Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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20.10.2019

Vojislav Kostunica ist der designierte Ministerpräsident Serbiens. Am 2. März 04 stellte er sein Regierungsprogramm vor. Hauptsächlich beschäftigt sich die Erklärung mit dem „Kosovo-Problem“. Wenn ein normaler serbischer Arbeiter, Arbeitsloser oder Bauer Antworten auf seine realen Probleme von Kostunica erwartete hätte, so wurde er gründlich enttäuscht. Die Arbeitslosenquote liegt in Serbien bei 29,6%. Das Leistungsbilanzdefizit liegt in der Höhe von 1,3 Milliarden Dollar. Serbien sitzt in der internationalen Schuldenfalle mit Auslandschulden von fast 12 Milliarden Dollar.

Am 28. Dezember 03 fanden in Serbien Parlamentswahlen statt. Der große Sieger dieser Wahl war die "Serbische Radikale Partei" mit fast 28% der abgegebenen Stimmen. Der Vorsitzende der SRS, Vojislaw Seselj, ist in Den Haag wegen schwerer Kriegsverbrechen angeklagt. Er sitzt dort in der Nähe seines ehemaligen Regierungschefs Slobodan Milosevic ein. Die Partei von Milosevic, die serbischen "Sozialisten", erreichten bei den Wahlen 7,7% der Stimmen.

Mit klammheimlicher Freude nahmen viele in Kosova/Kosovo das Wahlresultat in Serbien zur Kenntnis. Bekanntlich errang die faschistische SRS (Serbische Radikale Partei) fast 28% der Stimmen. Viele Albaner in Kosova begrüßen dieses Resultat in der fatalen Hoffnung, dass in den westlichen Staaten nunmehr der Forderung nach Unabhängigkeit entgegengekommen wird. Von der UNMIK wird unter Hinweis auf die erstarkte faschistische Reaktion in Serbien etwas positives erwartet. Solche Haltungen sind perspektivlos und gehen von grundsätzlichen Fehleinschätzungen aus. Richtiger wäre es den Wahlsieg der Ultranationalisten in Serbien als Katastrophe sowohl für das serbische Volk als auch für das albanische Volk zu betrachten.

Relativ viel wird über den Prozeß in Den Haag gegen Slobodan Milosevic in der bundesdeutschen Presse berichtet. Für Organe wie die Junge Welt ist das Verfahren ein gewichtiges Thema. Stets wird der Angeklagte entgegen aller Fakten zum progressiven Helden verklärt. Um den Realitätsgehalt ihrer Berichterstattung schert sich die Junge Welt herzlich wenig. Es scheint das l!inke" Blatt aus Berlin nicht zu stören, dass sie argumentativ mit dem Rechtsberater von Milosevic, dem Franzosen Verges in einem Boot sitzen. Dieser erlangte einst traurigen Ruhm mit seiner pronazistischen Verteidigung des Nazimörders Klaus Barbie.

Am Donnerstag den 4. Dezember 03 wurden die Überreste von 44 getöteten Albanern aus Serbien nach Kosova überführt. Die Leichen stammen aus den in Serbien entdeckten Massengräbern in Selo, Perucac und Batajnice. An den Orten wurden bis dato 900 getötete Albaner exhumiert. Insgesamt werden in Kosovo noch fast 3000 Personen vermißt, die während der NATO- Intervention gegen Jugoslawien, von serbischen Militärs entweder entführt oder getötet wurden. Die Leichenfunde in Serbien fanden erst nach dem Sturz von Milosevic statt. Bis heute geht die Öffentlichkeit in Kosova davon aus, dass auch die angeblich demokratische serbische Regierung die Untersuchungen über serbische Kriegsverbrechen behindert.

In Mazedonien entwickelt sich neuerlich eine gefährliche Situation. Kürzlich brachte der Vorsitzende der (VMRO-DPMNE ) Georgievski die ethnische Teilung Mazedoniens ins Gespräch. Die Teilung Mazedoniens fordern auch die Vorsitzenden von zwei albanischen Parteien, nämlich Arben Xhaferi Vorsitzender der „Demokratischen Partei“, sowie Thaci , stellv. Vorsitzender der „ Partei für demokratische Prosperität“ .

Nebojsa Covic ist stellv. serbischer Ministerpräsident und Regierungsbeauftragter für Kosovo. Covic hatte vor einigen Tagen darauf hingewiesen, „dass ein Konflikt unvermeidbar sei, sollte Kosovo weiter in Richtung Unabhängigkeit gleiten“. Die albanischschprachige Tageszeitung Koha Ditore wertete die jüngste Erklärung von Covic als „ Kriegserklärung“. Scharf reagierte die Zeitung gegenüber den Erklärungen der serbischen Regierung und äußerte die Meinung „Covic verschärfe sein Vokabular und drohe mit Krieg, falls Kosova weiter in Richtung Unabhängigkeit marschiere".

Der serbische Ministerpräsident Djindjic sprach sich am Freitag den 7.3.03 für eine Teilung Kosovas aus. Nach der Meinung von Djindjic, "muß für Kosova eine Lösung wie in Zypern gefunden werden". Der in einem Interview vorgebrachte Teilungsplan kommt nicht überraschend. Die mehrheitlich von Serben bewohnten Kommunen Kosovas beschlossen kürzlich, einen eigenen Verbund der serbischen Gemeinden in Kosova zu realisieren.