Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:14
22.08.2019
1. Skanderbeg - eigentlich Georg Kastriota oder Gjergj Kastrioti Skënderbeu auf Albanisch - (* 1405, † 17. Januar 1468 in Lezha) war albanischer Fürst und ist durch seine Verteidigung Albaniens gegen das Osmanische Reich zum Nationalhelden Albaniens geworden. 1415 und wieder 1423 wurde der junge Georg als Geisel an den Hof des Sultans nach Adrianopel geschickt, wo er als Angehöriger des Pagenkorps zum Islam übertrat und den türkischen Namen Iskender erhielt (daher sein Beiname Skanderbeg). 1438 wurde er von Murad II. als Beg und Wali von Misia, Skuria und Jonima (Hauptstadt Kruja) ins heimatliche Albanien gesandt.

Als im November 1443 die Ungarn über die Türken siegten, verließ Skanderbeg mit ihm unterstellten Albanern das Heer des Sultans. Er bemächtigte sich am 27. November 1443 der Festung Kruja und fiel am folgenden Tag offen vom Sultan ab.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts verteidigte Skanderbeg, von der Festung Kruja aus, Albanien gegen das Osmanische Reich. Die Osmanen versuchten wiederholt mit riesigen Streitmächten, die Macht von Skanderbeg zu brechen. So belagerten sie Kruja wiederholt, ohne die Festung einnehmen zu können. Die albanischen Truppen waren aber zu schwach, um die Türken komplett zu vertreiben, und die erhoffte Unterstützung von anderen bedeutenden europäischen Herrschern blieb aus.

Grab in LezhaErst nach seinem Tod konnten die Türken 1478 Albanien endgültig besetzen und mehr als 400 Jahre beherrschen. Skanderbeg wurde in einer Kirche im nordalbanischen Lezha begraben. Kirche und Grab wurden aber von den Türken zerstört, so dass heute nur noch Ruinen zu sehen sind. An dieser Stelle befinden sich heute ein Mahnmal mit Nachbildungen des Helmes und des Schwerts von Skanderbeg. Die Originale sind im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Skanderbeg wurde schon zu Lebzeiten in ganz Westeuropa berühmt. Der Papst bezeichnete ihn als Athleta Christi. Sein erfolgreicher Kampf gegen die "Ungläubigen" brachte ihm nicht nur den Status als Nationalhelden Albaniens ein, sondern war auch Thema zahlreicher Bücher, Theater und einer Oper von Antonio Vivaldi, die oft erst einige hundert Jahre nach seinem Tod verfasst wurden.


2. Isa Boletini

Isa Boletini (* 1864 in Boletin, Kosovo; † 23. Januar 1916 in Podgorica, Montenegro) war Patriot, Stratege, Organisator der Bewegung für Freiheit und nationale Vereinigung wurde in Boletin bei Mitrovica geboren. In seiner Familie war der Patriotismus fester Bestandteil ihrer Tradition.

Bereits im Alter von 17 Jahren nahm er Teil, an der Liga von Prizren, in der Schlacht von Slivovë (22. April 1881), Kosovo, gegen die Osmanen.

1899 bis 1900 unterstützte er Haxhi Zeka und andere Patrioten bei der Gründung der Liga von Peja, Kosovo, und im Widerstand gegen die damaligen Feinde, den osmanischen Herrschern und den eigenen Nachbarn.

1901 bis 1902 wurde Isa Boletini Oberhaupt der kosovarischen Bewegung gegen das Einmarschieren Serbiens, Montenegros, Russlands und Österreich-Ungarn in Albanien. Wegen dem wurde er nach Istanbul gerufen und bis 1906 von der Außenwelt isoliert. Er befürwortete die jungtürkische Revolution 1908 und war einer der Mitbegründer des Konvents von Ferizaj, Kosovo, der sehr wichtig für die Verkündung der Unabhängigkeit Albaniens war.

Isa Boletini kehrte der jungtürkischen Politik den Rücken und kristallisierte sich als Anführer des großen aufständischen Bestrebens des Volkes nach Freiheit. Er fungierte als Oberbefehlshaber in den Zonen Shtimlje-Carralevë (1910), Drenicë-Mitrovicë und Podujevë-Prishtinë (1912) gegen die osmanische Armee.

