Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Mehrere Pensionisten protestierten am Sonntag den 3. August vor dem Rathaus in Gjakova, gegen ihre minimalen Renten. Der Rentner Kujtim Kulledra, erklärte gegenüber der Presse: „ Nach vierzig Jahren Arbeit als Ingenieur erhalte ich 40 Euro Rente im Monat.“ Dieser Rentenhöchstbetrag verurteilt die Pensionisten zu einem Leben in nackter Armut.

 In Kosova ist der Euro Landeswährung, die Lebenshaltungskosten sind mit den Preisen in Deutschland weitgehend vergleichbar. Scharf kritisierten die Rentner Abaz Xharr und Enver Fersin, auch die Ignoranz der Kommune gegenüber ihrem Schicksal. Sie warfen den beiden führenden Kommunalpolitikern Shehu und Grezda vor keinerlei örtliches Sozialprogramm mindestens zur Sicherung von Medikamenten, für die Pensionisten aufzulegen. Dazu sagte der Rentner Abaz Xharra: „ Ich habe vierzig Jahre gearbeitet, jetzt habe ich kein Geld und keine Medikamente.“ Grundsätzlich gingen die Pensionisten davon aus, dass die Renten in Kosova erhöht werden könnten. Dabei verwiesen sie auf die Einkommen der Neureichen, sowie der UNMIK-Beamten. Gefordert wurde eine andere Steuerpolitik, die Einkommen progressiv besteuert und Steuererhöhungen für Luxusgüter.

Die andere Seite der Medaille


Die Gesellschaft in Kosova teilt sich immer deutlicher in arm und reich. Nach internationalen Studien vegetieren 11% der Bevölkerung in absoluter Armut vor sich hin. Sie leben von weniger als 1 Dollar pro Tag. Rund 50% der Bevölkerung gelten als arm, sie leben von einem Betrag zwischen 1und 3 Dollar am Tag. Auf dem anderen Pol der Gesellschaft entwickelt sich eine Art von Mafia- Bourgeoisie, zudem existiert ein Klüngel der plutokratisch seine Finger in den Staatshaushalt Kosovas steckt. Im Parlament wird zur Zeit der Fall des ehemaligen Parlamentspräsidenten Nexhat Daci, ( LDK) untersucht. Dem politisch im Fraktionskampf unterlegenen Daci, wird vorgehalten, dass er widerrechtlich Staatsmittel in Millionenhöhe verschleuderte. Die Presse veröffentlicht Dokumente über seinen illegal errichteten Palast im Park Germia und seine Luxuswagen, die Daci auf Kosten des Etats von Kosova orderte. Die Ausschreibungen, welche Daci für seine „Repräsentationsbauten“ herausgab, waren vom Stigma der Korruption gezeichnet. Ein Fall den die Zeitung Koha Ditore am 4. August dokumentiert belegt, dass Daci in einem konkreten Fall Aufträge an eine Firma vergab, die um 300.000 Euro mehr verlangte als eine andere Firma.