Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:35
20.05.2019

Nachbetrachtung zur Lesung aus dem Buch“ Es begann in Altötting“- im Münchner Gewerkschaftshaus. Sehr geehrter Herr Brym, ich war am 9. Juli auf ihrer gut besuchten Lesung zu Ihrem Buch“ Es begannen Altötting“ im Münchner Gewerkschaftshaus. Die Veranstaltung welche „Die Linke“ in München mit ihnen durchführte, war wirklich ausgezeichnet. Sie veranstalteten nicht einfach eine Lesung -sondern

erzählten - um Sie wörtlich zu zitieren:“ was in dem Buch steht“ . Mittlerweile habe ich Ihr Buch gelesen. Sowohl das Lesen als auch ihr Vortrag bereitete mir ein ziemliches Vergnügen. Es ist schon spannend zu erfahren wie Sie sich als junger Mensch politisierten. Von Anfang an hatten sie in der bayerischen Provinz spezielle in der Stadt Waldkraiburg, mit dem Antisemitismus zu kämpfen. Ihre Politisierung setzt im Kampf dagegen ein, es war aber auch sehr spannend zu erfahren wie sie von Robin Hood, Muhammed Ali über Rudi Dutschke zu Karl Marx kamen. Ein Teil ihres Lebens spielte sich in der Südostoberbergischen Provinz ab. Es sollte nicht vergessen werden, dass es damals gerade im Südostoberbayerischen Chemiedreieck nicht nur die DKP sondern auch jede Menge K Gruppen gab. Besonders amüsant fand ich ihre Geschichten über CSU und SPD Stadträte in den siebziger und achtziger Jahren in der Stadt Waldkraiburg. Anschaulich schildern Sie wie sie es schafften in der dortigen Region zum „Urfeind“ und „roten Max“ zu werden. Wirklich wichtig fand ich ihre „ehrliche Beichte“ über ihre politischen und persönlichen Fehler, die Sie einst begingen. Eine wichtige Erkenntnis ist das ja bei allen Wandlungen stets links geblieben sind. Sie trafen so unterschiedliche Personen wie Richard Scheringer Enver Hoxha, und Ernest Mandel. Äußerst lebendig referierten sie über ihre Wandlung vom Maoisten zum unorthodoxen Trotzkisten, wobei sie dem Begriff „ Trotzkist“ für sich selbst selten oder gar nicht verwenden ,denn wie sie ausführten wurde „unter diesem Namen viel Unsinn angestellt“. Ihr Vortrag war ein spannender Beitrag zur jüngsten deutschen Zeitgeschichte. Ihr Buch kann ich nur jedem empfehlen, es bereitet wirkliches Lesevergnügen. Allerdings muss ich eine leichte Kritik doch noch loswerden. Ihr Buch ist sehr lebendig und amüsant geschrieben, aber als Referent sind sie noch etwas stärker und lebendiger. Kompliment Herr Brym .

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Anton Kalb

 

PS: Sie können diesen Brief jederzeit veröffentlichen.

 

Anmerkung von Max Brym

 

Es ging auch im Kosova

 

Sehr geehrter Herr Kalb, vielen Dank für Ihren Brief und die Blumen. Hinweisen möchte ich noch auf die Tatsache, dass es in der Debatte im Gewerkschaftshaus auch sehr stark, um meine Erfahrungen in Kosova ging. Es gab einige Leute welche sich als links verstehen und Probleme mit dem Selbstbestimmungsrecht Kosovas hatten. Dagegen wurde die Haltung von Lenin gesetzt -für den Internationalismus darin bestand -das Selbstbestimmungsrecht zu akzeptieren. Ohne das Recht auf Selbstbestimmung für Kosova wird eine Verständigung mit den serbischen Arbeitern im Kampf gegen neoliberale soziale Grausamkeiten verunmöglicht. Einige anwesende Albaner aus Kosova wiesen sehr ruhig auf diesen Fakt hin. Gleichzeitig wurde auf die Tatsache verwiesen wie aktuell eine Feststellung von Rosa Luxemburg ist. Rosa Luxemburg schrieb: „ Freiheit hat ohne soziale Gleichheit keinen Wert. Soziale Gleichheit hat ohne Freiheit keinen Wert.“ Auf diese Formel verständigten sich alle Anwesenden.

Max Brym

 

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Wie war das Leben im stockkatholischen Altötting der 60er und 70er Jahre? Max Brym gibt in seinem Werk einen packenden Einblick in die Biografie eines politischen Aktivisten.
Die pointierte Darstellung seines Kampfes gegen Faschismus und Imperialismus, gegen Ausbeutung und Unterdrückung lässt für den Leser eine ganz andere Seite der jüngeren deutschen Geschichte erlebbar werden.