Während des Balkankrieges im November 1912 kämpfte er als Hauptmann der freiwilligen bewaffneten Gruppen für die Verteidigung des albanischen Landes gegen die Serben.

In den Tagen der Ernennung der Unabhängigkeit Albaniens (28. November 1912 in Vlora) traf Isa Boletini, Ismail Qemaili, dessen damaligen provisorischen Regierungssitz in Vlora er gemeinsam mit anderen Landsleuten beschützte.

1913 ging er gemeinsam mit Ismail Qemaili nach London, wo Isa Boletini in der damaligen Londoner-Konferenz stark gegen das Bestreben der Grossmächte, Albanien an die Nachbarn aufzuteilen, protestierte.

Durch sein vom Krieg geprägtes Leben und seiner Liebe zu Albanien erwarb er in kurzer Zeit großes Ansehen.

Zitat: "Ich fühl mich wohl, wenn es Albanien gut geht"

 

3. Fan Noli

Theophan (Fan) Stylian Noli (*6. Januar 1882, † 13. März 1965) war orthodoxer albanischer Bischof und Politiker. 1924 bekleidete er für kurze Zeit das Amt des albanischen Ministerpräsidenten.

Geboren in Thrakien lebte Noli als junger Mann in der griechischen Hauptstadt Athen, und im ägyptischen Alexandria. Er war in seinen jungen Jahren als Hauslehrer, Übersetzer und Schauspieler tätig. Über seine Kontakte zur albanischen Diaspora wurde er früh ein Anhänger der albanischen Nationalbewegung Rilindija. 1906 ging er in die USA nach Boston, um dort die albanische Emigrantengemeinde für die Nationalbewegung zu mobilisieren. Noli arbeitete für verschiedene Zeitschriften und engagierte sich vor allem für die Gründung einer orthodoxen albanischen Kirche in den USA, weil die orthodoxen Albaner sich von der griechischen Kirche, der sie bis dahin angehörten, unterdrückt fühlten. Er wurde 1908 von einem russischen Bischof zum Priester geweiht und zelebrierte im selben Jahr erstmals die Liturgie in albanischer Sprache. Von 1908 bis 1912 absolvierte Noli ein Studium in Harvard und kehrte dann nach Europa zurück, um auch dort die albanische Unabhängigkeitsbewegung zu unterstützen. 1913 kam er zum ersten Mal in das gerade unabhängig gewordene Albanien. Während des Ersten Weltkriegs hielt er sich wieder in den USA auf, wo er der Vorsitzende des albanischen Vereins Vatra wurde. Damit war er praktisch das Oberhaupt der albanischen Diaspora in Nordamerika. Nach dem Krieg konnte er den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson dazu bewegen, sich bei den Pariser Friedensverhandlungen für die albanische Unabhängigkeit auszusprechen, die dann auch erreicht werden konnte. Mit der Aufnahme Albaniens in den Völkerbund war der junge Staat international anerkannt. Auch dieser Erfolg war wesentlich ein Verdienst von Fan Noli.

1921 kam Noli als Vertreter der liberalen Vatra-Partei ins albanische Parlament, wo er diese Fraktion leitete. Er war kurze Zeit Außenminister unter Ministerpräsident Xhafer Ypi und stand dann in scharfer Opposition zu Ypis Nachfolger Ahmed Zogu, der die konservativen Großgrundbesitzer anführte. Als Zogu, der einen liberalen Politiker ermorden lassen hatte (vorher hatte es einen Mordversuch an Zogu gegeben), im März 1924 vor dem Volkszorn nach Jugoslawien fliehen musste, war der Weg frei für eine liberale Regierung unter Fan Noli. Im Juli 1924 wurde er Ministerpräsident.

Sein demokratisches Reformprogramm war in der politischen Elite sehr unbeliebt und bereits Weihnachten 1924 wurde Fan Noli von den Anhängern Zogus gestürzt. Er floh nach Italien und kehrte später in die USA zurück, wo er im Exil seit 1932 eine demokratische Opposition gegen Zogu zu formieren versuchte. Letzter hatte sich 1928 zum König von Albanien erklärt.

