Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:47
22.05.2019

Am Donnerstag den 12. September wird in München eine Autorenlesung zu dem Buch „ Kosova Kolonie und neoliberales El Dorado“ stattfinden. Auf Nachfrage erklärte der Autor des Buches, dass er auch an anderen Orten und bei anderen Organisationen „ Autorenlesungen“ machen würde. Veranstalter der Lesung ist in München die „ Sozialistische Alternative“ ( SAV ) .

Termine für Lesungen können mit der Redaktion von Kosova- Aktuell abgesprochen werden.

 

Viele Grüße

 

Für die Redaktion Genc Mustafa

 

Autorenlesung

 

Donnertag 5. September 19 Uhr Veranstaltung der SAV ( Sozialistische Alternative )

19 Uhr, “Eine-Welt-Haus”, Schwanthalerstr. 80, 80336 München (U4, U5 bis Theresienwiese)

Mit dem Autor des Buches Max Brym

Rezension des Buches Geschrieben von: Agron Sadiku

Es ist ein neues Buch unter dem Titel „ Kosova Kolonie und neoliberales El Dorado“ auf dem Buchmarkt. Der Autor des Buches Max Brym aus München, beschreibt sehr eindringlich die Folgen des Privatisierungsprozesses in Kosova. In dem Buch wird nachgewiesen wie dieser Prozess zur Massenverarmung in Kosova entscheidend beiträgt. Anhand sehr vieler Beispiele wird dies belegt. Sehr genau beschreibt der Autor die Privatisierung von Ferronikel in Drenas im Jahr 2006.

Es wir exakt belegt, dass diese Privatisierung mit Korruption verbunden war und 50% der Arbeiter ihre Arbeitsplätze verloren. Seit der Privatisierung steigt die Vergiftung der Umwelt in Drenas rapide an. Sehr viele Menschen haben Lungenerkrankungen, Bauern können ihre Felder wegen der Umweltvergiftung nicht mehr nutzen. Zum Komplex der Privatisierung gibt es sehr viele weitere Beispiele. Die Privatisierung des Flughafens, der Stromverteilung ( KEDS) sowie den Appetit auf den Rohstoffgiganten Trepca. Auch die jetzt vollzogene Privatisierung der PTK ( Telekommunikation Kosovas) wird beschrieben. Grundsätzlich geht der Autor davon aus, dass in Kosova mittels der Privatisierung enorme Reichtümer verschenkt werden. Dazu gibt es jede Menge Fakten und ein längeres Interview mit Visar Yimeri dem Fraktionsvorsitzenden der „ Bewegung für Selbstbestimmung ( VV) im Parlament. Der ökonomische Raubzug wird als Ausverkauf des Landes an internationale kapitalistische Konzerne dargestellt. Ziemlich präzise wird die Einleitung dieses Prozesses durch die UNMIK besonders unter der Ägide des deutschen Diplomaten Joachim Rücker belegt. Das Buch stellt Kosova die Diagnose, ein neoliberales internationales Versuchsfeld zu sein.

Andere Aspekte

Der Autor befasst sich auch mit der ethnischen Teilung des Landes. Das Buch zeichnet die von den „ Internationalen“ gewünschte Spaltung der Menschen in verschiedene Ethnien nach. Scharf wendet sich der Autor gegen die propagierte „ ethnische Toleranz“. Nach dem Autor soll dies nur die einfachen Menschen spalten. Das Buch geht davon aus, dass die gemeinsamen sozialen Klasseninteressen in Kosova neu entdeckt werden müssen. Nach dem Autor ist dies nur möglich durch die Akzeptanz des Selbstbestimmungsrechtes und der Überwindung der „ kolonialen Strukturen“.

Elsässer, Pirker, Oschlies und Co.

In dem Buch gibt es auch neben einem kurzen geschichtlichen Abriss auch einige Polemiken gegen die Kosova Debatte in der deutschen Öffentlichkeit. Dabei wird dem Ex Linken Jürgen Elsässer, unterstellt den Chauvinismus und die Querfront in Serbien seit der Milosevic Periode zu unterstützen. In einem längeren Abschnitt des Buches wird dem sogenannten Balkanspezialisten Oschlies der Vorwurf gemacht „ antialbanischen Rassismus“ zu propagieren. Dem Autor der „Jungen Welt“ Werner Pirker wird vorgeworfen ziemlich nahe an den Positionen der Rechten in Deutschland, Österreich und Serbien zu sein. Grundsätzlich spricht sich der linksstehende Brym für das Selbstbestimmungsrecht Kosovas aus. In der Polemik gegen Werner Pirker wirft er diesem vor den „ Demokratismus von Lenin“ in dieser Frage zu ignorieren. Dadurch ist Pirker nach Meinung des Autors nicht links sondern in der „ Kosova Frage weit rechts“ anzusiedeln.

Ruhmesblatt in der albanischen Geschichte

Herr Brym reißt in seinem Buch auch ein besonderes Kapitel in der kosovarisch-albanischen Geschichte an. In dem Buch steht: „Es ist ein Ruhmesblatt in der albanischen Geschichte, dass Albanien nach der faschistischen Besatzung 1945, als einziges Land in Europa wesentlich mehr Juden hatte als vor der Besatzung. Der bekannte Jude Albert Einstein, emigrierte über Albanien in den dreißiger Jahren in die USA.“ In der Stadt Prizren gibt es ein muslimisches Minarett mit einem Davidstern. In dem Buch von Herrn Brym findet sich auch eine Passage über die heutige „ Jüdische Gemeinde“ in Kosova. Vorsitzender ist Herr Demiri aus Prizren.

Auf alle Fälle ist das Buch von Max Brym sehr lesenswert

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