Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:00
19.07.2019

Mit ziemlicher Sicherheit wusste auch Boris Tadic -Präsident Serbiens- lange über den Aufenthaltsort des Kriegsverbrechers Mladic BESCHEID. Dies geht aus verschiedenen Berichten und Untersuchungen hervor. Offensichtlich wartete der angebliche Demokrat Tadic nur den günstigsten Moment ab, um Mladic festzunehmen. Anbei ein Pressebericht aus der Presse Wien in Auszügen..........

 "Was wussten Militär und Dienste?

Während Regierungsvertreter und Präsident Boris Tadić in unzähligen Interviews versichern, in den vergangenen Jahren weder den Aufenthaltsort von Mladić gekannt noch mit dem Zeitpunkt von dessen Verhaftung kalkuliert zu haben, mehren sich auch in Serbien zweifelnde Stimmen. Schon 2006 hätten die Ermittlungsbehörden Mladić „in der Tasche gehabt“, konstatiert der Belgrader Menschenrechtsanwalt Srdja Popović. Die Regierung habe seitdem zwar gewechselt, aber es handle sich um denselben Staat: Auch wegen der „ständigen Lügen und Fehlinformationen“ bei der Fahndung habe Serbien jahrelang „an Glaubwürdigkeit verloren“.

Der Sicherheitsexperte Zoran Dragišić hält die Behauptung von Tadić für „naiv“, dass niemand in der Regierung vom Aufenthaltsort Mladićs gewusst habe: „Möglich, dass das Staatsoberhaupt das nicht wusste. Aber dann müsste sich Tadić die Frage stellen, wer den Aufenthaltsort kannte – und ihn nicht verraten hatte.“ Dabei kommen natürlich zuallererst Militär und Geheimdienst in den Blick.

In seinen ersten Verhören im Belgrader Sondergericht für Kriegsverbrechen soll Mladić die Anklageschrift des UN-Tribunals nicht angerührt und die Verantwortung für die Ereignisse während der Jugoslawien-Kriege Serbiens verstorbenem Autokraten Slobodan Milošević angelastet haben.

Noch wird der genaue Zeitpunkt der für diese Woche geplanten Überstellung an das Haager Jugoslawien-Tribunal aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Ein wenig harmonisches Wiedersehen dürfte der General im Scheveninger Untersuchungsgefängnis mit dem serbischen Nationalistenführer Vojislav Šešelj feiern, der sich gerne seiner Freundschaft mit Mladić brüstet. Den Chef der Radikalen Partei, die für Sonntagabend zu einer Solidaritätsdemonstration mit dem inhaftierten General aufgerufen hatte, soll Mladić mehrmals als „Idiot“ bezeichnet haben.

 

47.000Euro Pensionsansprüche

Am heftigsten soll sich der mutmaßliche Massenmörder, dem unter anderem das Massaker von Srebrenica anno 1995 an etwa 8000 männlichen Muslimen zur Last gelegt wird, indes über die Einfrierung seiner Pensionszahlungen seit 2005 beschwert haben. Sollte es seinem Anwalt gelingen, die blockierten Gelder von umgerechnet 900Euro pro Monat loszueisen, winkt dem General eine stattliche Wegzehrung für seine ungewollte Reise nach Den Haag: Dem TV-Sender B92 zufolge belaufen sich die Ansprüche von Mladić mittlerweile auf 47.000 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2011)

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