Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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07.12.2019
Die deutsche Autoindustrie ist schwer von der Krise auf dem kapitalistischen Weltmarkt getroffen. Es existieren Überkapazitäten zwischen 25 und 40%. Den großen Autokonzernen wird direkt durch die deutsche Regierung geholfen. Es gibt staatliche Hilfen für Autobauer wie Opel und andere Giganten. Zusätzlich wurde die Kurzarbeiterregelung

auf Kosten der Steuerzahler gestreckt. Die Giganten finden zudem willige Gewerkschaften vor, welche mit Lohnnullrunden und der Akzeptierung von flexiblen Arbeitszeiten den Kapitalisten zur Seite stehen. Außerdem wird der Druck auf die Zulieferindustrie verstärkt. Die Zulieferer müssen sich mit immer geringeren Zahlungen abfinden oder untergehen. Nur noch rund 30% der Wertschöpfung für ein Automobil entsteht in den Werkshallen von BMW oder Daimler. In dieser Situation weichen einige deutsche Zulieferer auf den serbischen Markt aus. In Serbien wurden die Löhne generell gedrückt und die Arbeitszeit verlängert.

Deutsche Investoren in Serbien

Die Wirtschaftszeitung Ost West Kontakt schreibt: "Heute sind rund 800 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung in Serbien registriert, etwa 200 davon arbeiten mit deutschem Kapital. So übernahm die Messer Group aus Sulzbach bei Frankfurt am Main bereits 1997 die Tehnogas AD (59 Millionen Euro) - eine der ersten Privatisierungen in Serbien überhaupt. Im Herbst 2002 kaufte die deutsche Henkel KGaA durch ihre österreichische Tochter Henkel Central Eastern Europe GmbH den serbischen Konzern Merima Kru-sevac und investierte insgesamt 75 Millionen Euro. Und 2006 übernahm die STADA Arzneimittel AG, Bad Vilbel, für 475 Millionen Euro das Pharmaunternehmen Hemofarm .“


Deutsche Automobilzulieferer


Mitte Oktober 2007 hat die I.G. Bauerhin GmbH aus dem hessischen Gründau unter der Firmierung IGB Automotive die Produktion von Automobilsitzheizungen in Indjija, Vojvodina, aufgenommen. Auch der deutsche Automobilzulieferer Grammer AG, Amberg, ist seit Ende 2007 in Serbien präsent.

Die Leoni AG, Nürnberg, hat Ende April 2009 in der südserbischen Stadt Prokuplje von der Firma Fiaz, einem Hersteller von Bremsbelägen, der sich in der Insolvenz befindet, Grundstück, Gebäude und Inventar erworben. Der Preis lag nach Unternehmensangaben bei etwa 600.000 Euro. Leoni plant, innerhalb von drei Jahren insgesamt 15 Millionen Euro an Investitionen aufzuwenden und will bis Ende März 2010 mindestens 450 Mitarbeiter beschäftigen. Die Mitarbeiterzahl soll mittelfristig auf 2.000 steigen. BMW wird einer der wichtigen Kunden sein, die mit den in Prokuplje hergestellten Produkten beliefert werden. Die neue Gesellschaft, deren Produktion im Dezember 2009 angelaufen ist, firmiert unter Leoni Wiring Systems Southeast.

Die Lisa Dräxlmaier GmbH, Vilsbiburg, will nach Medienberichten über zehn Millionen Euro in Serbien investieren und 1.500 Mitarbeiter in Zrenjanin (Vojvodina)Hier sollen Kabelbäume für BMW hergestellt werden. Außerdem plant das Unternehmen nach Medienberichten ein Produktionswerk im Kosovo.

Dass sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Serbien eher festigen denn schwächer werden, kann wohl nicht nur aufgrund neuer Investitionen wie von Leoni oder Dräxlmaier angenommen werden

 

Das Ziel ist klar

 

Die günstige serbische Arbeitskraft soll dem deutschen Kapital als Ausbeutungsmaterial dienen. Gegenwärtig wird in Serbien nur ein Einheitssteuersatz auf alle Einkommen von 10% verlangt. Diesen günstigen Steuersatz hat auch die Regierung Thaci in Kosova übernommen. Dennoch genügt ein Blick auf die Wirtschaftsentwicklung um die Perspektive unter kapitalistischen Bedingungen abzulesen. Serbien wird als Zulieferer gehandelt sowie als kostengünstiger Standort für Billigprodukte für den westlichen Markt. Zudem ist Serbien wegen seiner strategischen Lage und seinen Verkehrsverbindungen extrem wichtig für das westliche Kapital.

 

Was hat dies mit Kosova zu tun

Die Planung für Kosova sieht anders aus. Kosova soll als Durchgangsgebiet für Waren in Richtung Adria bereitstehen. Deswegen werden in Kosova und Albanien große Autobahnen gebaut. Der Kohlereichtum Kosovas soll mittels der Privatisierung den Balkan mit Energie versorgen. Das bedeutet billige Abnehmerregelungen für die Industrie und hohe Kosten für die Massen in Kosova und auf dem Balkan. Gleichzeitig sichern sich Firmen welche mit der Automobilindustrie verbunden sind günstige Kaufoptionen für Trepca in Kosova. Das ziehen der Option hängt von der Entwicklung der Weltmarktpreise für Chrom, Nickel Kupfer und Blei auf dem Weltmarkt ab. Ebenso von dem Fakt wie-viel Rohstoffe beispielsweise die Automobilindustrie benötigt. An verarbeitende Kapazitäten in Kosova wird nicht gedacht. Ergo Kosova ist der dauerhafte Platz einer Kolonie zugedacht. Serbien ist gegenüber dem mächtigen Imperialismus eine Halbkolonie, auf der anderen Seite unternimmt Serbien in Kosova kolonialistische Schritte.

Quelle http://www.ost-west-contact.de/index.php/owc/owc_akt/11155