Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:23
20.08.2019
Auf der Internetseite von Radio „DW“ ist zu lesen; “Das UN-Kriegsverbrechertribunal setzt nach langer Pause sein Verfahren gegen den serbischen Ultranationalisten Vojislav Šešelj fort. Das Verfahren verzögerte sich immer wieder. Kommt es nun zu einem Abschluss?“. In der Tat, Vojislav Šešelj sitzt seit Februar 2003 in Haft. Er hat sich vor dem

Haager Kriegsverbrechertribunal (ICTY) zu verantworten. Šešelj wird beschuldigt an Vertreibungskampanien und Massenmorden in Kroatien, Bosnien- Herzegowina und  Kosovo, maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. Zudem soll er eigene bewaffnete Einheiten angeführt haben, die Menschen entführt, gefoltert und ermordet haben. Der Prozess, der seit Dienstag (12.01.2010) in Den Haag fortgesetzt wird, war zuletzt im Februar 2009 unterbrochen worden. Das Gericht wollte elf verbliebene Zeugen der Anklage schützen. Šešelj hatte sie in einem 2007 erschienenen Buch widerrechtlich namentlich benannt. Außerdem hat er die Namen von drei Zeugen mit Details ausgeschmückt. Das gemeingefährliche Buch ist in Serbien immer noch ein Marktrenner. Die Kammer des Gerichts erklärte nun, dass sie sich von dem Ankeklagten und seinen Manövern nicht länger unter Druck setzen lassen will. Bis dato hat das Gericht 71 Zeugen gehört. Die anderen Zeugen will das Gericht nun effizienter schützen. Ab sofort muss der Angeklagte sämtliche Publikationen vor ihrer Veröffentlichung dem Gericht vorlegen. In einer Stellungnahme betont das Gericht- „ Wir halten es für angemessen, der Vertagung der Anhörung weiterer Zeugen ein Ende zu setzen.“ Das Gericht beschloss, den Prozess ab sofort  wieder aufzunehmen. Bis dahin hatte das Gericht die Aussagen von 71 Zeugen gehört. Um die Zeugen effizienter zu schützen, muss Šešelj nun alle Publikationen vor der Veröffentlichung dem Gericht vorlegen, wenn sie sich auf das Gerichtsverfahren beziehen. Die Namen der Zeugen werden nicht mehr bekannt gegeben, um sie effektiver zu schützen. Šešelj führt als Parteivorsitzender die SRS weiterhin von seiner Gefängniszelle aus die „ Serbische Radikale Partei“. Die SRS ist die stärkste Oppositionspartei im serbischen Parlament. Das Gericht versucht, die Zeugenvernehmungen noch im Januar abschließen zu können. Damit wäre ein Ende des Verfahrens gegen Šešelj in Sicht.