Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:30
20.08.2019
Die serbische Delegation boykottiert die für den heutigen Dienstag angesetzte zweite „Verhandlungsrunde“ über Kosova in Wien. Die serbische Delegation erklärt, sie könne nicht akzeptieren, dass die UNO-Vermittler den Schutz der serbischen Minderheit im Kosova schon für Dienstag auf die Tagesordnung gesetzt hätten.Nach Ansicht Belgrads darf dieses Thema erst im Zusammenhang mit Verhandlungen über den rechtlichen Status der seit 1999 von den UNO verwalteten Provinz behandelt werden, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Zuvor waren die Gespräche über die Zukunft Kosovas in Wien fortgesetzt worden. Der UNO-Sicherheitsrat wird auf der Basis der Verhandlungen möglicherweise noch in diesem Herbst entscheiden, welchen Status Kosova künftig erhalten soll Im Mittelpunkt des Treffens stand erneut die künftige Verlagerung wichtiger Verwaltungsaufgaben auf die Gemeinden der serbischen Minderheit. Bei der von Belgrad verlangten Gründung neuer serbischer Gemeinden zeichnete sich eine Annäherung ab. Die serbische Delegation fordert inzwischen zwölf statt bisher 16 solcher neuen Verwaltungseinheiten. Damit plant Belgrad parallele staatliche Strukturen in Kosova, auf völkischer Basis zu installieren. Den Gemeinden soll vollständige Polizei, Justiz und Verwaltungshoheit gegeben werden. Es ist vorgesehen den serbischen Enklaven in Kosova Sonderbeziehungen zum serbischen Staat zu ermöglichen. Verbunden mit den Ansprüchen der serbisch orthodoxen Kirche, nach ihren einst verlustig gegangenen Grundbesitzungen, wäre ein Staat Kosova, auch wenn es formal die Unabhängigkeit geben würde, geteilt und nicht lebensfähig. Auf der Agenda der imperialen Mächte steht die Errichtung eines neuen Protektorates unter dem Dach der EU. Die imperialen Mächte gehen auf den serbischen Staat zu. Immer deutlicher wird das Wort „Kompromiss“gebraucht,um das Selbstbestimmungsrecht Kosovas zu unterdrücken. Dazu schreibt die Berliner Zeitung am 7.8.06-„Noch unwahrscheinlicher ist es, dass bis zum Jahresende eine Einigung über die grundsätzliche Frage zustande kommt: Was wird Kosovo in Zukunft sein? Gerade erst haben die serbischen Politiker in den Entwurf einer neuen Verfassung geschrieben, dass Kosovo ein Bestandteil Serbiens ist. Kostunica machte deutlich, Belgrad werde nicht einmal für eine Mitgliedschaft in der EU auf die Region verzichten. Und die Nationalisten, die in Belgrad immer stärker werden, rasselten vorsorglich mit den Säbeln. Sie kündigten an, mit der Waffe in der Hand um Kosovo zu kämpfen. Die Albaner warten äußerlich gelassen ab, ohne sich auch nur einen Millimeter in Richtung eines Kompromisses zu bewegen.Dann wird der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ins Spiel kommen. Er hat 1999 nach Kriegsende in der Resolution 1244 entschieden, dass Kosovo integraler Bestandteil Serbiens bleibt, gleichzeitig aber unter ein Protektorat der Uno gestellt wird. Der Sicherheitsrat steht vor einer heiklen Aufgabe. Die Diplomaten wissen sehr gut, dass ein endgültiger Schiedsspruch, der über die Köpfe der Beteiligten hinweg gefällt wird, keine Stabilität für die Region bringen kann. So bleibt nur, die Resolution 1244 durch eine neue Übergangslösung zu ersetzen - einen Kompromiss, der weder Serben noch Kosovo-Albaner zufrieden stellt, aber wenigstens keine neue Konfrontation herbeiführt.“

Berliner Zeitung, 07.08.2006

Fazit

 Die Unabhängigkeit Kosovas wird es nicht am grünen Tisch geben. Das Volk in Kosova muß sein Recht auf Unabhängigkeit selbsttätig erkämpfen. Jeder andere Weg ist eine Illusion oder bewußter Verrat,