Kurzgeschichten zum Leben in Kosova geschrieben. In absehbarer Zeit werden diese Geschichten in einem Verlag erscheinen. Kosova-Aktuell wird einmal die Woche Auszüge aus diesem Werk im Vorabdruck publizieren., Viele  Tabus werden in dem Roman bezüglich Ehre, Verhalten und Sexualität gebrochen.  Das Leben in Kosova wird in seiner grausamen Realität geschildert.

 

Schuld ohne Schuld Ein Leben in Kosova

von Max Brym

Autos fahren oder rasen durch das Zentrum von Prishtina. In einer Wohnung an einer Straße die nach einem amerikanischen Politiker benannt ist geht Albana ihrer Beschäftigung nach. Das Fenster zur Straße ist leicht verdunkelt es ist ein Uhr Mittags.

Ein dicklicher Herr aus England steht neben dem Bett von Albana und stöhnt. Albana denkt“ Dieser verdammte Schwanz wann spritzt er endlich sein ekelhaftes Sperma in das Kondom. Seit 15 Minuten reib ich und leck ich an diesem ekelhaften Ding herum.“ Kurz darauf spritzt der Brite. Rückwerts lässt sich der Dicke in Albanas Bett fallen.“ „Oho war das geil“meint der korpulente faltige EULEX Beamte. Jeden zweiten Tag kommt der Typ zu Albana, in der Mittagspause um sein Sperma los zu werden. Er zieht sich etwas umständlich an und steckt Albana 30 Euro in den Büstenhalter. Als er weg ist öffnet Albana das Fenster um frische Luft zu holen. Albana ist vierzig Jahre alt. Ihre Brüste sind groß und immer noch sehr steif. Albana denkt:“ Dieser Job ist das einzige was ich habe um Geld zu verdienen. Ich muss  essen und mein Sohn Adem, muss zur Schule, aus ihm soll etwas werden.“ Schnell macht Albana das Bett, denn Adem wird bald nach Hause kommen. Er soll nicht merken was seine Mutter treibt. Fix zieht  Albana den Büstenhalter und die Strapse aus. Auch die hochhackigen Schuhe, auf die die meisten ihrer Kunden stehen, verschwinden im Schrank. Die  Schranktür wird abgeschlossen, damit Adem, die Sachen und das Sexspielzeug nicht entdeckt. „ Was bin ich nur für eine Frau“ denkt Albana. Einst war sie die brave Tochter einer bäuerlichen Familie in der Mitte Kosovas. Dennoch onanierte sie häufig und ließ sich mit einigen Klassenkameraden ein. Der Krieg im Jahr 1999 war für Sie ein mehr als traumatisches Ereignis. Sechs schwerbewaffnete serbische Tschetniks drangen in ihr Haus ein. Im Wohnzimmer wurde ihre kleine Schwester, mit ihren zehn Jahren, so lange von den Typen vergewaltigt bis sie keinen Ton mehr von sich gab. Anschließend wurde die Kleine Arigonna mit Messern regelrecht abgeschlachtet. Mutter und Tochter mussten dem Ganzen gefesselt zuschauen. Dann sagte der Tschetnik Boss, „ so jetzt seid ihr dran“. Daraufhin wurden ihnen die Klebebänder entfernt. In dem Moment sagte Albana: „ Nehmt mich, ihr könnt mich in die Fotze, den Arsch und in den Mund ficken, aber lasst meine Mutter zufrieden, lasst uns dann gehen. „ Der voll-bärtig angetrunkene Tschetnik Boss meinte daraufhin: „ Ok das ist ein Geschäft so lieben wir die Skiptarski“ Alles ließ Albana mit sich machen sie dachte nur an ihre tote kleine Schwester, sowie an ihre weinende Mutter. Sie roch kaum den Alkoholdunst den Schweiß und das Sperma der Mörder. Tatsächlich ließen nach den Vergewaltigungen, die Tschetniks Albana und ihre Mutter in Ruhe. Der besoffene Kommandant gab ihnen 5 Minuten, um zu verschwinden. Sie hatten keine Zeit , die kleine Arigonna zu beerdigen. Albana zog damals ihre weinende und schreiende Mutter in den Wald und von dort aus weiter in das angrenzende Gebirge, All dies verfolgt Albana, bis heute jede Nacht im Schlaf. Alle Psychiater konnten ihr nach dem Krieg nicht helfen. Immer wieder erscheint ihr im Traum, jedne Nacht dieser widerliche Tschetnik Schwanz. Die schwitzenden stinkenden Mörderschwänze erscheinen ihr immer wieder, schweißgebadet wird sie wach. Schlafen ohne Horrortraum tut Albana nur wenn sie ihren jungen zweiundzwanzigjährigen Geliebten Enver ganz fest an sich drückt.

 

Adem

Der kleine Adem kommt von der Schule nach Hause. Freudig erregt wirft er sich gegen 14 Uhr seiner Mutter in die Arme. Wie immer steht für den zwölfjährigen ein gutes Essen auf dem Tisch. Adem weiß nicht wer sein Vater ist. Auch Albana weiß es nicht. Sie weiß nur, dass es einer von diesen verdammten Tschetniks im April 1999 war. Adem ist offiziell ein ganz normales Kind mit einer albanischen Mutter und einem verstorbenen albanischen Vater. Für die Familie von Albana, ist der Junge hingegen ein „Bastard“. Deshalb verjagte Bruder Agron einst Albana von Haus und Hof. Für die Familie ist Albana ehrlos und beschmutzt. Nichts desto trotz liebt Albana ihren hübschen Jungen mit dem gekräuselten Haar. Adem ist ein sehr aufgeweckter Junge. Die Leistungen von Adem in der Schule sind ausgezeichnet. Seine Mutter finanziert ihm eine Privatschule. Wie sie das Geld dazu aufbringt ist dem  Jungen nicht bewusst. Nur der Freund von Albana ahnt bitteres. Aber er liebt Albana und ist ihr sexuell verfallen. Der Junge Student Enver spielt oft mit Adem. Mutter Albana betrachtet beide liebevoll beim spielen. Gleichzeitig überlegt sie fieberhaft welche Ausrede sie erfinden muss, denn in einer Stunde wartet wieder ein halb impotenter „ Internationaler“ auf Albana in einem Hotel. Wieder wird sich Albana von einem UNMIK Typen gegen Geld ohne Gefühl ficken lassen.

 

Ende Teil 1