Noli engagierte sich von Amerika aus auch für die Gründung der Autokephalen orthodoxen Kirche von Albanien. Insbesondere wirkte er an der Übersetzung der liturgischen Texte ins Albanische mit. Er tat sich aber auch als Übersetzer von Werken der Weltliteratur (z.B. William Shakespeare) in seine Muttersprache hervor. Im Zweiten Weltkrieg hatte er Kontakt zu den albanischen Kommunisten unter Enver Hoxha. Er befürwortete deren Anerkennung als die rechtmäßigen Vertreter Albaniens in der Anti-Hitler-Koalition durch die US-Regierung. Seinen Lebensabend verbrachte Noli in Florida, wo er am 13. März 1965 im Alter von 83 Jahren gestorben ist.

 

4. Ahmed Zogu

Ahmed Zogu ( * 8. Oktober 1895 als Ahmed Bej Zogolli in Burgajet, † 9. April 1961 in Suresnes, Frankreich) war von 1925 bis 1928 Präsident Albaniens und von 1928 bis 1939 König der Albaner.

Zogu wurde in der elterlichen Festung Burgajet in der Region Mat im hügeligen albanischen Hinterland in eine stark traditionelle, muslimische Gesellschaft geboren. Sein Vater Xhemal Pasha Zogu war ein lokaler Feudalherr (Bajraktar). Seine Mutter Sadije Toptani, die zweite Frau Zogus, stammte aus einer angesehenen Familie. Ahmed war nicht erstgeborener, aber immer der bevorzugte Sohn im Haus. Schon als kleiner Bub wurde er zur Ausbildung nach Istanbul geschickt. Als sein Vater 1911 starb, kehrte er zurück nach Albanien, um dessen Nachfolge zu übernehmen.

Während des Ersten Weltkriegs versuchte Zogu, seinen Machtbereich über Mat auszudehnen, indem er die chaotischen Zustände nutzte. Dank der Tatsache, dass er zusammen mit bewaffneten Gefolgsleuten aus Mat zur richtigen Zeit im noch unbesetzten Durrës auftauchte, gelang es ihm, politisch Einfluss zu nehmen. So hatte er im Februar 1916 eine führende Position in der provisorischen Nationalversammlung, zu der sich einige Albaner vereinigten. Diese albanische Unabhängigkeitsbewegung war nicht im Interesse des neuen Besatzers Nord- und Mittelalbaniens, Österreich-Ungarns. Hingegen wollten sie Zogu als ihren Verbündeten haben und erklärten ihm zu einem Obersten ihrer k.k. Armee. Er kommandierte wenig erfolgreich kleine Verbände und wurde in der Folge nach Wien geschickt und dort bis Kriegsende festgehalten.

Beim Kongress von Lushnja im Januar 1920, als die Albaner begannen, ihr Land wieder selber zu regieren, war auch Zogu dabei. In der in Lushnja gewählten Regierung unter Sulejman Bej Delvina erhielt der junge Zogu den Posten des Innenministers. In dieser Position erlangte er rasch Einfluss. In kurzer Abfolge kam es zu rechtmäßigen und unrechtmäßigen Regierungswechseln, wobei auch Zogu mit Waffengewalt seinen Machtkreis erweiterte. Wiederholt konnten Zogu und seine treue Gefolgschaft aus Mat auch Aufstände abwehren, wie beispielsweise 1922 einen von Bajram Curri. Am 2. Dezember 1922 wurde Zogu siebter Ministerpräsident Albaniens seit dem Kongress von Lushnja.

Obwohl Zogu sich verhältnismäßig lange in diesem Amt halten konnte, war er nicht unumstritten. Politische Gegner führten ein Attentat auf ihn aus: Am 23. Februar 1923 wurde er im Parlament angeschossen, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Neuer Ministerpräsident wurde der Vater seiner Verlobten. Ein vereinter Aufstand der Opposition im Frühjahr 1924 war erfolgreich: Zogu flüchtete aus dem Land nach Jugoslawien und Fan Noli wurde neuer Ministerpräsident. Im Dezember des gleichen Jahrs war Zogu aber bereits wieder zurück in Tirana. Mit jugoslawischer Unterstützung hatte er eine große Armee zusammengestellt. Dafür versprach er ihnen ein kleines Stück Albanien, das Kloster Shen Naum am Ohridsee. Die meisten Oppositionellen verließen das Land.


