Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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07.12.2019
Jovan Mirilo half mit, ein Video an die Öffentlichkeit zu bringen, auf dem zu sehen ist, wie serbische „Skorpione“ in Srebrenica bosniakische Männer erschießen. Der Film ist wichtig: Es diente beim Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als ein Beweismittel für das Blutbad von Srebrenica, bei dem 1995 etwa 8000 muslimische Männer und Buben

 

hingemetzelt wurden.   Die Zeitung Presse schreibt> Serbien war wie elektrisiert, als der Mitschnitt 2005 ausgestrahlt wurde. Bis dahin hatten viele geglaubt, das Srebrenica-Massaker sei von Serbenfeinden aufgebauscht worden.

Für seinen Mut erhielt Jovan Mirilo 2007 den Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis. Das Bundesasylamt ließ sich davon nicht beeindrucken. Es lehnte den Antrag des Serben auf Asyl ab<  Ein sogenannter Gutachter meinte>Mirilo habe gelogen und keine zentrale Rolle rund um das Srebrenica-Video gespielt>  Eine mehr als gewagte Interpretation. Die  serbische Menschenrechtsaktivistin Nata Kandi, die das Video an das Haager Tribunal weitergeleitet hat, bestätigt, dass Mirilo den Kontakt zu den Ex-Skorpionen mit dem Band hergestellt hat.

Dazu schreibt die Presse >Mirilo war der Mittelsmann, das allein stempelt ihn bei radikalen serbischen Nationalisten zum Verräter und gefährdet sein Leben. Geradezu absurd wirkt es da, wenn der Gutachter des Bundesasylamts ein „erhebliches Sicherheitsrisiko“ für sich selbst sieht und deshalb anonym bleibt, Mirilo aber abschieben will. Im Zweifel muss Österreich Asylwerber schützen, nicht nur Gutachter.> Dieser Argumentation kann man nur zustimmen.