Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
06:55
19.10.2019
Obwohl Kosova mit seinen reichen Braukohlevorkommen in der Lage wäre viele Länder des Balkans mit Strom  zu versorgen, wird die Stromversorgung in Kosova immer schlechter. Mitte der Woche gab es für die Masse der Bürger fast keinen Strom. Die Unternehmen die unter die Kategorie A fallen wurden 5-Stunden mit Strom versorgt und hatten im Schnitt danach 1 Stunde Stromausfall.

Stromversorgung in Kosova immer katastrophaler

Kunden der Kategorie B mussten mit der Tatsache leben nach 3 Stunden Strom, 3 Stunden keinen Strom zu haben. Kunden in der Kategorie C ( private Haushalte) waren durchschnittlich 5 Stunden ohne Strom und danach hatten sie eine Stunde Licht.

Das Stromfiasko und Herr Rücker

Der „Wirtschaftsdiktator“ Kosovas Joachim Rücker, ( Rücker leitet das vierte Büro der UNMIK-Ökonomie) aus der deutschen Diplomatie, erklärte zum Stromdesaster: „Die Situation ist seit Montag sehr schwer, es tut mir leid wegen der Folgen für die Wirtschaft und für die Gesellschaft. Es ist jedoch bekannt, dass die KEK ( Stromversorger) oft über keinerlei Reserven mehr verfügt, die Produktion ist daher des öfteren unterbrochen.“

Der Zynismus von Joachim Rücker

Herr Rücker bereitet gegenwärtig im Bund mit der „Weltbank“ die Privatisierung der Stromversorgung in Kosova vor. Rücker sprach gegenüber der Presse, „von den Kreditgebern für den Block Kosova A und B“ und auch von den Mitteln „aus dem Haushalt Kosovas für die KEK“. Dennoch fehlt der KEK Geld um Engpässe zu beseitigen, oder gar den technischen Stand des Kraftwerkes zu erneuern. Dafür gab Rücker den Bürgern Kosovas die Schuld. Rücker beklagte die mangelnde Zahlungsmoral vieler Strombezieher. In dieser Hinsicht verlangte Rücker eine „ Kulturrevolution“ in Kosova. Was Rücker nicht sagte ist, dass die Zahlung nicht aus „kulturellen Gründen“, bei vielen nicht erfolgt, sondern aus sozialen Gründen. In Kosova liegt die Arbeitslosenrate offiziell bei fast 50%, in Wahrheit dürfte sie bei 70% liegen. Die noch Beschäftigten erhalten meist keine 200 Euro im Monat und sind mit einer Preislage konfrontiert, die mitteleuropäisches Niveau hat. In dieser Situation den Kunden der KEK die Schuld daran zu geben, dass der Energieversorger nicht modernisiert und flexibel arbeitet ist schlichter Zynismus.

Das Konzept Rückers

Herr Rücker verschweigt die Tatsache, dass sein Konzept nicht die technische Erneuerung Thermozentrale, in der Hand Kosovas beinhaltet. Die KEK wird bewußt mit geringen Zuwendungen in den Bankrott getrieben. Die Stromkatastrophe senkt den Preis für private Investitionen, um an die Braunkohle Kosovas heranzukommen. Rücker spricht von „privaten Investitionen“ für die „Eröffnung neuer Minen“ und von der Möglichkeit „ eine neue Thermozentrale unabhängig von der KEK zu eröffnen“. Damit das möglichst ohne Widerstand und kostengünstig über die Bühne geht werden die bestehenden Anlagen bewußt dem Verfall preisgegeben. Improvisiert und herumgefuchtelt wird nur dann, wenn die Gefahr besteht, dass der gesamte Strom des Landes ausfallen könnte. So wurde zum Beispiel der KEK ermöglicht größere Mengen Strom, ab Mittwoch von einem bulgarischem Anbieter zu erwerben. Außerdem sollen bestimmte Reparaturarbeiten in der Stromzentrale durchgeführt werden. An dem beschriebenem Konzept ändert das nichts.

 

Quellen: Koha Ditore 4.8.06 http://www.Kosova-Aktuell.de Rubrik Ökonomie, Max Brym „ Brennende Steine Kosova“ München 2000