Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
15:43
25.04.2019

Pakt der Rechten Auf einem an diesem Wochenende in Graz stattfindenden Parteitag will die rechtsextreme Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) einen Wechsel in ihrer Europapolitik absegnen. Bislang für einen strikten Anti-EU-Kurs bekannt, streben die »Freiheitlichen« künftig eine stärkere Zusammenarbeit rechter Parteien auf europäischer Ebene an. Als ersten Schritt auf diesem Weg unterschrieben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Tomislav Nikolic von der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) am vergangenen Mittwoch in Wien ein Partnerschaftsabkommen.

. Dabei geht es um die Schaffung eines »freien Europas der Vaterländer« und eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider Parteien. Ziel sei es, auf europäischer Ebene ein Bündnis »patriotischer und nationaler Parteien« zu gründen, erklärte Strache in Wien. Die FPÖ wolle der SNS dabei helfen, Serbien in die Europäische Union zu führen. Die Einbindung des Landes in den Staatenbund würde die dauerhafte wirtschaftliche und politische Stabilität auf dem Balkan sichern. Dies sei für ganz Europa, aber gerade für Österreich von vorrangiger Bedeutung.


In der Vergangenheit hatten Strache und seine Partei hingegen den Austritt Österreichs aus der EU gefordert. Die Begründung dafür beschränkte sich allerdings darauf, daß Wien in Brüssel keine wichtige Rolle spiele. Auch Nikolic war bisher ebenfalls gegen den EU-freundlichen Kurs des serbischen Präsidenten Boris Tadic aufgetreten und hatte Parolen gegen die NATO-Besatzung im Kosovo ausgegeben. Auch am Mittwoch proklamierten die beiden Politiker die Zugehörigkeit der EU-Kolonie zu Serbien, was angesichts ihres Kurswechsels aber letztlich nicht mehr als eine demagogische Phrase ist.


Nikolic und Strache sehen durch den Aufschwung der Rechten in Europa offenbar Chancen, den eigenen Einfluß auszubauen. Immerhin können sich laut neuesten Umfragen 30 Prozent aller Österreicher den gelernten Zahntechniker Strache als Kanzler vorstellen, und in Serbien folgen immer mehr Menschen der Forderung der SNS nach Neuwahlen. Sollte die FPÖ künftig die Mehrheit im Parlament stellen, so Nikolic, »werden sich die Serben in Wien wie im eigenen Land fühlen«. Strache sekundierte, diese seien bereits »hervorragend integriert«. Dem FPÖ-Chef geht es dabei um die Wählerstimmen der etwa 73000 in Österreich lebenden und wahlberechtigten Serben.

 

Anmerkung der Redaktion- Zum Teil ist dem Autor die Haltung von Nikolic zu Kosova nicht hart genug. Dennoch publizieren wir den Artikel um das Buendnis zwischen den serbischen Rechtsradikalen und derFreiheitlichen Partei in Austria zu dokumentieren.

Entnommen aus http://www.jungewelt.de/2011/06-18/037.php