Präsident

Am 15. Januar 1925 ließ Zogu Albanien vom Parlament zur Republik nach amerikanischem Vorbild erklären. Am 31. Januar 1925 wurde er zum Präsidenten gewählt. Politische Gegner hatte Zogu kaum mehr im Land und die Macht, die ihm die neue Verfassung einräumte, war sehr weitläufig. Trotz allem war es ihm nicht einfach, die großen Probleme des sehr rückständigen Landes zu lösen. Vor allem fehlten dem Staat die notwendigen Finanzen, um notwendige Reformen durchzuführen und den Staatsapparat mit Militär aufrecht zu erhalten. Zogu musste sich immer wieder die Loyalität von regionalen Stammesführern und Beis erkaufen. Es gelang ihm zumindest, langsam das Gefühl einer albanischen Nation in den Albanern zu wecken, für die zuvor meist nur der eigene Clan von Bedeutung gewesen war.

Um nicht in die Abhängigkeit eines einzigen, nicht immer freundlich gesinnten Staates zu gelangen, wandte sich Zogu von Jugoslawien ab und suchte in Italien Unterstützung. In den Jahren 1926 und 1927 erkauften sich die Italiener großen Einfluss auf der anderen Seite der Adria.


König Zogu

Briefmarke des Königreich AlbaniensAm 1. September 1928 krönte sich Zogu zum König der Albaner (Zogu i pare) und erklärte das Land zu einer konstitutionellen Monarchie. Um seinen Machtanspruch begründen zu können, erklärte er sich zum Nachkommen von Skanderbeg.

Zogus Regime brachte Albanien Stabilität und einen kleinen Aufschwung. Mit italienischer Unterstützung wurden Armee und Staat reformiert, Strassen und Brücken gebaut und erste Sümpfe trocken gelegt. Das kleine Albanien gelangte aber so immer mehr in die finanzielle Abhängigkeit und unter die Kontrolle von Italien. Dessen Diktator Mussolini zielte darauf ab, seinen Einfluss auf dem Balkan auszuweiten. Zogus Versuche, sich allmählich wieder von Italien zu lösen und sich andere Partner zu suchen, stießen in Westeuropa auf taube Ohren.

Am 27. April 1938 heiratete Zog die - verarmte - ungarisch-amerikanische Hochadelige Geraldine Apponyi. Am 5. April 1939 gebar sie einen Sohn, Leka I.

Nur zwei Tage später, am 7. April, fielen italienische Truppen in Albanien ein, nachdem Zogu zuvor italienische Forderungen, die einem unabhängigen Staat unzumutbar waren, abgelehnt hatte. Albanien wurde zum italienischen Protektorat und Teil des italienischen Königreiches unter Viktor Emanuel III. Zogu und seine junge Familie mussten nach Griechenland fliehen.


Exil

Die folgenden Jahre verbrachte die "königliche" Familie in Großbritannien und Ägypten. Zogu machte deutlich, dass er nach wie vor rechtmäßiges Staatsoberhaupt Albaniens sei. Nach dem Krieg kamen die Kommunisten unter Enver Hoxha an die Macht. Am 2. Januar 1946 legte er sein Amt nieder, erhob aber nach wie vor Anspruch auf den Thron.

Zogu sollte seine Heimat nicht wieder sehen. Nach Aufenthalten in Großbritannien und Ägypten starb er am 9. April 1961 in Frankreich an Magenkrebs.

Versuche, in Albanien Revolutionen anzuzetteln, führten nicht zum Erfolg. Erst nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wurde die Frage nach der Monarchie wieder aktuell. Das albanische Volk sprach sich in einem Referendum 1997 gegen die Wiedereinführung der Monarchie unter Zogus Sohn Leka aus.

