Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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20.10.2019
Mit dieser Frage beschäftigt sich gegenwärtig die in Prishtina erscheinende albanische Zeitung Koha Ditore (Tageszeitung). In der Tat, in Albanien fiel während des zweiten Weltkrieges kein einziger Jude den nazistischen Mördern in die Hände. Alle Juden aus den Gemeinden in Vlora und Delvine wurden damals von Albanern in ihren Häusern versteckt. Nur zwei Juden fanden in dieser Zeit als Mitglieder der Partisanenarmee den Tod.

Gegen einen hohen Ex-Mitarbeiter (36) der UN-Verwaltung im Kosovo, einen Essener, hat die Bochumer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, wegen Veruntreuung von EU-Hilfsgeldern in Höhe von fast 4,2 Millionen US-Dollar. Der 36-jährige war in Kosova mit der Aufsicht über den Energieversorger des Kosovo ( KEK ) beauftragt. Laut Anklage soll der Essener insgesamt 4,3 MIO Dollar auf versteckte Konten nach Gibraltar geschafft haben und dort das Geld in einen Pensionsfond angelegt haben. Die Erlöse stammten aus Stromgeschäften auf dem Balkan. Das Basislager für die illegalen Geschäfte war Kosova.

Interview mit Rexh Iberdemaj,  ehemaliger deutschlandpolitischer Sprecher der UCK, geführt im April 2003.

Bedri Islami ist bekannter kosovarischer Politiker und war 1999 an den Verhandlungen in Rambouillet beteiligt; von 1998 bis 1999 war er Vorsitzender der LPK, welche die UCK gründete. Heute ist Bedri Islami Mitglied der PDK und Schriftsteller, der mehrere Bücher publizierte und regelmäßig für die Zeitung Epoka e Re publizistisch tätig ist.

Weltgeschichte wurde zwar nicht geschrieben, aber erwähnenswert ist es allemal. Albanien war nach dem zweiten Weltkrieg, das einzige von den Faschisten besetzte Land, indem es mehr Juden gab als vorher. Zu diesem Schluß gelangt der US-amerikanische Historiker Harvey Samer in seinem 1998 erschienenen Buch "Rescue in Albania".

In Kosova gab es in den letzten Wochen und Monaten unzählige gewerkschaftlich organisierte Arbeiterproteste. Im Mittelpunkt stand der Widerstand gegen eine Einkommenssteuer, die der UNMIK-Protektoratsleiter Steiner vorschlug. Nach diesem Vorschlag sollte ein Einkommenssteuersatz von 20 Prozent erhoben werden. Das durchschnittliche Einkommen in Kosova liegt bei 135 Euro im Monat. Die Preise in Prishtina lassen sich mit den Preisen in Deutschland vergleichen.

Zwischen allen Stühlen befindet sich gegenwärtig der deutsche UNMIK Protektoratsleiter Michael Steiner. Seine von ihm ins Leben gerufene Kosova-Treuhand-Agentur stößt auf breiten Widerstand sämtlicher nationaler Gruppen in Kosova. Die vom Erfinder Jürgen Voss geschaffene (KTA) Treuhand-Agentur hat die Aufgabe, die Wirtschaft in Kosova zu privatisieren. Der bereits als Reformberater in Moskau und Kiew tätige Voss versucht nun in der ökonomischen Ruine Kosova herumzufuhrwerken. Die Privatisierung ist nach Steiner notwendig, da "über die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung des Kosovo ohne Job ist". Nach Steiner könne "der Rückgang der Hilfe aus dem Ausland nur durch Investitionen wettgemacht werden".

Interviews mit Aziz Abrashi und Xhafer Nuli. Abrashi war bis 1989 Direktor des Industrie-Komplexes Trepca und wird von den Beschäftigten heute wieder als solcher anerkannt. Xhafer Nuli ist Präsidenten der Bergarbeitergewerkschaft von Mitrovica.