Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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20.08.2019
Der Einstieg des italienischen Automobilkonzerns „Fiat Lizenzbau“ bei Zastava wurde von den serbischen Medien groß abgefeiert. Diese Investition sollte ein Beispiel abgeben für den „Modernisierungskurs“ in Serbien. Jetzt zeigt sich allerdings die Krux dieser kapitalistischen Investition. Dem Investor geht es um die Erzielung von Maximalprofit.

 

Einige der Beschäftigten im mittelserbischen Kragujevac seien zu ihrem alten Arbeitgeber, dem serbischen Autobauer Zastava zurückgekehrt - obwohl dieser kurz vor der Schließung steht, berichtete die Zeitung "Danas". "20 Arbeiter haben das Fiat-Werk verlassen, rund 40 weitere wollen das gleiche tun", berichtet das Blatt.Fiat hatte mit der serbischen Regierung vereinbart, die Anlagen von Zastava in Kragujevac zu übernehmen. Gleichzeitig wird die Belegschaft von 3000 beschäftigten Arbeitern auf 900 reduziert. Ergo diese Investition bedeutet Personalabbau und gesteigerte Arbeitshetze. Das italienische Unternehmen legt zudem Wert auf geringe Löhne, sowie eine geringe Steuerlast. Die Beschäftigten beklagen, dass sie anfangs das gleiche wie zuvor bei Zastava verdienten, aber deutlich mehr arbeiten müssten. Die Zeitung zitierte einen Arbeiter, der sagte, er habe "zwischen harter Arbeit und Gesundheit" entscheiden müssen - und sich für "Gesundheit und Leben entschieden". Bis dato haben 20 Arbeiter das Fiat-Werk verlassen, rund 40 weitere wollen das gleiche tun", berichtet „Danas" Der italienische Autobauer strebt an, in dem Werk jährlich künftig wieder 200.000 Autos zu bauen - Zastava hatte zuletzt 15.000 Autos pro Jahr gefertigt. In dem Zastava-Werk, einst Stolz der jugoslawischen Industrie, wurde früher der Yugo gebaut. Ein Gewerkschafter sagte der Zeitung "Danas", Fiat müsse verstehen, dass das Unternehmen nicht mit 900 Mitarbeitern so viele Autos bauen könne wie Zastava zuletzt mit 1400 Beschäftigten.“ Genau dies wird Fiat aber nicht verstehen, es geht um Profit, sowie um eine Stärkung von Fiat auf dem krisengeschüttelten Weltmarkt. Genau aus diesem Grund ist der gesamte Balkan, nur als Billiglohngebiet und Rohstoffkammer für die Konzerne in den kapitalistischen Metropolen vorgesehen. Die einfachen Menschen in Kosova sind ebenso mit dieser Realität konfrontiert. Nach Gewerkschaftsangaben hat der Privatisierungsprozess in Kosova rund 70.000 Arbeitsplätze gekostet. Die sogenannte kosovarische Regierung betreibt auf ökonomischen Gebiet, die gleiche Politik wie Serbien. Alles wird rücksichtslos privatisiert, soziale Rechte existieren nicht und die gelockten Unternehmen wollen auch in Kosova, höchstens Billiglöhne und nur niedrige Steuern bezahlen. In Serbien gibt es eine Kopfsteuer von 10% auf alle Einkommen, genauso wie in Kosova.

 


In Serbien rbien haben Arbeiter dem Autobauer Fiat den Rücken gekehrt, da sie zu hart arbeiten sollten. Sie kehrten lieber zu ihrem vor der Schließung stehenden altem Arbeitgeber Zastava zurück. Das Archivbild zeigt einen Fiat-Lizenzbau von Zastava. - (AFP / Andrej Isakovic )