Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
23:28
22.03.2019

Max Brym hat Kurzgeschichten zum Leben in Kosova geschrieben. In absehbarer Zeit werden diese Geschichten in einem Verlag erscheinen. Kosova-Aktuell wird einmal die Woche Auszüge aus diesem Werk im Vorabdruck publizieren., Viele Tabus werden in dem Roman bezüglich Ehre, Verhalten und Sexualität gebrochen. Das Leben in Kosova wird in seiner grausamen sozialen Realität geschildert. Selbstverständlich wird der Verlag den Roman noch redigieren. Die Leser und Leserinnen von Kosova-Aktuell bekommen vorläufig nur die Rohfassung des Romanes zu lesen.

Im Hotel

Albana nahm ein Taxi der Kunde watete auf sie um 18 Uhr. „ Vielleicht will der -Internationale- noch vor 20 Uhr einen Orgasmus“ dachte Albana. An der Hotelbar entdeckte Albana plötzlich den widerlichen Ramush. Ramush kam auf sie zu und meinte: „ Drück noch schnell 100 Euro ab mein Täubchen“.  Der Kerl mit glattrasiertem Schädel war ein alter Bekannter von Albana. Sie wusste, dass dieser Ramush für den Geheimdienst der regierenden Partei arbeitet. Vor Jahren zwang sie dieser Typ mit dem viel zu engem Sakko zum Geschlechtsverkehr. Vor dem Akt drückte er ihr damals sein Messer an die Kehle.

Jetzt meinte er zu ihr,“ du triffst den Franzosen mit der dicken Brieftasche, du siehst wir wissen alles, gib mir sofort 100 Euro“. Albana meinte, „ so viel wird der Mann aber vielleicht nicht bezahlen“. Ramush sagte wie aus der Pistole geschossen, „ na ja meine kleine Nutte, du hattest aber heute schon Besuch, mach schon“. Albana  kramte 100 Euro aus ihrer Brieftasche. Wütend stapfte sie dann auf Zimmer 109.

Nach einem kurzen Klopfen öffnete ein mittelalterlicher Herr im Bademantel. „ Wenigstens stinkt der Kerl nicht, er duftet sogar nach dem neuesten Armani Parfüm“ dachte Albana. „Aber mit Blasen wird es nicht getan sein“ fuhr es Albana durch den Kopf. Sie braucht Geld hauptsächlich für ihren kleinen Adem. Die „Internationalen“ haben zwar Geld wie Heu aber selbst den Orgasmus wollen sie fast zum Nulltarif. Der Franzose sagte in sehr gebrochenem Englisch, „ du siehst gut aus was, steckt denn unter deinen Klamotten“. Albana entkleidete sich und zeigte ihm ihre prallen Titten. „Ho  nicht schlecht“ meinte der Franzose, „ was kostet denn das Ganze, ich will dich ficken“.

Wenn du 100 Euro bezahlst verpasse ich dir den Fick deines Lebens“ erwiderte Albana, „Nein höchstens 50 Euro du bist ja nicht mehr die Jüngste“ brummte der Franzose. Nein 100 Euro mein Süßer“ hauchte Albana. „ Ok wenn du schon da bist“ grummelte der schlanke Franzose. Rücksichtslos steckte der Herr zwei Finger in das Geschlechtsteil von Albana. „ Hoppla du bist ja noch gar nicht nass“ meinte er. „Das kommt schon noch mein Hecht“ erwiderte Albana. Sie legte sich auf die Seite und klemmte sich ihre Faust zwischen die Schenkel. Sie schob Falle ohne dass es der Franzose bemerkte. Nach zirka 30 Minuten kam es dem gertenschlanken Franzosen. Er spritzte in das Kondom in der Faust von Albana. Albana stand auf, ging ins Bad und machte sich frisch.

Nach einigen Minuten bellte der Franzose vor der Türe, „ mach schon ich habe noch einen wichtigen Termin mit einem Minister von euch.“ Um was geht es denn“ fragte Albana“„ Eigentlich geht es dich nichts an, du verdorbene Hure“ bemerkte der Herr im wieder angezogenen Bademantel, aber ich will es dir andeuten, bei euch soll in diesem Jahr einiges privatisiert werden, da wollen meine Auftraggeber dabei sein. Jetzt aber raus mit dir“  knurrte der Freier. Albana lief so schnell als möglich aus dem Hotel, weg von diesem  Kerl. Sie dachte, „ ja Firmen aufkaufen, Arbeiter feuern, Politiker schmieren und Frauen benützen so seid ihr drauf ihr Fatzkes.“  Vor solchen Figuren warnt sie ihr  junger Freund Enver immer. Enver ist politisch sehr engagiert. Stets versucht er Albana in politische Gespräche zu verwickeln. Im Gehirn von Albana arbeitete es. „ Mein Enver hat ja so Recht mit seiner sozialen Gleichheit und Selbstbestimmung, aber was wird wenn er erfährt, dass seine viel ältere Geliebte eine Hure ist ?“ Sie ging in das nächstliegende Café. Der Freier hatte ihr nicht mal was zu trinken angeboten.

Das Café war eines der vielen Cafés, die es in Prishtina gibt. Albana mied, wenn sie nichts spezielles vor hatte, die Caffehäuser der „ Internationalen“. In diesen Cafés wird gesoffen, Fußball geguckt und einige albanische Frauen und Mädchen suchen dort die große „ Liebe“. Für Albana ist konkret ein Kaffeehaus am Jugendpalast sehr ekelhaft. Aufgetackelte Frauen machen dort den „ Internationalen“ große Augen, in Wahrheit sind diese Frauen auch nichts anderes als Prostituierte. Allerdings ist diese Prostitution nicht nackt offen und ehrlich wie bei Albana. Die Damen lassen sich zum Essen einladen werden ausgeführt und dann erst ins Bett befördert. Ihnen geht es genau wie Albana darum der sozialen Not zu entfliehen. Der europäische Pass, die Möglichkeit zur Ausreise und Knete machen diese Frauen zu inoffiziellen Prostituierten.

In den kosovarischen Zeitungen stand vor einigen Jahren, dass der damalige Leiter der UNMIK Mission der Deutsche Steiner der Meinung sei: „ In Kosova gibt es die schönsten Frauen auf der ganzen Welt“. Albana trank den Kaffee aus und machte sich gefolgt von bewundernden Blicken der Männer auf den Weg nach Hause. Sie stellte fest, dass sie immer noch erotisierend auf fast alle Männer wirkte. Mit dem Bus ging es ab nach Hause. Dieser verdammte Ramush von der Regierungspartei hat mir fast den gesamten Tagesverdienst geraubt. Sie freute sich auf ihren Sohn Adem und auf ihren Freund Enver. Sie hoffte, dass Enver zu hause ist und nicht wieder auf einer Versammlung hockt, aufrührerischen Reden lauscht, oder Parolen gegen die EULEX an Wände und Ampelanlagen schreibt. Das was Enver tut gefiel ihr sehr aber sie sehnte sich nach wirklicher Liebe nachdem Adem in seinem Bett war.

Envers  Liebe.