Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
21:29
20.11.2019
Die Unabhängigkeit wird nicht durch „Verhandlungen“ erreicht
Wer glaubt bei den „Verhandlungen“ in Wien, könnte die Unabhängigkeit Kosovas herauskommen, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. Ziel der Gespräche über Kosova ist, dass  ein tragfähiger Kompromiß zwischen den großen imperialen Staaten gefunden wird. Der Österreicher Albert Rohan spricht ständig davon, aus Kosova ein „EU-Protektorat“zu machen. Er hat die USA  im Verdacht, die Unabhängigkeit Kosovas zu befürworten.  Der Prinz aus Österreich, Herr Albert Rohan, betont seit Wochen unmißverständlich, in Europa keinen „51 Bundesstaat der USA“ zu tolerieren. Dahinter steckt die zunehmende zwischenimperiale Konkurrenz zwischen der EU und den USA.

Elefantenrunde in Wien +++ Das arme und beleidigte Volk demonstrierte in Prishtina +++ Rufe „UCK, UCK, Selbstbestimmung, Selbstbestimmung, Demaci, Demaci“

Am Montag den 24.07.06 traffen sich Agim Ceku, Fatmir Sejdiu, Hashim Thaci, Veton Surroi und ANDERE mit dem serbischem Präsidenten Tadic und dem serbischem Ministerpräsidenten Kostunica in Wien. Dies war das lange und sensationell angekündigte Spitzentreffen in Sachen Status des Kosova.

Eine unübersehbare Menschenmenge versammelte sich am Montag den 24. Juli ab 12 Uhr Mittags vor dem Sitz der „Regierung Kosovas“ in Prishtina, um gegen die Verhandlungen in Wien zu protestieren. Grundtenor war: Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sind kein Verhandlungsgegenstand. Auf einer Kundgebung sprachen die Vertreter verschiedener Organisationen. Im Anhang dokumentieren wir eine Rede von Emrusch Xhemajli Vorsitzender der LPK. Die sogenannten Verhandlungen in Wien fanden in der deutschsprachigen Presse viel Aufmerksamkeit. Neben der Presseschau erreichte uns noch ein kurzer Gaskommentar von Cornelia Maier zu dem „Verwandlungsprozess.“

Am Montag den 24. Juli 2006 soll in Wien ein Spitzentreffen zwischen serbischen und albanischen Politikern unter dem Dach der UN stattfinden. Dagegen mobilisiert die LPV, die LPK, die LKCK, Verbände von Invaliden des Krieges, Studenten, einzelne Parlamentsabgeordnete, Veteranen der UCK und die Organisation „Stimme der Mütter“. Die Demonstration beginnt am Montag den 24.07.06 um 12 Uhr gegenüber des Sitzes der „Regierung“ in Prishtina. In dem Aufruf zur Demonstration ist zu lesen: „ Es gibt keinen Grund mit Serbien irgendetwas zu verhandeln“ und weiter, „unser Volk braucht Unabhängigkeit, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, eine Existenz in Würde“.

Emin Gjinovci aus Mitrovica sieht aus wie Adolf Hitler. Er hat mittlerweile den Bekanntheitsgrad eines Filmstars erreicht. Herr Gjinovci genießt es „Hitleri“ genannt zu werden. Dabei schert es ihn offenbar einen Dreck, in der Maskerade des größten Verbrechers der Geschichte herumzustolzieren. Im Gegenteil, Emin Gjinovci hat aus seiner physischen Ähnlichkeit mit Hitler eine erträgliche Einkommensquelle für sich erschlossen. Er läßt sich zusammen mit anderen Personen für mindestens 40 Euro fotografieren.

 

Auf welchem Weg befinden sich die albanischen Politiker Kosovas? In Kosova existiert ein modifiziertes- scheinbar neues Kolonialregime- mit dem Namen UNMIK. Jede Art von Selbstbestimmung des Volkes in politischer und sozialer Hinsicht wird brutal unterdrückt. Dennoch finden sogenannte „Statusverhandlungen“ in Wien statt, bei denen der Eindruck erweckt werden soll, als ginge es um die Bewohner Kosovas. In Wahrheit jedoch rangeln imperiale Kräfte um ihre Macht und Einflußzonen auf dem Balkan.

Die soziale Lage der Menschen in Kosova ist katastrophal. Dennoch werden zuhauf Menschen aus Europa in das von der Protektoratsmacht UNMIK beherrschte Land abgeschoben. Ein Artikel aus „Tirol Online“ macht schlagend klar unter welchen Bedingungen die Menschen leben müssen. Es fehlt an politischer und sozialer Selbstbestimmung.

Die wirtschaftliche Lage in Kosova ist durch Massenarbeitslosigkeit Armut und Korruption gekennzeichnet. Das ökonomische Desaster hat mit der Kolonialherrschaft der UNMIK, aber auch mit der bürgerlichen Orientierung vieler örtlicher politischer Kräfte zu tun. Als Grundwiderspruch steht der natürliche Reichtum Kosovas - Bodenschätze wie Kohle, Nickel, Kupfer, Blei und Gold- dem sozialem Elend gegenüber. Der Widerspruch drückt sich in der Tatsache aus, dass den Arbeitern und Arbeiterinnen nicht erlaubt wird, selbsttätig die Produktion in Gang zu setzen.

Am 28. Juni 2006 pünktlich zur „Schlacht auf dem Amselfeld“ 1389“ bereiste der serbische Ministerpräsident Kostunica, mit Genehmigung der UNMIK Kosova. Dabei kam es zu Übergriffen der Kolonialpolizei am Grenzübergang Merdar, gegen Aktivisten der LPV (Bewegung für Selbstbestimmung) und gegen Anhänger der LPK (Volksbewegung Kosovas). Der ehemalige Studentenführer und bekannteste Aktivist der LPV Albin Kurti schrieb dazu einen Artikel indem er die Lage nach der Provokation von Kostunica einschätzt. Im Folgenden wird der Artikel auszugsweise in Deutsch übersetzt, der komplette Artikel in Albanisch ist beigefügt.

Mit einigen Tagen Verspätung berichtete die deutschsprachige Presse über die Provokation des serbischen Ministerpräsidenten in Kosova. Kostunica wird mit den Worten zitiert: „Kosova bleibt ein Bestandteil Serbiens“. Berichtet wird über den Versuch sogenannte Schutzzonen für Einrichtungen der „Serbisch-Orthodoxen Kirche“ in Kosova zu schaffen. Verschwiegen wird, dass die „Serbisch-Orthodoxe Kirche“ versucht zum Großgrundbesitzer in Kosova zu werden.

Am 28. Juni weilte der serbische Ministerpräsident in Kosova. Die UNMIK hatte diese zielgerichtete Provokation des serbischen Chauvinismus ermöglicht. Kostunica erklärte während seines Besuches „Kosova zum unveräu0erlichen Bestandteil Serbiens“. Vertreter der „Serbisch-Orthodoxen Kirche“ artikulierten ähnliches. Kostunica hat das Datum 28. Juni bewußt gewählt. An diesem Tag wird der Schlacht auf dem „Amselfeld“ 1389 in Serbien gedacht. Im Jahr 1989 hielt Milosevic seine berüchtigte Rede in Kosova, in der er „neue Kriege“ ankündigte. Der provokatorische Besuch von Kostunica wurde nicht nur von der UNMIK ermöglicht, sondern die Kolonialpolizei prügelte am Grenzübergang den Weg für die serbische Delegation frei.