Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:52
19.07.2019
In Mazedonien entwickelt sich neuerlich eine gefährliche Situation. Kürzlich brachte der Vorsitzende der (VMRO-DPMNE ) Georgievski die ethnische Teilung Mazedoniens ins Gespräch. Die Teilung Mazedoniens fordern auch die Vorsitzenden von zwei albanischen Parteien, nämlich Arben Xhaferi Vorsitzender der „Demokratischen Partei“, sowie Thaci , stellv. Vorsitzender der „ Partei für demokratische Prosperität“ .

Daraufhin stellte ein Abgeordneter des „Sozialdemokratischen Bündnisses für Mazedonien im Parlament folgende Frage : „Wann werden Georgiivski, Thaci und Xhaferi endlich dort Platz nehmen, wo die Übernachtung und das Essen kostenfrei sind“? Die Frage mit indirekter Forderung zur Festnahme der Politiker, wegen der Initiative zur Teilung des mazedonischen Staates wurde direkt an den Innenminister Hari Kostov gestellt.

Die Frage wurde allerdings nicht vom Innenminister, sondern vom Premierminister Branko Crvenkovski beantwortet. „ Wir werden alle Maßnahmen ergreifen, damit Mazedonien nicht noch einmal destabilisiert wird“, so Crvenkovski. Der Premier sagte, die Regierung habe die Idee von Georgievski und Xhaferi zur Teilung Mazedoniens politisch verurteilt.

Auch der ehem. Politische Leiter der UCK in Mazedonien, Ali Ahmeti verurteilte jeden Teilungsplan. Ahmeti ist jetzt Vorsitzender der „Partei für die demokratische Integration“. Diese Partei hatte auf albanischer Seite, die letzten Wahlen klar für sich entschieden und ist an der Regierung beteiligt.

Am 24 April sprach sich der Kosova Premierminister Bajram Rexhepi klar gegen eine Teilung Mazedoniens aus. In der Erklärung von Rexhepi wird die Befürchtung geäußert: „Eine Teilung Mazedoniens gefährdet die Stabilität auf dem Balkan und fördert serbische Teilungspläne gegenüber Kosova“.


Der Hintergrund

Die Spannungen in Mazedonien haben konkrete Gründe. Offiziell sind 32% der Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit unter der albanischen Bevölkerung wird auf 70% geschätzt. Der Friedensvertrag von Ohrid der im August 2001 zwischen der albanischen und mazedonischen Seite geschlossen wurde, wurde noch nicht vollständig umgesetzt.

Jener Vertrag stellt alle Volksgruppen rechtlich gleich, das Albanische wird im begrenzten Umfang u.a. im Parlament, zu einer offiziellen Sprache aufgewertet und der Vorrang der orthodoxen Kirche wird zugunsten der Gleichberechtigung der verschiedenen Glaubensbekenntnisse aufgehoben. In Verwaltung und Polizei wird den Albanern eine anteilsmäßige Vertretung, auf kultureller und kommunaler Ebene begrenzte Autonomie zugesichert. Zudem sieht das Ohrid- Abkommen ein zweisprachiges Schulsystem und eine albanischsprachige Universität vor. Viele dieser Zusagen stehen immer noch auf dem Papier.

Die soziale Misere in Mazedonien schreitet zügig voran, an wirkliche Gleichberechtigung ist unter solchen Bedingungen nicht zu denken. Es gibt sowohl unter privilegierten mazedonischen wie albanischen Eliten, das Bedürfnis den nationalen Konflikt am Kochen zu halten. Das Bruttosozialprodukt je Einwohner lag im Jahr 2000 bei 1820 Dollar. Eine internationale Geberkonferenz sagte am 11.3.20002 dem Staat Mazedonien, zur Umsetzung des Friedensprozesses 307 Mio. Euro zu. Das Geld kam bis dato nicht bei der mazedonischen Bevölkerung an. Dafür verzögert die mazedonische Elite die Umsetzung des Abkommens von Ohrid.

Die nationale Unterdrückung der Albaner ( za. 40% der Bevölkerung ) wird fortgesetzt. Der ehem. UCK Führer Ali Ahmeti, soll wenn es nach einigen mazedonischen Nationalisten geht, strafrechtlich verfolgt werden, obwohl seine Partei in der Regierung sitzt. Andere aus allen nationalen Gruppen schmieden Teilungspläne um den nationalen Konflikt fortzusetzen, damit ihre schmutzigen Geschäfte nicht auffallen. Ein anderes Problem ist die AKSH ( Albanische Nationale Armee ) die zum bewaffneten Kampf aufruft. Diese wird von allen bekannten Gruppen in Mazedonien und der internationalen Staatengemeinschaft bekämpft.