Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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25.04.2019
Das Buch "Serbien und Albanien" brachte ursprünglich die Arbeitsgruppe Marxismus heraus. Internetadresse http://www.agmarxismus.net. Wir bedanken uns für die Genehmigung, das Buch komplett zu veröffentlichen. Die Übersetzung stammt von Amela Mirkovic.

(*1862; † 29. März 1925) war ein albanischer Freiheitskämpfer. Der Kosovare setzte sich im Osmanischen Reich für die Interessen der Albaner ein und kämpfte 1912 erfolgreich gegen die Jungtürken. Während des Ersten Weltkriegs führte er eine Guerilliatruppe an. Im neu gegründeten Staat Albanien nahm er in verschiedene Regierungen Posten als Minister und als Kommandant in der Armee ein. Als Gegenspieler des späteren Königs Ahmed Zogu, dem die kosovarische Frage weniger wichtig war, wurde er von dessen Truppen verfolgt und dann auch in den nordalbanischen Bergen eingekesselt. Er erschoß sich am 29. März 1925, um der Gefangennahme zu entgehen.

Albanisch - auf albanisch Shqip - bildet einen eigenständigen Zweig innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie. Es existieren zwei verschiedene Dialektgruppen: das Gegische und das Toskische. Die moderne albanische Schriftsprache wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage toskischer Dialekte entwickelt. 1972 kam dieser Prozess auf einem Kongress in Tirana zum Abschluss. Seit einigen Jahren mehren sich die Stimmen insbesondere aus dem Kosovo, verstärkt gegische Varianten in der Sprachpolitik zu berücksichtigen. Tatsächlich sind im Sprachgebrauch der kosovo-albanischen Medien zahlreiche Abweichungen von der albanischen Standardsprache festzustellen.

Der Londoner Vertrag wurde am 30. Mai 1913 geschlossen und beendete den Ersten Balkankrieg. Vertragsschließende Staaten waren Serbien, Griechenland, Bulgarien und Montenegro auf der einen Seite und deren Kriegsgegner das Osmanische Reich auf der anderen Seite. Vermittelt wurde der Vertrag von den europäischen Mächten Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland, Österreich-Ungarn und Italien.

1. Skanderbeg - eigentlich Georg Kastriota oder Gjergj Kastrioti Skënderbeu auf Albanisch - (* 1405, † 17. Januar 1468 in Lezha) war albanischer Fürst und ist durch seine Verteidigung Albaniens gegen das Osmanische Reich zum Nationalhelden Albaniens geworden. 1415 und wieder 1423 wurde der junge Georg als Geisel an den Hof des Sultans nach Adrianopel geschickt, wo er als Angehöriger des Pagenkorps zum Islam übertrat und den türkischen Namen Iskender erhielt (daher sein Beiname Skanderbeg). 1438 wurde er von Murad II. als Beg und Wali von Misia, Skuria und Jonima (Hauptstadt Kruja) ins heimatliche Albanien gesandt.

In der albanischen und albanischsprachigen Presse Kosovas ist eine Debatte über das Schicksal der Juden in Kosova im vergangenen Jahrhundert entstanden. Ein Autor schrieb in der Zeitung Gazeta Shiqiptare (Albanische Zeitung) am 01.02.2004: „In der Zeit der Nazibesatzung Kosovas wurden von den deutschen Faschisten rund 500 Juden aus Kosova deportiert und vernichtet.“

Auszüge aus einem Interview von Koha Ditore mit Fatmir Humolli ( LKCK ), Vositzender der LKCK sowie Anmerkungen zur Lage in Kosova.

In Kosova/Kosovo gibt es momentan eine Streikwelle. Seit Tagen streiken die Lehrkräfte im öffentlichen Dienst, für mehr Gehalt und Personal. Ihr Durchschnittsverdienst liegt bei 135 Euro im Monat. Die Preise sind zu 80% mit den Preisen in Deutschland vergleichbar. Viele Streiks gibt es gegen die angelaufene Privatisierungswelle in Kosova. Unter Leitung der UNMIK, werden gegenwärtig viele Betriebe mit einigen hundert Beschäftigten privatisiert. Meist wird dabei Personal abgebaut und den Entlassenen keinerlei Abfindung bezahlt. Dies stößt auf den Widerstand der Arbeiter. In Prishtina haben die Arbeiter eine Montagefabrik besetzt.

"Die Albaner widersetzten sich den Anordnungen der Nazibesatzung" - Mit dieser Überschrift endete am 4.9.2003 eine Serie in der albanischen Zeitschrift Koha Ditore (Tageszeitung- Erscheinungsort Prishtina). Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand die Rettung der Juden in Albanien vor der nazistischen Shoa. Der Autor Ulk Lushi versuchte der Frage nachzugehen warum es ausgerechnet in Albanien nach dem zweiten Weltkrieg mehr Juden gab als vorher. Am 2.9.03 untersuchte er die kulturellen und historischen Hintergründe des Phänomens. In seinem Artikel vom 3.9.03 befaßt er sich mit der praktischen „Judenrettung“ in Albanien. Lassen wir nun Herrn Lushi teilweise selbst zu Wort kommen.

Mit dieser Frage beschäftigt sich gegenwärtig die in Prishtina erscheinende albanische Zeitung Koha Ditore (Tageszeitung). In der Tat, in Albanien fiel während des zweiten Weltkrieges kein einziger Jude den nazistischen Mördern in die Hände. Alle Juden aus den Gemeinden in Vlora und Delvine wurden damals von Albanern in ihren Häusern versteckt. Nur zwei Juden fanden in dieser Zeit als Mitglieder der Partisanenarmee den Tod.

Gegen einen hohen Ex-Mitarbeiter (36) der UN-Verwaltung im Kosovo, einen Essener, hat die Bochumer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, wegen Veruntreuung von EU-Hilfsgeldern in Höhe von fast 4,2 Millionen US-Dollar. Der 36-jährige war in Kosova mit der Aufsicht über den Energieversorger des Kosovo ( KEK ) beauftragt. Laut Anklage soll der Essener insgesamt 4,3 MIO Dollar auf versteckte Konten nach Gibraltar geschafft haben und dort das Geld in einen Pensionsfond angelegt haben. Die Erlöse stammten aus Stromgeschäften auf dem Balkan. Das Basislager für die illegalen Geschäfte war Kosova.