Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:45
15.09.2019

 In einem Interview mit dem albanischen Fernsehsender OraNews erklärte der neue Bürgermeister von Prishtina Shpend Ahmeti: „Ich bin ein Linker- Ich habe ein sozialdemokratisches Konzept links von der Mitte“ Nach Ahmeti fällt diese Orientierung weitgehend mit der Orientierung der „ Bewegung für Selbstbestimmung“ ( VV) zusammen. Ahmeti wurde auch darauf angesprochen ob

dieses Konzept auch das Konzept von VV sei, dazu meinte Ahmeti: „Weitgehend ja“. Weiter erklärte Ahmeti, dass es in „VV interne Demokratie gibt und uns niemand trennen kann“. Stark bezog sich Ahmeti positiv auf die Zeit unter dem Bürgermeister Edi Rama in Tirana. Das Gespräch hat nach meinem dafürhalten zwei wichtige Aspekte: „ Zunächst einmal den positiven Aspekt, dass sich jemand als links bezeichnet. Dies stellt einen gewissen Kulturbruch in Kosova dar. Alle anderen Parteien bezeichnen sich als Parteien der „ rechten Mitte“. Links war lange Zeit ein absolutes Schimpfwort in Kosova. Dies rührt daher, dass die Albaner von sogenannten „Kommunisten“ und „Sozialisten“ im alten Jugoslawien unterdrückt wurden. Selbst der nationalistische Mörder Milosevic nannte sich „Sozialist“. Aber das Interview zeigt auch etwas anderes: In der VV gibt es objektiv eine Strömung, die weiter links steht als Ahmeti. Für viele vor allem junge Aktivisten ist eine Problemlösung in Kosova nur mittels eines radikalen Bruchs mit dem System möglich. Das System in Kosova ist kolonialistisch und kapitalistisch. Für viele können die Probleme nicht mit sozialdemokratischer Medizin behandelt werden. Die Sozialdemokratie ist in Europa mit der Mitgestaltung des Systems beschäftigt. Speziell in EU Krisenländern wie Griechenland, Portugal, oder Spanien, ist die alte Sozialdemokratie fast am Ende. Radikale Situationen erfordern radikale Lösungen. Deshalb ist für viele in VV, die „ Radikale Linke“ in Griechenland eher interessant als beispielsweise die bürgerliche deutsche Sozialdemokratie. Die beiden deutschen Sozialdemokraten Steiner und Joachim Rücker trugen als Chefs der UNMIK wesentliche Mitverantwortung für den Privatisierungsprozess in Kosova. Letzterer kostete 76.000 Arbeitsplätze.

 

http://www.telegrafi.com/lajme/shpend-ahmeti-une-jam-i-majt-2-38923.html

 

 

Offener Brief - Wohin geht die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ in Kosova ?

http://www.kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2132:offener-brief-wohin-geht-die-bewegung-fuer-selbstbestimmung-in-kosova&catid=31&Itemid=115