Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Keinem normalen Menschen fällt es im Jahr 2005 ein, die Unabhängigkeit Algeriens in Frage zu stellen. Wenn dagegen ein internationaler Spitzendiplomat aktuell zu Kosova befragt wird, verneint er vehement das Selbstbestimmungsrecht Kosovas. Mächtige Staaten sind in bestimmter Konkurrenz zueinander angetreten, um in unterschiedlicher Form, den Willen der Menschen in Kosova zu ignorieren. Der deutsche Philosoph Hegel bemerkt an einer Stelle, „dass sich Geschichte sozusagen zweimal wiederholt“. Von Karl Marx gibt es das Zitat," dass sich Geschichte einmal als Tragödie und das andere Mal als Farce“ abspielt.

Die Argumentation des serbischen Staates besteht in der Behauptung: „Kosova sei ein unveräußerlicher Teil Serbiens“. Genau so versuchte der französische Kolonialismus seine Herrschaft über Algerien zu rechtfertigen. Bis zum Jahr 1962 bezeichnete Frankreich Algerien nicht als Kolonie, sondern als Teil Frankreichs. Dennoch gab es im Jahr 1962 die Unabhängigkeit Algeriens. Die Redaktion von Kosova-Aktuell veröffentlicht deshalb gerne einen Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Kampf um die algerische Unabhängigkeit, zwischen 1954 und 1962, weist viele Gemeinsamkeiten mit der Entwicklung in Kosova auf.

  

Algerienkrieg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Algerienkrieg bezeichnet den Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens in den Jahren 1954 bis 1962.


Unruhen 1945

Im Mai 1945 kam es in einigen algerischen Städten zu schweren Unruhen, die neun Jahre später in den Algerienkrieg mündeten.


Verlauf

Da Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg die Unabhängigkeit Algeriens weiter ablehnte, u. a. wegen der starken französischen Minderheit von 800.000 Siedlern (Colons) bei 8 Millionen Einwohnern, begann die algerische Befreiungsfront (FLN) am 1. November 1954 mit dem bewaffneten Kampf. Der Konflikt weitete sich aus, als die FLN seit 1956 durch das mittlerweile unabhängige Marokko und Tunesien unterstützt wurde. Die französischen Truppen wurden in der Folgezeit auf ca. 500.000 Mann verstärkt und konnten teilweise Erfolge erzielen. So wurde 1957 unter dem Kommando von General Jacques Massu in der "Schlacht von Algier" die FLN zerschlagen. Auch wenn Frankreich in der Folgezeit den militärischen Nachschub für die FLN teilweise unterbinden konnte, war eine vollständige Befriedung des Landes gegen die Guerillaeinheiten der FLN nicht möglich.

Zunehmend kam es wegen der Kämpfe auch zu heftigen Spannungen unter den Franzosen selbst. Während in Frankreich eine Mehrheit der Bevölkerung eine Beendigung des Krieges und die Unabhängigkeit Algeriens akzeptieren wollte, drohten Teile des Militärs und der Siedler mit einem Putsch. Nachdem in Frankreich bei einem Referendum 1961 78 % der Bevölkerung für einen Rückzug aus Algerien gestimmt hatten, kam es zu verstärkten Terrorakten der französischen Siedler bzw. ihrer Geheimorganisation OAS. Diese wurden von der FLN mit Gegenterror beantwortet. Nach längeren Verhandlungen erkannte Charles de Gaulle im Abkommen von Evian am 13. März 1962 die Unabhängigkeit Algeriens an. Auch wenn den französischen Siedlern ihr Eigentum garantiert wurde, kam es zu einer Massenflucht nach Frankreich. Am 1. Juni 1962 wurde Algerien in die Unabhängigkeit entlassen.


Opfer

Während des siebeneinhalb Jahre andauernden Krieges starben nach französischen Angaben: 17.459 Soldaten (davon 5.966 nicht im Gefecht getötet). Die FLN schätzte ihre Verluste 1962 auf etwa 300.000.

Die Gesamtzahl getöteter Araber wurde von Frankreich später mit 350.000, von algerischen Quellen mit bis zu 1,5 Millionen angegeben.

Offizielle französische Angaben bezifferten die Zahl der getöteten Gegner auf 141.000, dazu weitere 12.000, die bei Kämpfen innerhalb der FLN ums Leben kamen, sowie 5.000 bei Auseinandersetzungen rivalisierender algerischer Gruppen im französischen Mutterland. Weitere 70.000 algerische Zivilisten sollen bei Aktionen der FLN getötet worden sein.

Die Opferzahl europäischer Zivilisten wurde auf 3.000 Tote und 7.000 Verletzte geschätzt.

Anfang 1962 wurde die Bevölkerung Algeriens mit 11.020.000 Einwohnern angegeben, davon 1.033.000 Nicht-Moslems, die das Land im Verlauf des Jahres fast vollständig verließen bzw. verlassen mussten.

Gleichzeitig gab es bis zu zwei Millionen algerische Flüchtlinge während des Krieges. 150.000 algerische Söldner, die so genannten "harkis", die während des Krieges in der französischen Armee gedient hatten, wurden nach dem Krieg von französischen Soldaten entwaffnet und ihrem Schicksal überlassen. Sie wurden fast alle unter furchtbaren Umständen ermordet. Die angegebene Zahl der Opfer schwankt sehr stark zwischen 30.000 und 150.000.

Für die Geschichte Algeriens ist der Krieg, neben der Erringung der Unabhängigkeit, insoweit von großer Bedeutung, als das Militär einen starken Einfluss in der Politik erlangte und eine wirkliche Demokratisierung des Landes bisher verhindern konnte.