Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
10:48
25.04.2018
Newsletter der LPV Nr.73 -Auszüge- Wasser des Lebens, Gazivoda-Die neue EU Mission- Die Opfer des 10. Februar- Gazivoda- Es gab Pressemeldungen in dieser Woche, wonach die Vereinten Nationen fürchten, dass Belgrad die Serben, die das Gazivoda Reservoir im Norden von Kosova führen, beauftragen wird, es zu schließen, sollte Kosova die Unabhängigkeit erklären. Das ist das größte Reservoir in Kosova und liefert 60 % des Wassers von Kosova, da es kritisch für den Trinkwassergebrauch ist, wirkt es als Kühlmittel für das Energiekraftwerk „Kosova B“. Ohne Wasser würde das Werk schließen

 müssen. Es würde „ein kritisches Problem für Kosova sein“, sagte Nezir Sinani von der Kosova Energievereinigung. Gazivoda ist nicht die einzige Quelle, die gefährdet ist. Der im Ahtisaari-Plan enthaltene Dezentralisierungsprozess legt fast das ganze Wasser Kosovas, sowie die Bodenschätze in die serbischen Majoritätsbezirke. Das bedeutet, dass Probleme nicht nur durch eine vorläufige Stilllegung von Gazivoda entstehen würden, sondern, dass die langfristige Verfügbarkeit über die Quellen für die Menschen Kosovas und die Entwicklung ihrer Wirtschaft, gefährlich ist.


Die neue EU Mission


Die EU hat bestätigte, dass sie eine neue Mission nach Kosova, Anfang nächsten Jahres senden wird. Diese Mission wird als ein Staatbildungs Mission beschrieben, eine Mission, die die Unabhängigkeit unterstützen wird, eine Mission, die Kosova helfen wird sich in die EU zu integrieren, eine Mission, die kleiner und leichter sein wird als die der UNMIK. Tatsächlich wird diese Mission unter der Resolution 1244 errichtet, die auch die Macht der UNMIK begründete. Diese Resolution stellt ausdrücklich im Artikel 10 fest, dass es ihre Absicht ist, Kosova zur substanziellen Autonomie und nicht zur Unabhängigkeit zu bringen. Außerdem erkennt diese Resolution die Souveränität und Landintegrität des ehemaligen Jugoslawiens, jetzt Serbiens über Kosova an. Demnach, kann diese Mission schon allein wegen des gesetzlichen Fundamentes nicht die Unabhängigkeit Kosovas als ihr Ziel haben. Nebenbei bemerkt: Elf EU-Mitglieder haben ihre Opposition gegen jegliche Unabhängigkeit Kosovas erklärt. Die Mission wird kleiner sein, aber es gibt einen Monarchen, mit absoluter Macht. Gemäß der Resolution 1244 als auch gemäß dem Ahtisaari-Plan wird diese Mission die gesamte Exekutivmacht in Kosova erhalten. Die Hauptverantwortung dieser Mission wird es sein, einen Plan durchzuführen, welcher Kosova auf religiöser und ethnischer Basis teilen wird und die Kontrolle Belgrads über Kosova garantiert, statt diese Kontrolle zu beenden. Ihre Aussichten Kosova zu helfen, um diese in die EU zu integrieren, sind düster. Bosnien wurde auch von den Vereinten Nationen und einer EU-Missionen geleitet, ist aber von allen Länder im ehemaligen Jugoslawien, am weitesten von der EU entfernt.

 

 

Die Opfer des 10. Februar-


Mustafë Nerjovaj ist jetzt neunzehn und lebt mit seiner Familie in Lubizhdë in Has. Er ist der älteste Sohn in seiner Familie, verantwortlich dafür, für seinen Bruder und zwei Schwestern sowie für seine Mutter zu sorgen, weil sein Vater, im Krieg kämpfend, starb. Vor der Demonstration, hatte er einen Job in einer Bäckerei, ein Job, der gerade genug Geld für seine Familie zur Verfügung stellte, um zu überleben. Am 10. Februar, lief Mustafë mit der Menge, als die Polizei zuerst Tränengas abfeuerte und stoppte, als er das Hotel Illyria erreichte. Dort sah er einen verletzten Jungen auf den Boden. Er beugte sich nieder um ihm zu helfen und wurde dabei im Kopf angeschossen. Die Kugel schlug die linke Seite seiner Stirn ein und nur durch ein Wunder erreichte sie sein Gehirn nicht. Er brach zusammen, war für fünf Tage bewußtlos und dem Tode nah. Heute ist er nicht mehr arbeitsfähig und erwartet jetzt eine Operation, um einen Teil seines Schädels zu ersetzen. Seine Familie versucht irgendwie, mit den zweiundsechzig Euro pro Monat zu überleben, die sie von der Sozialfürsorge erhalten.


 Zenel Zeneli

 

Zenel Zeneli hat noch eine Kugel in der Nähe seines Herzes und eine andere in seinem Schenkel. Er war auch bei der Front der Demonstration und zog sich mit der Menge zurück, unfähig zu atmen oder etwas wegen dem Tränengas zu sehen. Als er den Gehweg erreichte, hielt er an und erst dann bemerkte er, beim Herabsehen, dass seine Brust von Blut bedeckt war. Zuerst fühlte er nichts und dann wurde er im Bein angeschossen und brach bewußtlos auf der Straße zusammen. Eine Gruppe von Aktivisten trug ihn durch die Polizeilinien, eine Tat, für die sie verhaftet und später vom Ankläger als die gefährlichste Gruppe in der Demonstration beschrieben wurden. Zeneli wurde zum Krankenhaus in Bondsteel gebracht, wo er um sein Leben kämpfte und dann unter Beobachtung in Shkup blieb. Während der Wochen, die er im Krankenhaus verbrachte, waren es seine Kollegen von der Arbeit, die halfen, für seine junge Familie zu sorgen und seine schwangere Frau zu ihm brachten. Erst vor einer Woche kehrte Zenel zurück, um zu arbeiten und ist jetzt wieder im Stande, für seine Familie zu sorgen. Er ist siebenundzwanzig. Obwohl die UNMIK sagte, dass sie für die sehr gefährliche Operation Vorkehrungen treffen würden, die notwendig sind, um die Kugel zu entfernen die in der Nähe seines Herzes steckt, sagte Zenel, dass sie sich mit ihm nicht einmal im Laufe der letzten sieben Monate in Verbindung gesetzt haben.


Mon Balaj


Mon Balaj lief mit seinem Vetter ins Hotel Illyria um dem Tränengas zu entkommen. Sie wurden von der rumänischen Polizei verfolgt. Zusammen fingen Mon und sein Vetter an davonzulaufen, doch plötzlich begriff sein Vetter, dass Mon nicht neben ihm war. Als er sich umwandte um nach ihm zu suchen, sah er ihn auf dem Boden liegen. Mon war von hinten aus kurzer Distanz, hinter seinem Ohr angeschossen worden. Ihm wurde auch mit Gummiknüppeln auf den Kopf geschlagen. Dem angeschossenen Mon wurde keinerlei Hilfe geleistet, als er im sterben lag. ist es kaum überraschend, dass keiner der Polizei zu seiner Hilfe kam, als er am Sterben lag.

 

Anmerkung der Redaktion: Der komplette Text der Newsletter kann unter http://www.vetevendosje.org/ nachgelesen werden.