 

5. Enver Hoxha

Enver Hoxha (gesprochen: Enver Hodscha) (* 16. Oktober 1908 in Gjirokaster; † 11. April 1985 in Tirana) war lange Zeit der politische Führer Albaniens.

Er wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren; der Vater war Apotheker (nach anderen Quellen Tuchhändler). Enver Hoxha studierte in Tirana, von 1930 bis 1934 in Montpellier und Paris. Von 1934 bis 1936 studierte er dann in Brüssel Jura und wurde dort Sekretär im Albanischen Konsulat. In Frankreich und Belgien kam Hoxha erstmals intensiv mit kommunistischen Ideen in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Albanien arbeitete er als Französischlehrer in seiner ehemaligen Schule in Korca, bis er 1939 ein Berufsverbot erhielt. Danach betrieb er einen Tabakladen in Tirana.

1941 gründete Hoxha mit jugoslawischer Hilfe die Kommunistische Partei Albaniens, deren Vorsitzender er ab 1943 war und die 1948 in Partei der Arbeit Albaniens umbenannt wurde. Am 10. November 1944 rief er die Unabhängigkeit Albaniens aus.

Wirtschaftliche und politische Spannungen mit Jugoslawien und dessen Staatspräsidenten Josip Broz Tito führten ab 1948 dazu, dass sich Enver Hoxha eng an Stalins Sowjetunion anlehnte. Gleichzeitig ließ er Oppositionelle liquidieren.

Der Tod Stalins und die Entstalinisierung in der Sowjetunion führte ab 1956 dazu, dass Enver Hoxha 1961 die Beziehungen mit der UdSSR abbrach und ein enges Bündnis mit der Volksrepublik China einging. Daraufhin wurde der Maoismus auch zur offiziellen Linie der Partei der Arbeit Albaniens erhoben. Alle religiösen Traditionen des Landes wurden radikal bekämpft, und schließlich erklärte Hoxha 1967 Albanien zum "ersten atheistischen Staat der Welt". Moscheen und insbesondere Kirchen wurden zerstört oder zweckentfremdet. 1968 trat Albanien unter Hoxhas Führung formell aus dem Warschauer Pakt, dem Verteidigungsbündnis des Ostblocks, aus. Nach dem Tod von Lin Biao († 1971) sowie Mao Zedong († 1976) und der damit einhergehenden Veränderung der chinesischen Politik brach Hoxha 1978 auch die Beziehungen zur Volksrepublik China ab und betrieb bis zu seinem Tode eine Außenpolitik der völligen Bindungslosigkeit.

Da er auf jeden Fall die Unabhängigkeit Albaniens sichern wollte, ließ er im ganzen Land ca. 600.000 Bunker an strategisch wichtigen Punkten bauen. Extra dafür wurde die Betonindustrie umfangreich ausgebaut und teurer Spezialstahl importiert.

Trotz mehrerer schwerer gesundheitlicher Schläge (Diabetes, Herzinsuffizienz und kleinere Schlaganfälle) führte er bis zuletzt die politischen Geschäfte und leitete mehrere Säuberungsaktionen - die letzte 1981/82 gegen den mächtigen Premierminister Mehmet Shehu und mehrere wichtige Minister.

Das ehemalige Museum von Enver Hoxha in TiranaAm 11. April 1985 starb Enver Hoxha in Tirana im Alter von 76 Jahren an Herzversagen. Er wurde auf dem Friedhof der Kriegshelden in Tirana begraben. Sein politischer Erbe Ramiz Alia übernahm dann die Führung der Partei und des Staates. Nach dem Sturz des Kommunismus wurde Hoxhas Leichnam vom Friedhof der Kriegshelden in Tirana exhumiert und auf einem der städtischen Friedhöfe im kleinen Kreis bestattet. Das ihm gewidmete Museum in Tirana wurde in ein Kulturzentrum umgewandelt, zahlreiche Institutionen, die nach Hoxhas Tod seinen Namen getragen hatten, wieder umbenannt.

Enver Hoxha war mit Nexhmije Hoxha verheiratet und hatte zwei Söhne (Ilir Hoxha und Sokol Hoxha) sowie eine Tochter (Pranvera Hoxha).